Studien der Woche

Tfactory & Institut für Jugendkulturforschung / YouGov & Genossenschaftsverband / Splendid Research / Sopra Steria & F.A.Z.-Institut / Gfk

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Die Studien der Woche halten eine bunte Themenvielfalt bereit: Eine ganze Generation fühlt sich aktuell von der Politik übergangen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach digitalen Bezahlmöglichkeiten. Ein Ranking für Körperpflegeprodukte kürt Nivea gleich zweimal zum Gewinner. Am Ende geht es noch um die Wirtschaft: Wie resilient sind Unternehmen in verschiedenen Branchen? Und wie sieht es auf dem Buchmarkt aus?

Politik in der Krise? Die Jugend fühlt sich übergangen

Was sagen die unter 30-Jährigen zum politischen Krisenmanagement? 40 Prozent der Befragten in Deutschland vertrauen aktuell noch der Regierung. In Österreich nur noch etwas mehr als ein Drittel. Das Vertrauen in die Opposition ist in beiden Ländern noch geringer. Was Institutionen anbelangt, genießt das Gesundheitssystem in Deutschland mit 63 und in Österreich mit 71 Prozent das meiste Vertrauen. In beiden Ländern fühlen sich rund 70 Prozent der jungen Menschen aus dem politischen Diskurs ausgeschlossen. Kaum Angst vor Corona haben in Deutschland 68 Prozent der Befragten – in Österreich sogar 80 Prozent. Die Einschränkungen der sozialen Kontakte stoßen in Deutschland auf breitere Zustimmung: 80 Prozent der Befragten finden sie in Ordnung, in Österreich 65 Prozent. Die höchste Zustimmung ernten in beiden Ländern: Social Distancing, Masken- sowie Homeoffice-Pflicht. Am geringsten fällt die Zustimmung zur Schließung von Schulen, Kindergärten und der Gastronomie aus. Ein Drittel der jungen Studienteilnehmer in Österreich sind außerdem Impfgegner. In Deutschland war die Zahl der Impfskeptiker deutlich kleiner.
Über die Studie
Tfactory und das Institut für Jugendkulturforschung haben zwischen dem 24.02. und dem 10.03.2021 gemeinsam 2.000 junge Menschen in Deutschland und Österreich zum Thema Leben in der Corona-Isolation befragt. Die Teilnehmer der Online-Befragung waren 16 bis 29 Jahre alt.
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Zahl digital - wenn möglich

Die Hälfte der befragten Deutschen würde grundsätzlich häufiger mit Karte oder Smartphone zahlen. Aber das ist beim Bäcker, Metzger und Kiosk noch nicht möglich - sagen rund 45 Prozent. Auch Taxis, Nahverkehr und Friseure gaben mehr als 30 Prozent an, Gaststätten kamen auf 21 Prozent. Diejenigen, die mehr mit Karte oder Smartphone zahlen wollen, nannten als Voraussetzungen: „Wenn es mehr Möglichkeiten gäbe“, und „Wenn ich einen besseren Überblick hätte, wo es möglich ist“mit 26 und 15 Prozent. Die Möglichkeit, an der Kasse Geld abheben zu können, nannten außerdem 14 Prozent als begünstigenden Faktor. In der Altersgruppe ab 55 Jahren ist die Skepsis am meisten verbreitet: 55 Prozent würden hier die Möglichkeit nicht häufiger nutzen. In Deutschland wird aktuell so viel gespart wie nie zuvor. Die Befragten wollen das Geld nach dem Lockdown vor allem für Folgendes ausgeben: Reisen, Konsum und Freizeit stehen mit 19 Prozent an erster Stelle. Danach folgen Investitionen: In Haus oder Wohnung mit 16 Prozent und Aktien oder Fonds mit elf Prozent. Genauso viele würden das Geld auf dem Girokonto lassen. 38 Prozent gaben an, dass sie keine zusätzlichen Ersparnisse bilden konnten.
Über die Studie
Die Studie wurde von YouGov im Auftrag der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverband - Verband der Regionen durchgeführt. Zwischen dem 26.03. und dem 29.03.2021 wurden bei einer Online-Umfrage 2.028 Personen befragt.
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Körperpflege Top 10: Welche Marke pflegt ihr Image?

Den höchsten Score beim Splendid Research Brand Index erreichte Nivea, mit 77,3 von 100 möglichen Punkten. Die Marke verfügte mit 96,4 Prozent über die größte Bekanntheit unter den Befragten. Außerdem erzielte sie mit 80,2 Punkten das beste Gesamtmarkenimage. Das setzt sich aus zehn Attributen zusammen, Nivea punktete vor allem bei Attraktivität und einer hohen Identifikation mit der Marke. Mit Abstand – aber auch deutlichem Vorsprung zu den anderen Marken – folgen Dove mit 69,4 Punkten und Balea mit 68,5 Punkten auf Platz drei. Auch Dove wurde als besonders attraktiv wahrgenommen und passt den Befragten zufolge besonders gut zu den Verbrauchern. Bei Balea waren das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Bekanntheit ausschlaggebend für den hohen Score. Die Naturkosmetikmarke alverde hat in diesem Ranking den zehnten Platz erreicht. Ihr Image ist auf allen Ebenen positiv, sie hat jedoch noch einen geringeren Bekanntheitsgrad.

Auch bei den Männern erreichte Nivea den höchsten Score - hier kam die Marke auf 71,5 Punkte. Grund dafür waren eine hohe Bekanntheit mit 94,2 Prozent und das beste Gesamtmarkenimage mit 75,9 Punkten. Nivea Men wurden vor allem die Attribute Qualität sowie Authentizität zuschrieben. Außerdem können sich viele mit der Marke identifizieren. Auf Platz zwei und drei landeten Axe und Duschdas, mit 62,5 und 61,4 Punkten. Auch Axe wurde von den Teilnehmern als attraktive Marke beschrieben, die gut zu ihren Verbrauchern passt. Bei Duschdas waren Preisleistung und Bekanntheit ausschlaggebend. Die Marke Seinz hatte zwar den drittbesten Imagewert, schaffte es jedoch nicht unter die Top 10 der Männerkörperpflegeprodukte. Die Drogeriekette dm hat Seinz als Dachmarke für ihre Männerprodukte vor circa zwei Jahren gelauncht. Ihre Bekanntheit könnte noch steigen.
Über die Studie
Im März 2021 hat das Hamburger Markforschungsinstitut Splendid Research über ein Online-Panel 969 Personen in Deutschland zum Thema Körperpflegeprodukte für Frauen und 956 zum Thema Körperpflegeprodukte bei Männern befragt. Die Befragten waren zwischen 18 und 69 Jahren alt.
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Resilienz von Unternehmen: Langfristig denken statt kurzfristig lenken

Geht es nach der Pandemie bergauf? Viele der befragten Führungskräfte denken, dass ihre Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. In der Industrie gehen beispielsweise 57 Prozent der Befragten davon aus. Unter den Banken und Versicherungen können nach eigenen Angaben 41 Prozent die aktuellen Herausforderungen sehr gut bewältigen. 45 Prozent der Finanzdienstleister erwarten zudem, nach der Krise besser aufgestellt zu sein als vorher. Corona hat dazu geführt, dass viele Unternehmen Sofortmaßnahmen ergriffen haben. Aber: Nur 23 Prozent der Befragten stellen ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand. Und nur ein Viertel der Unternehmen hat die aktuelle Situation dazu genutzt, die strategisch relevanten Wettbewerbsvorteile und Kernaufgaben herauszuarbeiten. Vorreiter ist die Industrie: 44 Prozent der befragten Unternehmen schärfen das eigene Stärkenprofil, um widerstandsfähiger zu werden. In der öffentlichen Verwaltung und bei Versorgungsunternehmen sind es durchschnittlich elf Prozent.
Über die Studie
Im Rahmen der Studie Potenzialanalyse Resilienz von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut wurden 294 Führungskräfte befragt. Im Februar 2021 wurde danach gefragt, wie gut die Organisationen mit den Folgen der Corona-Pandemie zurechtkommen und ihre generelle Widerstandsfähigkeit ist. Der Großteil der Befragten arbeitet in den Branchenclustern Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe sowie öffentliche Verwaltung & Versorgungsunternehmen.
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Liest sich besser als gedacht – der Buchmarkt im Ländervergleich

Die Umsätze der Buchmärkte schwankten 2020 zwischen den verschiedenen Ländern: Sie reichen von minus 16,6 Prozent in Portugal und plus 10,2 Prozent im belgischen Flandern. Deutschland lag mit minus 2,5 Prozent im Mittelfeld der untersuchten Länder. Der Durchschnittspreis von Büchern stieg in acht von neun Ländern an, nur in Brasilien, dem einzigen außereuropäischen Land der Untersuchung, gab es einen Rückgang von minus 1,8 Prozent. Die Belletristik war 2020 eines der beliebtesten Genres und schlug sich in der Mehrzahl der untersuchten Länder überdurchschnittlich gut. Die Zuwächse in Brasilien, Flandern, Italien, den Niederlanden und Spanien erreichten allesamt fünf Prozent. Das Sachbuch war hingegen in vielen Ländern rückläufig – in Deutschland um minus 2,5 Prozent. Kinder- und Jugendbücher gewannen außer in Portugal in allen untersuchten Ländern an Umsatz dazu während Reisebücher stark rückläufig waren: Um 22,8 Prozent in Deutschland bis hin zu 73,2 Prozent in Portugal. E-Books zählen 2020 zu den Gewinnern: In Spanien, wo die Mehrwertsteuer auf digitale Bücher und E-Publikationen stark gesenkt wurde, konnten E-Books um 78,2 Prozent zulegen. In Frankreich wuchs der digitale Buchmarkt um 26 Prozent. In Deutschland und Flandern gab es ein Plus von mehr als 16 Prozent.
Über die Studie
Der Auswertung von Gfk Entertainment lagen physische Verkaufsdaten aus den Handelspanels zugrunde: Buchmarkt-Zahlen aus dem Jahr 2020 für die Länder Belgien (Flandern/Wallonien), Brasilien, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien und Schweiz. Für Deutschland wurde das Gfk Consumer Panel, jeweils ohne Abos und Downloads, herangezogen.
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