Nachhaltigkeitsstudie Food & Beverage

Wo regionale Hersteller große Marken übertrumpfen

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Verbraucher wollen heutzutage nicht immer nur die günstigsten Produkte kaufen, sondern legen häufig großen Wert auf Produktionsbedingungen, Inhaltsstoffe und Co. Eine Nachhaltigkeitsstudie des Marktforschungsinstituts Facit zeigt nun, dass dies auch im Bereich Food und Beverage der Fall ist: Hier sind vor allem saisonale und regionale Produkte statt großer Marken gefragt.
Die Nachhaltigkeits-Studie des Marktforschungsinstituts Facit wird seit 2011 regelmäßig durchgeführt. Dabei geht es um das Nachhaltigkeitsimage von Unternehmen und Branchen aus Sicht der Verbraucher. Seit 2019 liegt der Fokus der Studien verstärkt auf einzelnen Branchen: Nachdem im vergangenen Jahr die Süßwaren-, Fashion- und Kosmetikbranche auf ihre Nachhaltigkeit untersucht wurden, widmen sich die Forscher in der aktuellen Studie dem Bereich Lebensmittel und Getränke.
Methode
In der Studie wurden 2.500 Teilnehmer online befragt. Insgesamt bewerteten diese 38 verschiedene Marken aus der Lebensmittel- und Getränke-Branche.
In einer Online-Befragung sollten 2.500 Teilnehmer 38 verschiedene Marken aus der Lebensmittel- und Getränke-Branche zu ihrem Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit bewerten – und zwar unter Beachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Gesichtspunkte. Bei der Auswahl der Marken wurde darauf geachtet, dass diese eine hohe Markenbekanntheit und ein hohes Werbebudget aufweisen, um sicherzustellen, dass die Probanden die Marken auch kennen.

Regionalität und Verzicht auf schädliche Chemikalien

Als Gewinner im Food-Bereich geht Beyond Meat hervor, bekannt für seine veganen Fleischprodukte. Gefolgt wird die Marke vom bayrischen Unternehmen Andechser Natur und Bofrost. Laut der Facit-Studie legen die Verbraucher im Bereich Lebensmittel vor allem Wert auf eine Produktion ohne schädliche Chemikalien (62 Prozent) sowie eine regionale Produktion. So sagten 78 Prozent der Befragten, sie ziehen regionale Produkte denen großer Markenhersteller vor; 41 Prozent von ihnen ist es wichtig, dass Lebensmittel in Deutschland produziert werden. Auch Klimaschutz und Regionalentwicklung sind nicht zu unterschätzende Faktoren: 59 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihnen diese beim Lebensmittelkauf wichtig sind. 58 Prozent wollen im Hinblick darauf künftig nur noch saisonale Lebensmittel kaufen. Und um der Essensverschwendung entgegenzuwirken, beabsichtigen 65 Prozent, künftig streng nach Eigenbedarf einzukaufen und auch Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern in Betracht zu ziehen (61 Prozent).
Regionale und mittelständische Unternehmen dominieren die Top Ten der nachhaltigsten Marken im Bereich Food und Beverage.
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Regionale und mittelständische Unternehmen dominieren die Top Ten der nachhaltigsten Marken im Bereich Food und Beverage.
Bei den Getränken erreichen derweil der Heimat-Limonaden-Hersteller Frucade, Bad Brambacher und Bionade die beste Wertung. Wie im Food-Bereich übertrumpfen auch bei den Getränken regionale und mittelständische Unternehmen die großen Marken, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Bei den Getränken ist den Befragten der Gesundheitsfaktor am wichtigsten: 59 Prozent von ihnen achten beim Kauf auf einen niedrigen Zuckergehalt und jeder Zweite legt Wert auf den Verzicht von künstlichen Konservierungs- und Farbstoffen. Außerdem sagt auch hier über ein Drittel, dass es ihnen wichtig ist, dass Getränke in Deutschland produziert werden. Insgesamt sind 31 Prozent aller Befragten bereit, für nachhaltige Getränkealternativen etwas mehr zu bezahlen.

Nachhaltigkeit zählt nicht nur bei der Produktwahl

Doch nicht nur auf Inhaltsstoffe und eine nachhaltige Produktion kommt es den Verbrauchern an. So versucht über die Hälfte der Befragten beim Einkaufen Plastikmüll zu vermeiden, und zwar sowohl beim Lebensmittel- (56 Prozent) als auch beim Getränkekauf (52 Prozent). 80 Prozent beziehungsweise 77 Prozent haben vor, aus diesem Grund künftig Stoffbeutel mit in den Supermarkt zu nehmen; 64 Prozent sehen den Verzicht auf Strohhalme als wirkungsvollen Beitrag zur Müllvermeidung an. Die Vermeidung von Verpackungsmüll und schädlichen Chemikalien hat bei den Verbrauchern übrigens auch in den Bereichen Süßwaren, Fashion und Kosmetik Priorität, wie die Facit Nachhaltigkeitsstudien aus dem vergangenen Jahr beweisen.


Nachhaltigkeit sollte laut der diesjährigen Studienteilnehmer also nicht nur auf einzelne Bereiche beschränkt sein, sondern von einer Marke konsequent umgesetzt werden. So verlangen 33 Prozent, dass der komplette Produktionsprozess von Lebensmitteln und Getränken nachhaltig gestaltet wird. Die Marktforscher von Facit kommen schließlich zu dem Fazit: Im Food-Bereich ist eine leicht verständliche und glaubwürdige Kommunikation am wichtigsten, im Getränke-Bereich Transparenz und Glaubwürdigkeit, um Verbraucher von sich und der Nachhaltigkeit ihrer Marke zu überzeugen.

Lesen Sie auch das Firmenprofil von Facit im mafonavigator
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