Schweiz

Diskussion um Call-Center

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In der Schweiz ist die Debatte um „die generelle Unlust der Leute, an Umfragen teilzunehmen“ in der Tagespresse angekommen. Die Luzerner Zeitung fragt: "Werden die unbeliebten Callcenter bald verstummen?"

In der Schweiz soll die Erreichbarkeit über Festnetz bei nur noch 50 Prozent liegen. Und die Antwortraten seien unter zehn Prozent gerutscht. Die Frage nach der Repräsentativität schließt sich dabei direkt an. Susan Shaw, Präsidentin des Verbandes Schweizer Markt- und Sozialforschung (VSMS), äußert sich dazu wie folgt: „Die Qualität einer Befragung hängt von der Zusammensetzung der Zielgruppe ab beziehungsweise davon, wie gut diese die Grundgesamtheit widerspiegelt. In vielen Fällen ist es nach wie vor so, dass die verschiedenen Bevölkerungsschichten via Telefon am besten abgedeckt werden können.“

Des Weiteren zeigt sich auch in der Schweiz das Dilemma mit offenen Online-Umfragen, die auf Nachrichtenportalen durchgeführt werden. Beispielhaft wird der Verlag Tamedia genannt, der mit seinen Umfragen in der Regel zwischen 10.000 und 30.000 Teilnahmen erzielen soll. Hier fühlt man sich in Deutschland doch sehr an die Diskussion um Civey erinnert.

Für Roland Huber von Demoscope wird immer mehr Unterhaltungs-Marktforschung und immer weniger ernste Marktforschung betrieben. Weiter sagt er: „Wer lieber mit Meinungen statt Fakten argumentiert, sucht Bestätigung da, wo es einfacher, billiger, schneller möglich ist. Oft wird dabei Quantität mit Qualität verwechselt.“

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