Quartalszahlen von Ipsos, Nielsen, WPP/Kantar

Wenig Grund zur Euphorie

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Die großen Marktforschungsunternehmen, die noch ihre Geschäftszahlen veröffentlichen, müssen im Quartal alle über Umsatzrückgänge berichten. Die Herausforderungen sind dennoch unterschiedlich.

Ipsos konnte weder in dem dritten Quartal noch in den aufaddierten neun Monaten bis Ende September seinen Umsatz steigern. Der Rückgang lag bei 1,4 Prozent bzw. bei 4,3 Prozent. Das kumulierte organische Wachstum betrug ein Prozent und lag damit leicht unter den Erwartungen, heißt es aus Paris. Allerdings hatte Ipsos in den vergangenen drei Monaten „temporäre Ablenkungen“ zu verkraften, wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt.

Ipsos Quartalszahlen
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Ipsos Quartalszahlen
Neben dem Kauf der GfK-Aktivitäten – 1.000 Personen wurden übernommen und ein Geschäft von rund 300 Millionen Euro Umsatz –, hatte Ipsos gerade das Projekt „Total Understanding“, eine Umstrukturierung gestartet. Zudem sei das Vergleichsquartal 3/2017 sehr gut gewesen, man habe damals „das höchste flächenbereinigte Wachstum“ erzielt. Wie das Unternehmen diese Umwälzungen stemmen will, wird CEO Didier Truchot am 7. November den Investoren und der Presse in Paris erklären.


Auch Nielsen hat im dritten Quartal einen Umsatzrückgang vermeldet, und zwar um 2,5 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar (USD) gemeldet. Insgesamt sank der Reingewinn der Gruppe um 34,2 Prozent auf 96 Millionen USD, verglichen mit 146 Mio. USD im dritten Quartal 2017.

Vor allem im Buy Segment fiel der Umsatz, was laut Nielsen auf den anhaltenden Druck in der schnelllebigen Konsumgüterindustrie in den USA zurückzuführen ist. Im Bereich Media Research, dem Segment Watch, stieg der Umsatz im dritten Quartal jedoch um 0,8 Prozent auf 845 Millionen USD. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose für Ergebnis, Umsatz und bereinigtes EBITDA für das Gesamtjahr 2018. Der neue Chief Financial Officer Dave Anderson kommentierte die Zahlen: „Das Führungsteam konzentriert sich weiterhin auf die Umsetzung wichtiger Wachstumsinitiativen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.“


Auch der Medien- und Werbekonzern WPP hat seine Quartalszahlen veröffentlicht. Der Umsatz schrumpft um 1,5 Prozent auf 3,1 Milliarden britische Pfund (GBP). Der neue CEO Mark Read kündigt zudem den geplanten Verkauf der Marktforschungs-Einheit Kantar an. Die Umsätze dieser DIM-Sparte sanken um 4,9 Prozent auf 640 Millionen GBP. Dazu gehören Unternehmen wie Kantar TNS, Kantar Millward Brown, Lightspeed und andere. Analysten schätzen den Wert der Sparte auf drei bis vier Milliarden GBP.

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