Kryptowährung

Datenschützer äußern Bedenken zu Facebooks Libra

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2020 soll die von Facebook ins Leben gerufene Digitalwährung Libra an den Start gehen. Im Vorfeld wurde bereits viel über die Kryptowährung diskutiert. Nach der Politik melden sich nun diverse Datenschutzbehörden zu Wort: In einem öffentlichen Statement machen sie auf die Gefahren der neuen Währung für die Privatsphäre der Nutzer aufmerksam.

Mit Libra will Facebook es den Menschen ermöglichen, einfach, schnell und ohne Bankkonto Geld an andere zu versenden. Dafür gibt es eine Wallet-App der Facebook-Tochter Calibra, über die sich die digitale Währung verwalten lassen soll. Bundesfinanzminister Olaf Scholz äußerte bereits Bedenken darüber, dass ein Privatunternehmen künftig eine Währung herausgibt, und auch anderswo macht man sich Sorgen: Datenschutzbehörden aus aller Welt machen nun in einem öffentlichen Statement auf die Gefahren aufmerksam, die Libra für die Privatsphäre der Nutzer birgt, und fordern Facebook dazu auf, seine Datenschutzbestimmungen zu verschärfen.



Zu den Unterzeichnern gehört neben Datenschützern aus Großbritannien und den USA auch der europäische Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli. Dabei gehen die Sorgen der Experten über den Schutz der finanziellen Privatsphäre hinaus. So heißt es in dem Statement, dass Facebook bekanntlich Daten unterschiedlichster Kategorien sammle, was zusätzliche Bedenken bezüglich des Datenschutzes aufwerfe. „Wir unterstützen die wirtschaftlichen und sozialen Nutzen, die neue Technologien mit sich bringen können, aber dies darf nicht zu Lasten der Privatsphäre geschehen“, tun die Datenschutzbeauftragten kund. Facebook habe es bis jetzt versäumt, spezifische Informationen darüber zu liefern, wie man private Daten im Libra-Netzwerk konkret schützen will.

Zwar schreibt Facebook auf seiner Seite: „Datenschutz ist ein wichtiges Thema für Calibra. Mit wenigen Ausnahmen teilt Calibra ohne Zustimmung des Kunden keine Kontoinformationen oder Finanzdaten mit Facebook, Inc. oder anderen Drittparteien.“ Weil das Unternehmen in der Vergangenheit die persönlichen Daten seiner Nutzer nicht immer korrekt gehandhabt hat, formulieren die Unterzeichner dennoch eine Reihe an Forderungen. Dazu zählt beispielsweise, dass Facebook klare Informationen darüber bereitstellt, wie personenbezogene Daten verwendet werden. Außerdem dürfe nur eine Mindestmenge an Daten gesammelt werden und es müsse sichergestellt werden, dass alle Datenverarbeiter innerhalb des Libra-Netzwerks ihren jeweiligen Datenschutzverpflichtungen nachkommen.


Das Libra-Netzwerk, die sogenannte Libra-Association, besteht aus 28 Gründungsmitgliedern, zu denen Facebook offiziell nur über seine Tochterfirma Calibra gehört. Dennoch ist Facebook Mittelpunkt des Libra-Projekts. Calibra stellt die App – ein digitales Wallet – zur Verfügung, über die Transaktionen mit Libra künftig getätigt werden sollen. Dieses Wallet wird auch im Facebook Messenger und bei WhatsApp verfügbar sein, wodurch wiederum eine direkte Verbindung zu Facebook besteht.

Zu den Unterzeichnern des Statements zählen neben Giovanni Buttarelli die Datenschutzbehörden der Länder Albanien, Australien, Burkina Faso, Großbritannien und Kanada sowie der Beauftragte der US-amerikanischen Bundeshandelskommission FTC.

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