Nachhaltigkeits-Barometer 2021

Stellen wirtschaftliche Probleme den Umweltschutz in den Schatten?

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© Pixabay: mario-k
Ein Lichtblick für den Umweltschutz: Corona hat viele Menschen dazu gebracht, nachhaltiger zu leben. Und die Zustimmung zu Umweltschutz-Maßnahmen steigt. Gleichzeitig ist der Blick in die Zukunft getrübt – denn was steht nach der Pandemie an erster Stelle? Die Umwelt eher nicht, fürchten viele der Befragten beim Nachhaltigkeits-Barometer 2021 von Truth, einem Tochterunternehmen von Instinctif Partners.

Das Problem an der Wurzel packen

Klimawandel ist ein dringendes Problem – darüber sind sich drei Viertel der Befragten einig. Das sind insgesamt fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Und die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits jetzt sichtbar, meint die Hälfte aller Befragten. Corona hat zwar dazu beigetragen, dass die Menschen etwas nachhaltiger leben und das befürworten auch zwei Drittel der Befragten. Doch was passiert, wenn die Pandemie vorüber ist? Die Hälfte der Befragten fürchtet, dass der Wirtschaft so viel Aufmerksamkeit zuteilwird, dass der Kampf gegen den Klimawandel in den Hintergrund rückt.

Der innere Kern

Wer spielt im Kampf gegen den Klimawandel die entscheidende Rolle? Vier Akteure bezeichnen die Befragten als nahezu gleich wichtig: Unternehmen, die Bevölkerung, Regierungen von anderen Ländern und die Bundesregierung. Dabei ist die Zuversicht gestiegen: Inzwischen vertrauen 37 Prozent der Befragten den klimapolitischen Maßnahmen der Bundesregierung – vergangenes Jahr waren das lediglich 25 Prozent der Befragten. Auch die Unternehmen konnten an Vertrauen dazugewinnen: Nur noch 38 Prozent der Befragten denken, dass Unternehmen nicht genug gegen den Klimawandel unternehmen – immerhin neun Prozent weniger als im Vorjahr. Zuversichtlich sind inzwischen schon 32 Prozent der Befragten, vergangenes Jahr waren das erst 24 Prozent.

Jenseits der Schattenseite der Pandemie

Die Pandemie hat zu Verhaltensänderungen in vielen Lebensbereichen beigetragen. In puncto Nachhaltigkeit haben die Teilnehmer laut eigenen Angaben einiges verändert: 32 Prozent der Befragten verringerten die Nutzung von Einwegartikeln aus Plastik. Rund 30 Prozent nutzten vermehrt wiederverwendbare Einkaufstaschen, ebenso viele verzichteten stärker auf tierische Lebensmittel. Ein Drittel der Befragten nutzte außerdem vermehrt das Fahrrad. Aber: Rund 60 Prozent der Befragten änderten ihr Verhalten gar nicht. Grundsätzlich wollen rund 60 Prozent aller Befragten mehr nachhaltige Entscheidungen treffen – sie wissen jedoch nicht wie. Die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass es generell schwierig sei, Entscheidungen für mehr Nachhaltigkeit zu treffen. Die größten Hemmnisse sind dabei mit 42 Prozent der Preis sowie eine mangelnde Übersicht – 30 Prozent der Befragten sehen die bereitgestellten Informationen als verwirrend an.

Investitionen in die Zukunft

Wie wirkt sich Nachhaltigkeit auf die Investmententscheidungen der Befragten aus? Praktisch gar nicht, sagen mehr als die Hälfte der Befragten. Nur 15 Prozent achten regelmäßig oder immer bei ihrer Geldanlage auf Nachhaltigkeit. Doch woran liegt das? Die Antwort ist einfach: Am Zugang zu Informationen. Dieser erschwert 26 Prozent der Teilnehmer nachhaltige Entscheidungen bei Finanzprodukten. Insgesamt erachten nur 28 Prozent der Befragten den Zugang zu Informationen als einfach.

Über die Studie
Truth, die Marktforschungstochter von Instinctif Partners, hat diese Umfrage das zweite Jahr in Folge durchgeführt. Im Januar und Februar 2021 hatte Truth 4.536 Menschen in Deutschland, Großbritannien und Irland befragt. In Deutschland lag die Teilnehmerzahl bei 2.021.
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