Respondi & OECD

Warum Politik in Krisenzeiten immer auch ein Risiko ist

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© Pexels: Javon Swaby
Welche sozialen und wirtschaftlichen Risiken beschäftigen die Menschen seit Beginn der Pandemie weltweit? Eine Untersuchung von respondi im Auftrag der OECD hat in 25 Ländern die Sorgen der Menschen untersucht. Thema war unter anderem die Politik: Wie gehen Regierungen mit den Risiken um?

Die Wirtschaft hat verloren

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie reichen weit: Mehr als ein Drittel aller Befragten gab an, dass durch Corona mindestens eine Person in ihrem Haushalt negative Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit hatte – sei es durch Arbeitsplatzverlust, Entlassung, Kurzarbeit, Reduzierung der Arbeitszeit und oder Lohnkürzung. In Mexiko und Chile lagen die Zahlen am höchsten: Hier gaben mehr als 60 Prozent der Befragten an, dass jemand im eigenen Haushalt betroffen sei. Am besten kommen in der Befragung die nordeuropäischen Länder weg: Dänemark, Belgien und Holland bilden mit weniger als 30 Prozent das Schlusslicht bei der Zahl der Betroffenen. Besonders Jugendliche und Eltern mit Kindern im Haushalt waren den Befragungen zufolge in allen Ländern stark betroffen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsen stieg 2020 stark an: Dem Bericht zufolge von durchschnittlich rund 14 auf mehr als 18 Prozent.

Gravierende Einschnitte

Wenn jemand seinen Arbeitsplatz verliert, zieht das weitere Probleme mit sich: Fast 70 Prozent der Personen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, hatten daraufhin Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu bezahlen. Und rund 80 Prozent von ihnen sorgen sich um das allgemeine finanzielle, soziale und wirtschaftliche Wohlergehen ihres Haushalts in den nächsten ein bis zwei Jahren. Verglichen mit den Vorjahren machte sich 2020 ein großer Anteil der Befragten Sorgen um den Zugang zu qualitativ hochwertiger Langzeitpflege für sich oder andere Familienmitglieder.

Den Einsatz erhöhen

Zwar wächst die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie, gleichzeitig nehmen die Sorgen um Gesundheit und finanzielle Sicherheit unter den Befragten zu. Am meisten besorgt sind die Befragten aus Griechenland, am wenigsten, die aus Dänemark. Obwohl die Regierungen viel in Sozialprogramme investiert haben, wünschen sich die meisten Befragten aus allen Ländern noch mehr öffentliche Unterstützung, um die Krise zu bewältigen. Besonders in Chile, Mexiko und Portugal ist der Wunsch nach mehr Unterstützung groß – hier wünschen sich das rund 90 Prozent der Befragten. Im Gegenzug sind insgesamt rund 70 Prozent aller Teilnehmer den Befragungen zufolge bereit, mehr Steuern zu zahlen – für bessere Gesundheitssysteme und Langzeitpflegeprogramme sowie zur Stärkung der Renten.

Über die Studie
Im September und Oktober 2020 hat respondi im Auftrag der OECD für die Studie „Risks that Matter“ 25.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren zu ihren Sorgen und zu ihrer Zufriedenhit mit der Politik befragt.
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