Neue Struktur und Halbjahresergebnis

Ipsos sucht „Total Understanding“

Didier Truchot, Ipsos CEO
Didier Truchot, Ipsos CEO
Ipsos veröffentlicht Halbjahreszahlen, analysiert den Markt und gibt eine neue Struktur für sein Unternehmen bekannt. Mit dem Projekt „Total Understanding“ will der Konzern näher an seine Kunden heran rücken und gibt den Ländern mehr Verantwortung.

Im ersten Halbjahr lag beim französischen Marktforscher Ipsos der Umsatz bei 786 Millionen Euro, das waren 5,7 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Der operative Gewinn sank um 10 Prozent auf 45,6 Millionen Euro. Das organische Wachstum habe hingegen mit 1,5 Prozent im Plus gelegen, heißt es in einer Mitteilung. Währungseffekte hätten sich negativ ausgewirkt.



Dabei lag das Umsatzplus für die Region Asia-Pacific bei 5 Prozent, bei Europa, Middle East und Afrika immerhin bei 1,5 Prozent und die Region war Americas stagnierend. Betrachtet man die Sparten liegt Opinion & Social Research mit plus 5 Prozent vorne. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 soll das organische Wachstum des Unternehmens zwischen 2 und 3 Prozent liegen, so die Prognose. Auch das Betriebsergebnis von Ipsos soll leicht steigen.

Neue Wettbewerber ausgemacht


In einem ausführlichen Statement analysiert Ipsos den „komplexen Markt“, in dem sich das Unternehmen etwas besser entwickelt habe als die direkten Wettbewerber. Man sehe aber eine veränderte Wettbewerbssituation mit neuen Playern: Vor allem kleinere Firmen, die von erfahrenen Fachleuten geleitet werden, könnten zwar nur mit einer begrenzten Anzahl an Kunden, aber mit diesen sehr eng und persönlich zusammenarbeiten. Diese lokalen und regionalen Unternehmen würden von relativ niedrigen Kosten und Preisen profitieren.

Als zweiten neuen Wettbewerber macht Ipsos strategische Beratungsunternehmen aus, diese werden „häufiger als bisher zu spezifischen Fragestellungen herangezogen, die einst Forschungsunternehmen wie Ipsos vorbehalten waren“, schreibt das Management. Als Schwäche dieser Berater analysiert Ipsos die hohe Preispositionierung und die „mangelnde Kenntnis der Methoden und Techniken, die zum Aufbau und zur Analyse von Datenbeständen und -strömen verwendet werden“.

Hinzu kommen die bekannten Plattformen, die Automatisierung von Arbeitsprozessen ermöglichen und schnelle Ergebnisse liefern. Des Weiteren beschreibt Ipsos in diesem Ausblick den schon in früheren Statements beobachteten Shift der Etats. Während sich die FMCG-Industrie mit Ausgaben für Marktforschung zurückhalte, würden die Branchen Pharmazie, Automobilhersteller sowie die Finanzbranche verstärkt nach tiefen Einblicken in die Beweggründe ihrer Kunden suchen.

Neue Struktur des Unternehmens

Aus dieser Analyse zieht Ipsos den Schluss für die Umsetzung einer neuen Organisationsstruktur. Das Projekt "Total Understanding" sei am 1. Juli in Kraft getreten mit weltweit mehreren hundert Führungskräften ausgestattet, die eine neue Kundenorganisation auf lokalen Märkten bilden soll. „Diese Teams sind die Stimme des Kunden bei Ipsos und die Stimme von Ipsos bei unseren Kunden“, heißt es in dem Statement. Die Länder, in denen Ipsos tätig ist, sollen mehr Autonomie bekommen und müssen mehr Verantwortung übernehmen. Konkret heißt das, dass die Gewinn und Verlust-Rechnung künftig für jedes Land separat und nicht mehr zentral ausgeführt werden solle.

Aus ehemals fünf Business-Lines, die seit 2005 bestehen, sollen künftig 17 „Service Lines“ gebildet werden. Darüber hinaus zeigt sich Ipsos entschlossen, Best-in-Class-Fähigkeiten für neue  Technologie aufzubauen. Ziel sei es, die operative Leistung zu verbessern und gleichzeitig Innovation zu beschleunigen.

Themenseiten zu diesem Artikel:
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats