planung&analyse Insights 21

Im Osten geht die Sonne auf

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Dirk Ziems (links) und Rochus Winkler, concept m research + consulting
© Thomas Fedra
Dirk Ziems (links) und Rochus Winkler, concept m research + consulting
In zwei Sessions zu Asien werden die dortigen Konsumierenden unter die Lupe genommen. Im Vortrag von eye square geht es um die Mediennutzung, bei concept m steht die Gen Z in China im Mittelpunkt.

 Wie unterschiedet sich die Mediennutzung in Asien – insbesondere Südkorea - , Europa und den USA? Und was sagt uns das über die interkulturelle Produkt- und Mediennutzung im Allgemeinen? Carina de López ist Leiterin der User Experience Unit bei eye square und seit 2012 Partnerin des Unternehmens. Die Diplom-Soziologin ist Expertin für interkulturelle User-Experience-Forschung. Ihr Vortrag heißt: It’s all about culture.

In den eye square Untersuchungen zeigte sich, dass asiatische Märkte voller Innovators und Early Adopters sind und das tägliche Leben viel stärker digitalisiert ist. Koreaner streben etwa nach Stimulation, Innovation und Status, wenn es um die Bedürfnisse an mobile Geräte geht, während sich die Deutschen hier eher sicher fühlen wollen. Außerdem: Die Menschen in Südkorea sind schneller – im Zurechtfinden mit dem Smartphone, im Verarbeiten von reizüberfluteten Innenstädten, im Umgang mit neuen Spielen. Gerade im Gaming-Bereich zeigt sich die unterschiedliche Wahrnehmungskultur. Für Europäer sind die komplexen Interfaces schwer erfassbar, das Spielprinzip schwer erkennbar.

planung&analyse Insights 21: Jetzt oder nie


Auch das Institut concept m aus Berlin/Köln hat das Thema Asien im Blick, genauer gesagt China. Seit 2015 hat das Unternehmen ein eigenes Office, nicht etwa in irgendeinem abgelegenen Gewerbegebiet, sondern in einer Einkaufsstrasse in Shanghai. Dirk Ziems und Rochus Winkler, beide Managing Partner von concept m research + consulting, haben sich die Gen Z angeschaut: Wie fühlt sie sich, wie konsumiert sie und welchen Einfluss kann das auf die Markenartikler aus Europa haben?

Grundsätzlich erlebt China aktuell eine Renaissance der eigenen Werte, der westliche Glanz ist dahin, muss Winkler feststellen. Westmarken erfahren eine Desillusionierung, während China-Marken gestärkt sind. Die jungen Menschen der Gen Z kommunizieren und agieren. Sie sind selbstbewusst und konsumerfahren, aber von traditionellen Werten geprägt. Ziems rät Westmarken, die kulturelle Identität der Chinesen zu respektieren und ein tieferes Verständnis für das chinesische Leben zu gewinnen, denn der westliche Lebensstil ist nicht mehr erstrebenswert.

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