Marktforscher erklären die Welt

"Ohne Spielraum wird das Leben absurd"

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Stephan Grünewald in "Hart aber Fair"
© ARD "Hart aber Fair"
Stephan Grünewald in "Hart aber Fair"
Stephan Grünewald, Gründer des Rheingold Instituts, erklärt in der ARD-Talkshow "Hart aber Fair" wie die Deutschen mit Bürokratie umgehen, welche Ängste und Sehnsüchte sie haben.

Spätestens seit seinem letzten Buch „So tickt Deutschland“ hat auch die ARD den Wortakrobaten Grünewald als Deuter der menschlichen Befindlichkeit entdeckt. Der Marktforscher aus dem Rheingold Institut schöpft aus über 1000 qualitativen Interviews, die in seinem Institut zu unterschiedlichsten Themen geführt wurden, und ist so ein dankbarer Beantworter der Frage: Wie sehen das die normalen Menschen?



Gestern war Grünewald zu einer Talkshow zum Thema „Hier Bonpflicht, da Krötenschutz: Alles geregelt, aber nichts geht mehr?“ eingeladen.
Er beschreibt die Zerrissenheit zwischen Reglementierung und Bevormundung. Ja, die Deutschen haben eine heimliche Bürokratieliebe und ziehen daraus auch einen Teil ihrer Identität. Angesichts mancher kafkaesken Auswirkungen – von denen auch in der Sendung einige vorgestellt wurden – schlägt dies aber auch in einen Widerwillen um. Wer sieht, dass nicht nur die großen öffentlichen Projekte, wie der Flughafen in Berlin, sondern auch die kleinen privaten Projekte von der Bürokratie behindert werden, wird auch verdriesslich. Gefährlich wird es, wenn Bürokratiefeindlichkeit zur Demokratiefeindlichkeit wird. „Wenn wir übertreiben, provozieren wir eine Sehnsucht nach Durchregieren“, so Grünewald. Und das ist besorgniserregend. 

Zu sehen in „Hart aber Fair“ bei Minute 00:17:00 / 00:37:25 / 01:01:15 / 01:11:51


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