Making-of des Data Analytics & Insights Salon

Eine Messe in Zeiten von Corona

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© p&a / dfvcg
Ende März hatte die DAIS – ins Leben gerufen von planung&analyse zusammen mit der Conference Group – ihre Premiere. Der Data Analytics & Insights Salon war Konferenz, Ausstellung und Networking in einem. Ein Bericht mit Einblicken hinter die Kulissen einer virtuellen Messe für die Marktforschungs- und Insightsbranche.
5-4-3-2-1-Action. Ich stehe vor der Kamera und versuche mich auf das Statement von Jens Lönneker vom Rheingold Salon zu konzentrieren. Er reagiert gerade auf Andreas Pohle von Kantar und auch die beiden Vertreterinnen der Unternehmensseite, Anja Stolz von R+V Versicherung und Sabine Menzel von L’Oréal, drängt es zum Sprechen. Plötzlich tuscheln und flüstern Technik und Projektleitung in nur zwei Metern Entfernung. Ich nutze die erste Gelegenheit, um aus dem Bild zu gehen und die Kollegen um Stille zu bitten. Doch da ist das Problem bereits gelöst. Später, viel später erst erfahre ich, was passiert war: Die virtuelle Plattform, auf der der DAIS stattfand, hatte das Kongressprogramm zweimal ausgespielt und ein unangenehmes Echo erzeugt. Doch die Technik hat in Windeseile gehandelt und die Situation gelöst. Profis am Werk. Großartig. Fortan läuft der Kongress stabil: zwei Tage von 10 bis 19 Uhr, über 20 Vorträge, 50 Referentinnen und Referenten, zwei Moderatoren, fünf Techniker und eine Projektleiterin. Gesteuert und moderiert wurde er aus dem Barmer Bahnhof, einem wunderschönen neoklassizistischen Bau, der seit 1991 als Veranstaltungsort genutzt wird und in dem schon Alfred Biolek seine Gäste zu Talkrunden empfing. In Vor-Corona-Zeiten fanden hier Konzerte und Partys mit einigen 100 Leuten statt. Jetzt, während der DAIS, sind wir weniger als zehn Personen in dieser großen Halle; alle mit Maske und Abstand. Jeder hat seine Aufgabe – Licht, Ton, Kamera und Regie sowie das Zuspiel der vielen Referenten nach den Vortragsslots, um noch Gelegenheit für Fragen zu bieten. Ein super Zusammenspiel dank professioneller Partner. Und wir sind nicht alleine. Aus Frankfurt gibt es weitere Unterstützung , vor allem in der Betreuung der Teilnehmer.

Doch der Kongress ist nur ein Teil des gesamten Events. Der Data Analytics & Insights Salon besteht aus Kongress, Ausstellung und Networking.
Hier können Sie die DAIS nochmal erleben!

Die Ausstellung wurde vor allem im Vorfeld konzipiert und gestaltet. Ein Grafiker hat alle Messe-Gebäude hell und freundlich „gebaut“ und auch die Aussteller unterstützt. So sieht keine virtuelle Lounge aus wie die andere. Die Besucher können leicht durch die Ausstellung navigieren und Filme ansehen, Whitepaper herunterladen und Fragen stellen.

Christian Thunig etwa steht mit offenen Armen da und begrüßt seine Gäste am Stand von Innofact mit einem Geburtstags-Torten-Diagramm. Bei Ipsos wird eine komplette Customer Journey geboten, bei Bilendi wartet gar das gesamte Team auf die Besucher.

Schauen wir auf das Networking, die größte Herausforderung bei einer virtuellen Veranstaltung. Während im richtigen Leben ein Bistrotisch und eine Tasse Kaffee genügen, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und vielleicht gemeinsame Interessen zu entdecken, müssen die Menschen, die hinter ihren eigenen Bildschirmen zu Hause oder im Büro hocken, dazu erst motiviert werden.
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Auf dem bequemen Sofa in der Networking-Area sitzt zwar keine Person, dennoch wird der Besucher via Chat freundlich vom p&a-Team begrüßt. Esomar-Präsidentin Kristin Luck ist mitten in der Nacht in Oregon aufgestanden, um ihre Einschätzung zur Situation der Marktforschung weltweit mit den DAIS-Besuchern zu diskutieren. Das ist der Zauber in der virtuellen Welt.

Später trifft man hier auch die Runde mit betrieblichen Forschern, Stephan Oglesby aus der Schweiz, die Diskutanten zum Thema CX und Data Analytics und Horst Stipp von der amerikanischen ARF aus New York.

Anlässe für Kontaktaufnahme schaffen

Über die Gestaltung des Networking haben wir im Vorfeld viel diskutiert und entschieden: Es braucht Anlässe und ein bisschen Animation für Begegnungen im virtuellen Raum. Im Wissbert-Café waren Erlebnisse aus dem täglichen Leben eines Marktforschers gefragt, die bei einem gemeinsamen Workshop in einen Comic-Strip umgesetzt werden können. Ein Ergebnis finden Sie in planung&analyse 2/2021. Auf der mo’web-Party am Abend geht es hoch her. Gastgeber Herbert Höckel bringt sich ganz allein mit Cocktails, heißer Musik und Lichtorgel in Stimmung und steckt die virtuellen Gäste an, die sich fast wie im richtigen Leben mit anderen Besuchern im Zoom austauschen.

Die Bilanz: Die Aussteller hatten bis zu 300 Besucher, die Vortragenden bis zu 500 Zuschauer, insgesamt waren an beiden Tagen bald 1.000 Menschen mit dabei, davon über die Hälfte betriebliche Forscher. Keine technischen Pannen. Bei der Umfrage (n=127) sagten 81 Prozent, die Angebotsvielfalt beim Kongress war genau richtig. 76 Prozent der Befragten haben sich bis zu zehn Vorträge angeschaut. 76 Prozent fanden auch die Ausstellervielfalt genau richtig.

Mit Technik, Verkauf, Organisation, Programmplanung, Support, Berichterstattung und mehr waren über 20 Menschen mit dem Projekt DAIS beschäftigt und froh, der Branche eine Gelegenheit für inhaltlichen Input und Austausch zu geben.
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