Memex-Konferenz von eye square

Die Grenzen der KI

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Michael Schießl, CEO von eye square
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Michael Schießl, CEO von eye square
Das Institut eye square hat seine jährliche Memex-Konferenz dieses Mal hybrid veranstaltet. Unter dem Titel „See the Experience“ wurde Marktforschung mit anderen Themen verknüpften: KI war ein beherrschendes Thema, aber auch UX. Unter anderem war Olaf Schlesiger von Screenforce mit der Studie „Track the Success“ mit dabei.

Den Auftaktvortrag hält Michael Schießl, CEO und Mitgründer von eye square. Er spricht über das Implizite, UX, Marken, KI und das von ihm eingeführte System 0. Für ihn ist die Wahrnehmung der Ausgangspunkt für dauerhafte Beziehungen und problematisiert in seinem Vortrag die Möglichkeit, die menschliche Wahrnehmung mit einer Künstlichen Intelligenz vorherzusagen. Mit Bildern kommen die von ihm getesteten Neuronalen Netzwerke vielleicht noch klar, aber sobald Schrift ins Spiel kommt, versagen sie. Und aus der Werbewirkungsforschung mit Eye Tracking weiß man, dass gerade Schrift für Menschen ein Anker im Blick ist. Seine Schlussfolgerung: „Es gibt ein Potenzial für Neuronale Netzwerke. Sie haben aber Probleme die menschliche Wahrnehmung nachzuahmen, weil Menschen von Gefühlen und Gedanken bestimmt sind.“


Um Künstliche Intelligenz und menschliche Erfahrung in einer kommenden KI-Gesellschaft ging es auch in dem Vortrag von Willi Schroll aus Berlin, der sich Foresight Experte nennt. Am Nachmittag konkretisiert Dr. Mateusz Bonecki, CIO der Technologiefirma DAC, das Thema. Für ihn sind KI-Systeme autonome, wissensgenerierende Agenten. Sie haben mehr mit ungehindertem Forschen und wissenschaftlicher Entdeckung gemein als mit einer Bildung wie wir es aus dem bisherigen System kennen.
Gesa Lischka von der Agentur Kochstrasse
© eye square
Gesa Lischka von der Agentur Kochstrasse
Von der Theorie zur Praxis. Gesa Lischka von der Agentur Kochstrasse beschreibt in einem launigen Vortrag mit auffälliger Visualisierung wie das menschliche Gehirn tickt und wie in Millisekunden Entscheidungen getroffen werden. An einem Beispiel für das First Reisebüro zeigt Lischka wie nur sparsame Veränderungen am Logo bereits zu einer höheren Zahlungsbereitschaft und zu höheren Sympathiewerten führen. Vorausgegangen war der aus der Forschung gezogene Insight, dass Menschen in einem Reisebüro nicht etwa Freiheit und Abenteuer suchen, sondern Sicherheit.

Olaf Schlesiger, Head of Research der Fernseh-Gattungs-Initiative Screenforce, stellt die von eye square durchgeführte Studie "Track the Success" vor (Siehe auch planung&analyse Heft 4/21). Hier wurde genau hingeschaut wie Bewegtbild-Werbung in verschiedenen Umfeldern wirkt, sei es Facebook, You Tube oder TV.
© Screenforce/eye square
Zwei weitere Praxisbeispiele kommen aus dem Feld der UX-Forschung. Kristin Driemeier vom Textilversender About You stellt gemeinsam mit Julia Nitschke von eye square eine Studie über das Verhalten der Shopper vor. Kira Süß ist Produktmanagerin und UX-Strategin für die BVG. Sie zeigt wie die Webseite der Berliner Verkehrsbetriebe auf die Nutzerbedürfnisse optimiert wurde.

Zum Schluss stellen Mitarbeiter von eye square die neuesten Entwicklungen vor. Vor knapp einem Jahr hat eye square die sogenannten „Tribes“ angekündigt. Diese interdisziplinäre Teams sollen Forschung und Expertise aus den Kompetenzfeldern des Unternehmens zusammenbringen und Innovationen hervorbringen.

So stellt Matthias Rothensee die Spark Plattform des Unternehmens vor. Mit DAC als Partner wurde hier eine Automatisierung für Befragungen entwickelt. Jan-Michael Kühn stellt die System 0 App vor. Hiermit kann ein Teilnehmer seinen Einkauf in einem Online-Shop ganz natürlich durchführen. „Die kann man auch im Liegen nutzen.“ Aufgezeichnet wird dann der gesamte Verlauf des Entscheidungsprozesses mit allen Klicks und zusätzlich mit Face Emotion Tracking der Gesichtsausdruck. Der Sustanability Tribe wird von Katharina Tanneberger aus der Shopping Unit vorgestellt. Hier werden verschiedenste Studien zum Thema Nachhaltigkeit vereinigt. Rund 60 Gäste konnte eye square in Berlin begrüßen, weitere 60 Zuschauerinnen und Zuschauer waren online mit dabei.
Lesen Sie auch das Porträt von eye square im p&a-mavonafigator 

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