Studien der Woche

Hays / ARD, ZDF & GIM / R+V / Schwenninger Krankenkasse

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden allmählich sichtbar und erste Schlüsse lassen sich ziehen. Welche Medien wurden in der Krise vermehrt genutzt? Welche Ängst und Sorgen beschäftigen die Deutschen gerade? Inwiefern verändert die Pandmie unser Verhalten langfristig? Und entwickeln sich Unternehmen wirklich in Richtung New-Work? Vier Studien bringen neue Erkenntnisse.

Digitaler Wandel in der Wissenschaft

Die befragten Wissensarbeiter der Hays-Studie sind sich uneinig: Während die Hälfte der Befragten findet, dass sich Unternehmen in Richtung New-Work entwickeln, sind die restlichen 50 Prozent der Probanden der Meinung, dass die Digitalisierung eher eine Tendenz zurück zu herkömmlichen Modellen mit sich bringt. 41 Prozent der befragten Wissensarbeiter nehmen eine Zunahme der Eigenverantwortung wahr – 30 Prozent hingehen bemerken eine Stärkung der Hierarchien. Zudem nehmen 34 Prozent der Probanden einen Ausbau der Selbstorganisation wahr, während 38 Prozent eine Entwicklung hin zu strafferen Prozessen und Regeln feststellen. Eine Ursache für dieses gespaltete Bild sei, dass sich viele Unternehmen beim digitalen Wandel vor allem auf Technik fokussieren und Themen wie Kultur und Führung eher in den Hintergrund rücken. Angst davor, dass die Digitalisierung ihre Wissensarbeit überflüssig machen könnte, hat die Mehrheit der Befragten (72 Prozent) nicht. Jedoch hält es mehr als die Hälfte der befragten Fachkräfte für wahrscheinlich, künftig in ihrer Wissensarbeit mit Maschinen und digitalen Lösungen zu interagieren.
Über die Studie „Wissensarbeit im digitalen Wandel“
Der Personaldienstleister Hays hat für die Studie „Wissensarbeit im digitalen Wandel“ mehr als 1000 Fachkräfte in Deutschland mit einem akademischen Abschluss befragt. 770 der Befragten sind fest angestellte Wissensarbeiter, 272 Freiberufler. Etwa die Hälfte der fest angestellten Fachkräfte haben eine Position in einer Führungsrolle und knapp 8 Prozent sind in der Geschäftsleitung tätig.
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TV und Radio bleiben dominant

Bewegtbild gewinnt immer mehr an Bedeutung: Vor allem während des Corona-Lockdowns ist die Nutzung stark angestiegen. Hingehen ist die Radionutzung in der „Drivetime“ aufgrund von Homeoffice und Kurzarbeit ein wenig zurückgegangen. Trotz allem zählt Radio mit einer Gesamt-Tagesreichweite von 82 Prozent gemeinsam mit TV (86 Prozent) nach wie vor zu reichweitenstärksten und nutzungsintensivsten Medienangeboten. Bezogen auf die tägliche Videonutzung bleibt lineares TV (72 Prozent) weiterhin an der Spitze. 28 Prozent der Nutzung sind zeitsouveräne Nutzungsformen (Mediatheken, YouTube, DVDs, etc.). Das Verhältnis bei den Befragten zwischen 14 und 29 Jahren jedoch umgekehrt: 28 Prozent der Videonutzung entfällt hier auf lineares Fernsehen, die restlichen 72 Prozent auf die weiteren Verbreitungswege für Bewegtbild. Besonders oft genutzt werden hierbei Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime Video (39 Prozent) sowie YouTube (19 Prozent).  Die Auswertungen der Studie ergaben außerdem, dass die Nachfrage nach vertrauenswürdigen Inhalten in der Corona-Pandemie gestiegen ist.
Über die Studie „ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie 2020“
Mit Hilfe einer Dual-Frame-Stichprobe erhoben ARD und ZDF die Daten für die Massenkommunikation Langzeitstudie 2020. Hierzu wurden insgesamt 3003 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die GIM führte die Studie, die von Ende Januar bis Ende April 2020 ging, durch.  
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Mehr Angst vor Trump als vor Corona

Nur jeder dritte Befragte in Deutschland fürchtet sich vor einer Corona-Infektion. „Die Deutschen reagieren auf die Pandemie keineswegs panisch“, sagt Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters. „Viele Sorgen gehen zurück. Deshalb sinkt der Index aller Ängste von 39 auf 37 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1992“. Während innenpolitische Ängste – in den vergangenen Jahren stets auf den Spitzenplätzen – durchweg an Bedeutung verloren haben, stufen 53 Prozent der Befragten die Politik des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump als ihre größte Sorge ein. Einen massiven Einfluss hat die Corona-Krise auf die wirtschaftlichen Ängste: 51 Prozent der Befragten haben Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten. Zudem befürchten 40 Prozent (2019: 28 Prozent) der Probanden, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen werden. Die Sorgen um das Klima bleiben unverändert: Vor zunehmenden Naturkatastrophen und Wetterextremen fürchten sich 44 Prozent der Befragten.
Über die Studie „Die Ängste der Deutschen“
Bereits seit 1992 befasst sich die Studie „Die Ängste der Deutschen“ mit den Sorgen der Bevölkerung. Das R+V-Infocenter befragt hierzu jährlich rund 2400 Männer und Frauen ab 14 Jahren in Deutschland nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Ängsten. Die repräsentative Umfrage lief in diesem Jahr vom 8. Juni bis zum 21. Juli.
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Neues Verhalten aufgrund der Krise

Die Auswertungen der Studie ergeben: Die Corona-Pandemie verändert das Verhalten langfristig. 72 Prozent der Befragten sind vorsichtiger im Kontakt mit anderen Menschen geworden. „Beachtenswert ist, dass die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland selbst nach Corona in besonderen Situationen (u. a. zu Erkältungszeiten) an dem Mund-Nasen-Schutz festhalten möchte“, sagt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse. Über wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie sorgen sich auch die jungen Menschen in Deutschland: 45 Prozent der Befragten haben die Sorge, dass Corona ihnen berufliche Chancen nehme. Und auch das generelle Wohlbefinden der jungen Menschen sinkt aufgrund der Maßnahmen. So sind über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) der Meinung, dass Corona ihre Lebensqualität mindere.
Über die Studie „Zukunft Gesundheit 2020“
Gemeinsam mit der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ führte die Schwenninger Krankenkasse diesen August die Studie „Zukunft Gesundheit 2020“ durch. Dazu wurden mehr als 1000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren befragt.
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