Schweiz: Tag der Marktforschung

Navigieren durch bewegte Zeiten

Benedikt Lüthi, CEO des Schweizer LINK Instituts
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Benedikt Lüthi, CEO des Schweizer LINK Instituts
Am und auf dem Vierwaldstättersee in Luzern begeht das LINK Institut alle zwei Jahre einen Tag der Marktforschung. Nach dem Umbruch vor zwei Jahren präsentiert sich das größte Schweizer Institut methodisch auf hohem Niveau und betont kundenzentriert.

Rund 150 Kunden sind Benedikt Lüthi, CEO des Schweizer LINK Instituts, auf seine Einladung gefolgt und haben sich Inspiration für ihre tägliche Arbeit geholt. Alle zwei Jahre lädt LINK dazu ein und nennt das Event ganz pragmatisch „Tag der Marktforschung“. Was nicht heißt, dass die Schweizer den Zahn der Zeit verschlafen haben. Im Gegenteil. Lüthi und Stefan Reiser, Leiter Marketingforschung, erkennen den Wandel in der Branche deutlich: „Wir müssen uns als Professionals anpassen“, sagt Lüthi und bezieht dabei sein Auditorium explizit mit ein.



In einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Unternehmen diskutiert Lüthi diese unterschiedlichen Ansprüche. Wie können Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden und welche Rolle spielt dabei die Marktforschung. Mit dabei Thomas Wirth von der Fresh & Frozen Food AG, einem B2B-Anbieter, Marco Wüst von der Raiffeisenbank und Adrian Schmitter von Kantonsspital Baden. In dieser Runde wird die Vielfalt der Ansprüche von Kunde deutlich. Von der datengetriebenen Bank mit eigenem Panel, über den Mittelständler, der eher mit Bauchgefühl und Intuition entscheidet bis zu dem Krankenhaus, das eine Vielzahl von Kunden - aktuelle, ehemalige oder zukünftige Patienten, die Politik, die Krankenkassen,...- sowie Mitarbeiter mitdenken muss.
„Wenn wir Marktforschung sagen, denken alle an Befragungen. Aber das ist nur ein Puzzlestück und wird ergänzt durch externe Daten. Erst dann können wir einen Mehrwert liefern und werden auch wahrgenommen. “
Marco Wüst Raiffeisen Schweiz

Jeder Praktikant könne heute mit DIY-Tools eine Befragung aufsetzen, so Lüthi, aber das habe mit Marktforschung im modernen Sinne nicht viel zu tun. Aber Schlagworte wie „agil“ alleine ändern noch nicht das Prozedere. Wichtig sei die Anpassung an jeden Kunde - sowie an Ansprechpartner auf allen Ebenen im Unternehmen - und die adequate Methode für jede Studie. LINK will „Partner bei einer kontinuierlichen Entscheidungsfindung werden“.
Stefan Reiser, Leiter Marketingforschung LINK Institut
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Stefan Reiser, Leiter Marketingforschung LINK Institut
Als Full-Service-Institut mit großem eigenen hochwertigen Panel hat es dabei allerhand zu bieten. Das wird in den Workshops am nachmittag deutlich: Da geht es um Navigationsinstrumente der Zukunft, wie Tools zur Auswertung von Online-Werbekampagnen und die Entwicklung eigener Self-Service-Instrumente. Der zweite Themenkomplex befasste sich mit der Optimierung bewährter Steuerungstools wie dem NPS und dem Customer Experience Ansatz. Schließlich zeigt das LINK Institut auch, dass es forscherisch aktiv ist. Mit der Entwicklung von Dashboards, die die Analyse-Ergebnisse in Echtzeit aufzeigen und mit der kritischen Auseinandersetzung mit neuen Schätzverfahren wie multilevel Regression mit poststratification.

Abgerundet wurde der Schweizer Tag der Marktforschung mit einer realen Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstättersee und einem virtuellen Flug durch die Alpen mit Gleitschirmpilot Chrigel Maurer.


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