Nach der Gewinnwarnung

Investor drängt auf Nielsen-Verkauf

Unternehmen in Gefahr?
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Unternehmen in Gefahr?
Der Hedge-Fonds Elliott Management Corp. hat einen Anteil von 8,4 Prozent an der Nielsen Holding zu einem geschätzten Wert von 660 Mio. US-Dollar erworben und will laut Informationen des amerikanischen Wall Street Journal (WSJ) das Nielsen Board unter Druck setzen, zu verkaufen.

Seit Januar ist der Aktienkurs von Nielsen um 40 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick für 2018 gesenkt hatte und bekannt wurde, dass CEO Mitch Barns Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird, fielen an einem Tag die Aktien um 27 Prozent.



Während sich der Geschäftsbereichs „Watch“ mit den TV-Einschaltquoten auch im zweiten Quartal dieses Jahres positiv entwickelte, musste der Geschäftsbereichs „Buy“ Umsatzeinbußen verzeichnen und soll restrukturiert werden (planung&analyse berichtete).

Nach Ansicht von Insidern deutet dies auf einen eventuellen Verkauf der „Buy“-Division hin. Dies habe auch Nielsen selber nicht ausgeschlossen, heißt es und Quellen zufolge J.P. Morgan beauftragt, bei der strategischen Überprüfung und Bewertung von Übernahmeangeboten zu helfen.


Elliott glaube, laut WSJ, dass das „Buy“-Segment nicht mit Konkurrenten wie IRI mithalten könne, die in datenintensive Angebote investiert haben, während Nielsen weiterhin auf seine Mitarbeiter angewiesen sei, um den Kunden Analysen zu liefern. Der Hedge-Fonds will, dass Nielsen eine strategische Überprüfung des gesamten Geschäfts und nicht nur des „Buy“-Segments einleitet. Mehrere Private-Equity-Firmen haben bereits Interesse an Nielsen bekundet, berichten laut WSJ Leute, die mit der Sache vertraut sind.

Anlässlich dieser Nachricht hat der Online-Dienst mrweb.com die Historie von Nielsen noch einmal zusammengefasst: Nielsen, das 1923 von Arthur C. Nielsen gegründet wurde, wurde 1984 von Dun & Bradstreet übernommen und anschließend in zwei separate Unternehmen aufgeteilt: Nielsen Media Research war zuständig für die Einschaltquoten und die Themen des Consumer-Shoppings mit AC Nielsen. Der niederländische Verlag VNU hat 1999 Nielsen Media Research übernommen und 2001 beide Unternehmensteile wieder unter dem Dach von Nielsen zusammengeführt. Im Jahr 2006 wurde Nielsen von einem Konsortium von sechs Firmen - darunter Carlyle, Blackstone und KKR - für etwa 10 Milliarden Dollar privatisiert; dann brachten diese Firmen Nielsen vor sieben Jahren wieder an die Börse.

Nachdem die Übernahme von 8,4 Prozent der Aktien durch den Milliardärs Paul Singer bzw. Elliott Management bekannt geworden war, stieg der Aktienkurs von Nielsen um 12 Prozent.

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