Neue Vorsitzende beim VMÖ in Österreich

Ein moderner Verband ist Dienstleister für die Mitglieder

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Alice Flamant
© VMÖ
Alice Flamant
Nach mehr als sechs Jahren hat Robert Sobotka von Telemark Marketing den Vorsitz im österreichischen Verband der Marktforscher vmö abgegeben. Seine Nachfolgerin ist Alice Flamant, betriebliche Marktforscherin bei Magenta Telekom. Im Gespräch mit planung&analyse beschreiben beide ihre Vorstellungen von Verbandsarbeit.



Frau Flamant, Sie haben Ende vergangenen Jahres den Vorsitz beim VMÖ, dem österreichischen Verband der Marktforscher, übernommen. Ihr Vorgänger, Robert Sobotka, war sehr rege und hat viel bewegt. Was haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen? Welche Akzente wollen Sie setzen? Was werden Ihre Schwerpunkte sein? 
Alice Flamant: Gemeinsam mit meinen VMÖ-Vorstandskollegen haben wir unsere Strategie für die Weiterentwicklung des Verbandes ausgearbeitet. Wichtige Säulen sind dabei die praxisnahe Aus- und Weiterbildung, die Inspiration zu neuen Themen und auch der Ausbau unseres starken Netzwerkes. Wir wollen den Horizont erweitern und dementsprechend setzen wir auch unsere Schwerpunkte und binden neue Zielgruppen in den VMÖ ein.

Sie sind betriebliche Forscherin. Wollen Sie den Verband für diese Zielgruppe attraktiver machen. Wie wollen Sie da vorgehen? Flamant: Als Betriebsmarktforscherin habe ich natürlich auch Interesse, diese Gruppe durch den VMÖ anzusprechen und zu vertreten. Wir, der VMÖ, verstehen uns als die Plattform für all jene, die sich mit demoskopischen Daten befassen. Das spiegelt sich auch in der Konstellation unseres Vorstand-Teams wider – mit Vertretern aus unterschiedlichen Marktforschungs-Bereichen. Wir vereinen die Auftrags-, Instituts-, Berater- und Forschungs-Seite. Und genau das ist auch unsere Stärke.


Herr Sobotka, Sie haben über sechs Jahre den Vorsitz des Verbandes innegehabt und einiges vorangebracht. Welche Meilensteine waren aus Ihrer Sicht von besonderer Bedeutung? Robert Sobotka: Wir haben in den letzten sechs  Jahren fast 100 Veranstaltungen - Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge, Feste - für unsere Mitglieder organisiert. Jede Einzelne davon war interessant, informativ und erfolgreich. Natürlich fand ich persönlich das eine oder andere Event spannender. Aber das liegt im Auge des Betrachters. Ich möchte keine Veranstaltung besonders hervorheben. Aber wenn es etwas gibt, auf das ich in meiner Amtsperiode besonders stolz bin, so ist es die VMÖ-Akademie. Es ist damit gelungen, eine Grundausbildung für österreichische Markt- und Meinungsforscher zu etablieren. Und dafür bleibe ich dem VMÖ auch erhalten: Ich werde weiterhin die Funktion des Lehrgangsleiter der VMÖ-Akademie wahrnehmen und darauf achten, dass unsere Branche qualifizierten Nachwuchs hat.
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Anders als in Deutschland gibt es in Österreich nur einen Verband für Arbeitgeber und für Forscher in Unternehmen und Institute, für Onliner und für Studios. Wie viele Mitglieder haben Sie und wie schaffen Sie es, allen Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden Sobotka: Das ist nicht ganz richtig. Wir haben in Österreich seit sieben Jahren auch eine Arbeitsgemeinschaft der Institute, den VdMI. Alle Mitgliedsinstitute des VdMI sind natürlich auch Mitglieder des VMÖ, sodass keine Verbandskonkurrenz entstehen kann. Der VdMI fokussiert sich auf die relevanten Themen der Marktforschungsinstitute wie etwa Sozialversicherungsrechtsfragen oder derzeit E-Privacy. Ich selbst bin auch seit Jahren in diesem Gremium aktiv.

Flamant: Zu den Mitgliedern des VMÖ zählen im Wesentlichen alle Vertreter namhafter Institute, sowie ein Großteil der österreichischen Betriebsmarktforscher. Wir sind stolz, 300 Mitglieder von unserer Leistung als Berufs- und Interessensvertretung zu überzeugen. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Themen und Fachvorträge dementsprechend unserer Zielgruppe nach ausrichten, und sowohl relevante Themen für Institute als auch für Betriebsmarktforscher aufgreifen. #
Robert Sobotka und Alice Flamant
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Robert Sobotka und Alice Flamant
Die Kollegen aus der Schweiz haben ihren Verband kürzlich in Swiss Data Insights Association umbenannt und das Wort Marktforschung kommt so gut wie nicht mehr vor. Halten Sie eine solche Verschiebung des Schwerpunktes ebenfalls für bedenkenswert? Flamant: Ein Rebranding des VMÖ ist nicht geplant. Aber die Entwicklung der Schweizer Kollegen zeigt, in welche Richtung wir uns bewegen. Auch wir als VMÖ haben das erkannt und dementsprechend unser Angebot an Themen und Fachvorträgen erweitert, um aktuell und vor allem relevant zu bleiben. Letztendlich beschäftigen wir uns auch nicht mehr ausschließlich mit erhobenen Daten, sondern ergänzen unser Wissen mit vielen weiteren Datenquellen und Messpunkten. Das Berufsbild des Marktforschers hat sich in den letzten Jahren dadurch auch verändert.

Sobotka: Ein moderner Verband sieht sich als Dienstleister für seine Mitglieder. Er soll dafür offen für neue Zielgruppen und aktuelle Themen sein. Neue Entwicklungen müssen frühzeitig erkannt werden, um auf die Trends zu reagieren. Wie der Verband sich benennt, spielt meiner Ansicht nach eine untergeordnete Rolle.

Wir danken für das Gespräch
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