Nielsen-Studie

Wie verändert Corona das Einkaufsverhalten?

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Durch den aktuellen „Lockdown light“ steht auch der Handel wieder vor neuen Herausforderungen. Die aktuelle Auswertung des Nielsen Homescan Consumer Panels zeigt: Großeinkauf ist angesagt!
Nielsen teil das erste Pandemie-Halbjahr in fünf Phasen ein:
  • Phase 1 (KW1 bis KW8): Die Vor-Corona-Zeit
  • Phase 2 (KW9 bis KW10): Sprunghafter Anstieg der Zahlen
  • Phase 3 (KW11 bis KW12): die Hamsterphase
  • Phase 4 (KW13 bis KW18): Lockdown
  • Phase 5 (KW19 bis KW26): Neue Normalität
Vergleicht man die Phasen mit den Vorjahresdaten wird klar: Für Fast Moving Consumer Goods, also Konsumgüter des täglichen Bedarfs, wird während der Pandmie deutlich mehr Geld ausgegeben als im Vorjahr.
Über die Studie
Das Nielsen Homescan Consumer Panel besteht aus 20.000 deutschen Haushalten, die alle Einkäufe ihres Haushaltes scannen. Durch die Scandaten können Hersteller und Händler viele wichtige Entscheidungen über die Produkte in ihrem Sortiment treffen.
Die Einkaufsgewohnheiten der Konsumenten haben sich durch die Pandemie stark gewandelt. One-Stop-Shopping gewinnt an Beliebheit: Kunden versuchen also viele kleine durch einen großen Einkauf zu ersetzen. Zudem werden Einkäufe vermehrt unter der Woche statt am Wochenende durchgeführt. 41 Prozent der Befragten geben an, dort einzukaufen, wo möglichst wenig Menschen sind. 56 Prozent haben seit der Pandemie weniger Spaß am Einkaufen. Zudem hat sich seit dem ersten Lockdown im März die Häufigkeit der Einkäufe stark reduziert.


Das Marktforschungsunternehmen unterscheidet insgesamt acht verschiedene Einkaufsanlässe:
  • Big Trolley: Großer Familieneinkauf
  • Top Up Bulk: Wöchentlicher Einkauf (haltbare Lebensmittel)
  • Top Up Chilled: Wöchentlicher Einkauf (frische, gekühlte Lebensmittel)
  • Quick Meals & Snacks: Feierabendeinkauf
  • Destination Fresh: Frische Produkte wie Obst, Gemüse, Fleisch
  • Destination Specific Category: Spezielle Produkte wie Tierfutter, Getränke
  • Destination Bread: Backwaren
  • Destination Drug: Drogerie
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Der klare Gewinner der Pandemie: Der Großeinkauf. Deutlich mehr Konsumenten machen Großeinkäufe als noch vor Corona. Bei den Händlern können sich vor allem kleine Verbrauchermärkte und Supermärkte steigern.

Die Drogeriemärkte hingegen leiden stark unter der Krise. Nach den Hamstereinkäufen im März dieses Jahres hat die „Destination Drug“ deutlich an Umsatz verloren. Der Grund: Der Fokus der Konsumenten wandelt sich von Körperpflege zu Haushaltspflege. Kosmetik wird längst nicht mehr so genutzt wie noch vor Corona. Der Bedarfsrückgang ist durch das Beschränken von Kontakten sowie das Arbeiten von Zuhause zu erklären. Haushalts- und Drogerieprodukte werden zudem aktuell oft beim Großeinkauf mitgenommen, um nicht noch ein zusätzliches Geschäft betreten zu müssen.
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