Studie von Wunderman Thompson

Diese Inklusions-Maßnahmen fordern Konsumierende von Unternehmen

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Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch gleichermaßen zur Gesellschaft dazugehört. Dass diese Idealvorstellung noch nicht der Lebensrealität entspricht, ist Fakt. Welche wichtige Rolle Marken beim Etablieren und Umsetzen von inklusiven Strukturen zukommt, hat nun der Inclusion’s New Wave Report der Marketingberatung Wunderman Thompson Intelligence beleuchtet.
Ob beim Storytelling, beim Design oder im Alltag am Arbeitsplatz: Das Thema Inklusion gewinnt zusehends an Dynamik. Das hat auch Auswirkungen auf Unternehmen und Marken, die sich diesen Entwicklungen stellen müssen. Denn: Laut dem Report, den die Abteilung für Zukunftsforschung der Marketingberatung Wunderman Thompson nun veröffentlicht hat, fordern 82 Prozent der Befragten, dass Maßnahmen zu Inklusion und Gleichberechtigung in die gesamte Struktur eines Unternehmens integriert sein sollten.
Über den Inclusion’s New Wave Report
Für den Bericht wurden zahlreiche Inklusions-Expertinnen und -Experten, Forschende, Dozentinnen und Dozenten, Journalistinnen und Journalisten, Rundfunkanstalten und Expertinnen und Experten für integratives Design sowie Vertreterinnen und Vertreter marginalisierter Gruppen befragt. Durchgeführt wurde die Studie von Januar bis Mai 2022. Diese umfasst mehrere Methoden, darunter eine Umfrage unter 5.001 Erwachsenen ab 18 Jahren in Brasilien, China, Japan, dem Vereinigten Königreich und den USA sowie eine Fokusgruppe im Wunderman Thompson Metaverse.
Auch in puncto Kaufentscheidung spielt das Thema eine Rolle: 63 Prozent der Studienteilnehmenden gaben an, sie würden eher bei Marken kaufen, die sich mehr darum bemühen, alle Menschen abzubilden. Zwei Drittel stimmten darüber hinaus zu, dass sie eher geneigt sind von Unternehmen zu kaufen, die sich zu Fragen der Gleichstellung und Inklusion äußern und 60 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Marken, die sich nicht für Inklusion einsetzen, in der Zukunft irrelevant werden.Ebenfalls untersucht hat Wunderman Thompson die Darstellung von Menschen mit Beeinträchtigung in Medien wie Fernsehen und Film. Fast die Hälfte aller befragten Personen (46 Prozent) mit neurodiversen Erkrankungen wie ADHS, Dyslexie oder Autismus gaben an, dass auf dem Bildschirm nicht genügend Figuren gezeigt würden, die ihre Eigenschaften teilen. Dieser Aussage stimmten auch 45 Prozent der befragten Menschen mit Behinderungen, 42 Prozent der Personen mit psychischen Problemen, 35 Prozent der LGBTQIA+-Community und 35 Prozent der Seniorinnen und Senioren im Alter von 60 Jahren und älter zu.

Ein weiteres - ernüchterndes - Ergebnis: Von den befragten, marginalisierten Gruppen stimmten 42 Prozent der Aussage zu, dass Marken ihnen das Gefühl vermittelt haben, unwillkommen zu sein aufgrund ihres Geschlechts, Religion, sexuellen Orientierung oder ethischen Backgrounds. Bei Vertreterinnen und Vertretern der LGBTQIA+-Community waren es sogar 59 Prozent, Frauen fühlten sich immerhin zu 42 Prozent unwillkommen bei bestimmten Marken.Inklusion sollte laut Wunderman Thompsons auch vor digitalen Räumen und dem Metaverse nicht halt machen. Bei der Frage, was Marken jetzt tun sollten, um sicherzustellen, dass sie sichere, zugängliche, integrative und demokratische digitale Räume schaffen, gaben 82 Prozent derjenigen, die vom Metaverse gehört haben, an: "Ich glaube, dass Unternehmen besondere Anstrengungen unternehmen sollten, um sicherzustellen, dass digitale Welten für alle zugänglich sind." Ebenso viele der Befragten waren jedoch auch der Meinung, dass Marken digitale Räume nicht als Ausrede dafür nutzen sollten, keine zugänglichen Räume in der realen Welt zu schaffen.

"Unternehmen und Marken werden das Ziel nicht erreichen, wenn sie keine marginalisierten Gruppen einstellen, mit ihnen zusammenarbeiten und sie unterstützen. Die jüngsten Ereignisse haben die bestehenden Ungleichheiten verschärft und die globale Diskussion gewinnt an Dynamik", erläutert Marie Stafford, Global Director bei Wunderman Thompson Intelligence und Chefredakteurin des Reports. "Diese neue Studie zeigt ganz deutlich, wie sehr sich die Verbraucher integrativere Maßnahmen von Marken wünschen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Schaffung einer wirklich inklusiven Welt und diejenigen, die dies berücksichtigen, können Authentizität bieten und die reale Welt besser widerspiegeln. Das wiederum zahlt sich am Ende aus."

Einen Blick in die zukünftige Entwicklung des Themas Inklusion wirft Josh Loebner, Global Head of Inclusive Design bei Wunderman Thompson: "Angetrieben durch eine Reihe von externen Faktoren steht die nächste Welle der Inklusion vor der Tür", prognostiziert er. "Aber die Reise hat gerade erst begonnen und es gibt eine riesige Chance für Marken bessere Produkte, Räume und Erfahrungen zu liefern, indem sie die Inklusion in den Mittelpunkt ihres Geschäfts stellen. Damit stellen sie sicher, dass sie relevant bleiben und sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Kaufkraft der Verbraucher gewinnen." 
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Horizont.net
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