Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung

Anzahl der Beschwerden ist angestiegen

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Der von den Branchenverbänden ADM, ASI, BVM und DGOF gemeinsam getragenen Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung musste sich im Jahr 2018 mit elf eingereichten Beschwerden auseinandersetzen, das waren drei mehr als im Vorjahr.


Die beim Rat der Marktforschung im Jahr 2017 angezeigten Fälle betrafen fünf sehr heterogene Themenkomplexe: Drei Beschwerden wurden von Teilnehmern an Online-Panels eingereicht. Hierbei ging es zweimal um die Kündigung eines Teilnehmerkontos durch das Institut, einmal um eine fehlende Auszahlung eines Incentives. Zwei Beschwerden gingen wegen telefonischer Umfragen ein. Einmal wurde trotz der Aufnahme eines Teilnehmers in einer Sperrdatei angerufen, ein anderes Mal das Interview vom Institut abgebrochen.





Auch die Qualität der Forschung war Thema von Beschwerden. Eine Beschwerde richtete sich gegen die Art der Fragestellung, die als suggestiv empfunden wurde. Eine weitere bezog sich auf eine nicht sachgerechte Interpretation von Umfrageergebnissen und ein anderer Beschwerdeführer sah eine Reichweitenstudie methodisch falsch angelegt. Die beiden übrigen Beschwerden betrafen unzulässige Verknüpfung von Marketing/Werbung und Marktforschung.

Ein Fall betrifft gefälschte Interviews und ist gemäß der Beschwerdeordnung bis zum Abschluss eines gerichtlichen Ermittlungsverfahrens ausgesetzt.

Es wurde keine Rüge ausgesprochen. Ein Verfahren führte zu einem nicht veröffentlichten Hinweis. Eine Beschwerde wurde wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen, fünf weitere wegen der Geringfügigkeit der Verstöße eingestellt.

Der Vorsitzende des Rates, Raimund Wildner, kommentiert: „Wir haben zwar mehr Fälle als im Vorjahr und auch mehr als im langjährigen Durchschnitt. Es gibt aber Hinweise, dass vor allem die schweren Beanstandungen noch zu oft unter der Hand geklärt werden.“ Dies sei bedauerlich, weil dadurch die Selbstkontrolle der Branche eingeschränkt werde, so Wildner.

 Raimund Wildner
Raimund Wildner


Im vergangenen Jahr hat der Rat die Beschwerdemöglichkeiten erweitert. Während sich bislang nur Befragte, Konkurrenten, Auftraggeber, bestimmte Verbände oder Behörden beschweren konnten, so wird diese Möglichkeit jetzt auch sonst unmittelbar Betroffenen, etwa Interviewern, die zum Betrug angehalten werden, eingeräumt. Geplant ist außerdem die Einrichtung einer sogenannten Ombudsstelle, der künftig die Beschwerdeführung vereinfachen soll. „Ziel ist, dass der Rat die erste Anlaufstelle bei Beschwerden über die Markt- und Sozialforschung in Deutschland wird“, begründet Wildner diese Maßnahmen.

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