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Telekommunikation im Aufschwung

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Von Rezession keine Spur: Der deutsche Digitalverband Bitkom prognostiziert der IT- und Telekommunikationsbranche für das Jahr 2019 steigende Umsätze. Das sollte allerdings kein Grund für die Telekommunikation sein, sich mit Investitionen zurück zu halten.

Grundlage der Studie sind Daten des European Information Technology Observatory (EITO), ein Projekt der Bitkom Research und den Marktforschungsinstituten IDC und GfK. Bitkom wertete Marktdaten und Konjunkturumfragen aus und prognostiziert für das Jahr 2019 einen Anstieg der Branchenumsätze um 2,0 Prozent auf 170,3 Milliarden Euro. Damit darf die Einschätzung zu Jahresbeginn nach oben korrigiert werden – ursprünglich ging man von einem Umsatz von 168,5 Milliarden Euro aus.



Nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der Beschäftigen in der IT- und Telekommunikationsbranche soll laut Bitkom bis Ende des Jahres steigen, und zwar um respektive 2,5 Prozentpunkte und 42.000 Jobs. Das geht aus dem Bitkom-ifo-Digitalindex hervor, der auf der monatlichen ifo Konjunkturumfrage basiert und aus dem geometrischen Mittel der Werte für die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen gebildet wird. Dieser blieb im Juli 2019 im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert bei 24,2 Punkten (-0,1). Die Datensätze umfassen Hersteller von IT und Kommunikationstechnik, Unterhaltungselektronik, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, Telekommunikationsdiensten sowie der Groß- und Einzelhandel mit ITK.
Die Geschäftslage im IT- und Telekommunikationsbereich ist gut, die Erwartungen könnten jedoch höher sein.
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Die Geschäftslage im IT- und Telekommunikationsbereich ist gut, die Erwartungen könnten jedoch höher sein.

Was bedeutet das für die Telekommunikation?

Obwohl im Bereich Informationstechnik, dem größten Teilmarkt der Branche, die höchsten Umsätze generiert werden, muss sich die Telekommunikationsbranche nicht dahiner verstecken. Bitkom prognostiziert für 2019 eine Steigerung um 1,8 Prozent auf 68,2 Milliarden Euro. Sowohl die Umsätze mit Endgeräten wie Smartphones als auch Investitionen in die Infrastruktur sollen ansteigen. Erstere sollen um 9,7 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro zulegen, letztere um 1,9 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Der Umsatz im Bereich Telekommunikationsdienste bleibt indes stabil. Vor allem im Sektor Telekommunikation sind Investitionen aktuell ein Muss, sagt Bitkom Präsident Achim Berg: Nachdem Netzbetreiber Milliardenbeträge in die 5G-Frequenz investiert haben, müssten sie sich nun dem Netzausbau widmen.

Die frohe Botschaft zur aktuell guten Stellung der Telekommunikation sollte allerdings keinen Anlass zum Ausruhen bieten, mahnt Berg: „Jetzt die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung zurückzustellen, wäre fatal. Jetzt muss es heißen: nicht reden, sondern machen. Und in aller Konsequenz und ohne Wenn und Aber digitalisieren.“
Nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der Beschäftigten in der IT- und Telekommunikationsbranche wächst.
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Nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der Beschäftigten in der IT- und Telekommunikationsbranche wächst.
Bitkom blickt indes optimistisch in die Zukunft der Branche. 2020 soll der IT- und Telekommunikationsmarkt weiter wachsen, auch wenn die Prognose nicht ganz so stark ausfällt wie 2019: Es wird eine Umsatzsteigerung von 1,6 Prozent auf 173,1 Milliarden Euro vorhergesagt. Damit sei der Sektor Stabilisator in einer ansonsten sehr bewegten Wirtschaft, so Berg. Deshalb lautet sein Appell: Die Digitalisierung muss von Politik und Wirtschaft weiter ausgebaut werden.


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