Neupositionierung

GfK Verein sucht neuen Namen

GfK Tagung in Nürnberg
© Fotos: Kurt Fuchs, Erlangen
GfK Tagung in Nürnberg
Der GfK Verein präsentierte auf seiner diesjährigen Tagung in der Nürnberger Messe wieder ein umfangreiches inhaltliches Programm. Für Gesprächsstoff sorgten aber vor allem die Beschlüsse der Mitgliederversammlung.

Es begann mit einer Verzögerung. Die Mitgliederversammlung des GfK Vereins war nicht - wie geplant - um 11 Uhr abgeschlossen. Für die anderen Gäste der Tagung startete dennoch das Programm. Referenten aus Marktforschung und Marketing gaben einen Ausblick auf aktuelle Trends der Märkte für Fast-Moving-Consumer-Goods und Unterhaltungselektronik.



Es ging um die ethische Sicht des digital durchleuchteten Menschen, es ging um Trading up bei FMCG, um Fernsehkonsum und Elektromobilität. Alles spannende Themen. Doch die Neugierigen unter den Besuchern wollten wissen, was war bei der Mitgliederversammlung los? Normalerweise sind solche Vereinssitzungen ja eher langweilig.

Die Mittagspause brachte Aufklärung. Rund 60 der 560 Vereinsmitglieder waren schließlich anwesend. Auf der Tagesordnung stand eine geplante Umbenennung. Aus der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung e. V. - so der offizielle Name - sollte das Institut für Konsum-, Markt- und Absatzforschung werden. Dieser Punkt der Satzungsänderung wurde in der Mitgliederversammlung jedoch mehrheitlich abgelehnt.

Der Verein emanzipiert sich

Anlass für dieses Ansinnen war der Plan, das Wort GfK aus dem Vereinsnamen zu streichen. Warum? Zum einen, weil es ständig zu Verwechslungen zwischen dem Wirtschaftsunternehmen GfK SE und dem GfK Verein als Non-Profit Organisation kommt. Das findet keine der beiden Organisationen hilfreich. Im Ausland verstehe außerdem niemand das Wort „Verein“, Institut sei viel besser ins Englische zu übersetzen, war eine weitere Begründung für die Mitglieder.

Der GfK Verein will sich künftig als eigenständiges, internationales und interdisziplinäres Forschungsinstitut positionieren und internationale Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Startups aufbauen. Der designierte Geschäftsführer des GfK Vereins, Andreas Neus, schreibt im neuen Geschäftsbericht, dass die Forschung offener und interdisziplinärer werden solle. Der GfK Verein will also seine Forschungsarbeit künftig nicht mehr so stark an den Nürnberger Nachbarn orientieren. Bislang hatte der GfK Verein neue Methoden und Anwendungen erforscht, die gerne von der GfK SE genutzt wurden.

Der neue Präsident des GfK Vereins, Manfred Scheske
© Fotos: Kurt Fuchs, Erlangen
Der neue Präsident des GfK Vereins, Manfred Scheske

Unabhängig von der Mitgliederversammlung wurde beim Networken während der Tagung bekannt, dass der Verein der GfK SE die Nutzungsrechte des Logos übertragen habe. Durch die gemeinsame Entstehungsgeschichte - erst 1984 wurde die GfK GmbH gegründet und die kommerzielle Forschung dorthin übertragen - fehlte eine klare Regelung. Jetzt, so war zu hören, hat der Verein die Nutzungsrechte an die GfK SE für einen Betrag von 10 Millionen Euro abgetreten.

All dies hat während der Tagung jedoch keine Rolle gespielt. Es ging viel mehr um Elektromobilität, um Wachstum bei FMCG und die Fernsehnutzung. Schade. Zumindest die personellen Wechsel - neuer Präsident und neuer Vizepräsident - hätten die Gäste interessiert. So wurden die rund 200 Besucher - viele davon langjährige Besucher der Tagung - unversehens von einem neuen Präsidenten begrüßt.

Ein öffentlicher Dank an den langjährigen vormaligen Präsidenten, Prof. Weiler, und an den ebenfalls langjährigen Geschäftsführer Raimund Wildner, hat ebenfalls keinen Platz gefunden. Wildner hört am 1. Oktober altersbedingt in dieser Funktion als Geschäftsführer des Vereins auf. Er bleibt jedoch Vizepräsident und ebenfalls Vorstand des Rates der Marktforschung. „Ich bleibe der Branche noch erhalten“, sagte er gegenüber planung&analyse.

Das Thema mit dem neuen Namen des GfK Vereins ist aber noch nicht vom Tisch - da müssen die Gremien wohl noch einmal tagen.


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