Repräsentativität

Reaktionen auf Entscheidung des Presserats

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Der Presserat sieht keinen Verstoß der Focus-Online-Redaktion gegen die Sorgfaltspflicht bei der Verwendung der Civey-Umfrage-Ergebnisse. Der ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e. V. und forsa hadern mit dieser Entscheidung.

Insbesondere die Begründung, dass, da bisher weder Wettbewerbsklagen noch Maßnahmen der Selbstkontrolle der Markt-und Sozialforschung vorlägen, auch nicht an der Aussagekraft der Ergebnisse gezweifelt werden müsse, hinterlässt Fragezeichen.



Der ADM betont deshalb auch in seiner Pressemitteilung, dass es in Zeiten von Fake News und alternativen Fakten wichtiger denn je sei, alle Standards der Markt- und Sozialforschung sowie der Medien aufrecht zu erhalten und zu leben. Hierzu gehöre aus Sicht des ADM auch die gründliche Recherche von Umfragequellen.
„Von der Bevölkerung wird Medienkompetenz erwartet, dann ist es auch legitim von den Medien zu verlangen, Leserinnen und Leser korrekt zu informieren.“
ADM-Geschäftsführerin Bettina Klumpe
Forsa – das Institut hatte neben der Forschungsgruppe Wahlen und infas die Beschwerde beim Presserat eingereicht – sieht nun die gesamte Branche in der Pflicht, sich selbstkritisch zu hinterfragen, ob sie nicht viel zu lange zugeschaut hat, statt gegen diejenigen vorzugehen, die ohne wissenschaftliches Ethos dem Ansehen der empirischen Sozialforschung schaden.

In einer Pressemitteilung kündigt forsa weiter an: „Die Institute werden daher nun die Dinge forcieren, die der Presserat in seiner Stellungnahme anmahnt: Eine Klärung innerhalb der Branche und nötigenfalls auch vor ordentlichen Gerichten. Es ist und bleibt die gemeinsame Überzeugung, dass die von Civey durchgeführten Umfragen nicht geeignet sind, repräsentative Ergebnisse zu erzeugen.“


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