Nachrichtenkonsum heute

Warum manche Kommunikationsexperten ihrer Zeit zu weit voraus sind

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Die Welt dreht sich nicht ganz so schnell, wie so mancher Experte glaubt. Eine Studie von Kantar kommt zu dem Schluss, dass Experten das Verbraucherverhalten von Konsumenten nicht ganz richtig einschätzen – sie überschätzen aktuelle Veränderungen. Dadurch sind ihre Annahmen zum Kommunikationsverhalten eher für die Generation Z zutreffend als für die breite Masse.

Wer konsumiert hier was?

Wo beziehen Konsumenten ihre Informationen her? In einer Studie von Kantar Media wurde diese Frage zum einen an Kommunikaionsexperten gestellt, aber auch durch eine Verbaucherbefragung abgesichert. Geht es nach den Kommunikationsfachleuten, die hier befragt wurden, sind soziale Netzwerke und Social Media Influencer die Haupt-Nachrichtenquellen der Bevölkerung. Die Verbraucher-Umfrage sagt jedoch etwas anderes: Demnach sind große Nachrichtenmarken und Rundfunkanbieter weiterhin die führenden Informationsquellen.

Auch bei der Frage, welche Nachrichtenquellen an Bedeutung verlieren, driften die Meinungen der Verbraucher und Fachleute auseinander: Während die Verbraucher Social Influencer und soziale Medien auf die vordersten Plätze wählen, denken die Experten, dass Zeitungen und Zeitschriften an Bedeutung verlieren - die Bedeutung von Print wird von ihnen unterschätzt. Dabei liegen Zeitungen und ihre Webseiten bei den Verbrauchern sogar auf Platz zwei der Nachrichtenquellen, die immer wichtiger werden.

Die Generation Z

Mit ihren Annahmen liegen die Experten für Kommunikation der Studie zufolge näher an der Realität einer speziellen Altersgruppe: Die Generation Z bevorzugt in dieser Untersuchung tatsächlich soziale Netzwerke als Nachrichtenquelle. Dabei fällt die Medienkompetenz der Befragten nicht gut aus: Nur ein Drittel der jungen Leute ist sich sicher, die Quelle der Nachrichten in sozialen Netzwerken zu erkennen.

Zwischen beliebten und vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen der Generation Z können die Forscher keine Korrelation feststellen. Zwar nutzen 57 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe häufig soziale Netzwerke, um Nachrichten zu konsumieren – verglichen mit 36 Prozent in der Gesamtbevölkerung ist das viel. Gleichzeitig geben aber auch 57 Prozent der jungen Leute an, den sozialen Netzwerken zu misstrauen.

Kommunikation in der Zukunft

Fachleute bangen um die Zukunft von professioneller Kommunikation: Mehr als die Hälfte der befragten Experten zeigt sich besorgt über das insgesamt nachlassende Vertrauen in große Medienmarken. Die Rolle von KI und Algorithmen im Zuge der Nachrichtenverbreitung beunruhigt 36 Prozent von ihnen. Somit könnte die Kommunikationsarbeit abgewertet werden, fürchten die befragten Kommunikationsexperten.
Über die Studie
Kantar hat für den „Media Navigator 2021“ mehr als 700 Kommunikationsfachleute und mehr als 6.000 Verbraucher in sechs westeuropäischen Märkten befragt: Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Spanien und Großbritannien.
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