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Ayayi von Alibaba ist eine virtuelle Influencerin
Alibaba Group
Konsum in China

Von virtuellen Influencern und Begleitrobotern für Haustiere

Ayayi von Alibaba ist eine virtuelle Influencerin
China ist der umsatzstärkste E-Commerce-Markt der Welt. Laut dem international tätigen Marktforschungsunternehmen Insider Intelligence haben im Jahr 2022 rund eine Milliarde chinesische Verbraucherinnen und Verbraucher 45,3 Prozent aller Einzelhandelsumsätze über E-Commerce-Kanäle getätigt. Das ist weltweit spitze. Alizilia, der Newsroom des chinesischen Online-Giganten Alibaba, hat in die Zahlen geschaut und fünf Trends für den Online-Handel im Reich der Mitte ausgemacht.
von Sabine Hedewig-Mohr Dienstag, 10. Januar 2023
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1.

Outdoor-Enthusiasten kaufen Zubehör

Reisebeschränkungen und die Olympischen Winterspiele in Peking trieben junge Verbraucher ins Freie und sorgten für einen Wintersportboom. Zwischen dem 31. Januar und dem 4. Februar stiegen die Verkäufe von Wintersportausrüstungen auf dem Alibaba-E-Commerce-Marktplatz Tmall um 300 Prozent. Aber auch der Umsatz mit Outdoor-Ausrüstung und Camping verdoppelte sich im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Chinesische Outdoor-Enthusiasten strömten 2022 in Scharen auf die Skipisten und zum Camping. Dabei liegen vor allem Aktivitäten, die soziale Verbindungen schaffen, im Trend. Ein Beispiel: Die Zahl der Frisbee-Spieler ist in China ist von nur 100 im Jahr 2008 auf rund 500.000 im Jahr 2021 gestiegen. Diesen Trend haben internationale Marken-Anbieter längst erkannt. Alizilia rechnet mit einem Anstieg des Angebots an Sportartikeln für Outdoor-Aktivitäten.



2.

Haustier-Besitzer verwöhnen ihre Lieblinge

Die Haltung von Haustieren hat sich in China massiv verändert. Besonders die jüngere Generation betrachtet Haustiere wie Kinder und verhätschelt sie gerne. Das schafft einen riesigen Bedarf an Produkten für die Pflege - bis hin zu speziell angefertigter Kleidung. Beliebt sind auch digitale Gadgets wie intelligente Haustiernäpfe, die die Fressgewohnheiten von Haustieren aufzeichnen, oder Begleitroboter, die Haustieren Gesellschaft leisten, wenn ihre Besitzer nicht da sind. Und natürlich füttern chinesische Verbraucher ihre Lieblinge nur mit dem Besten. Bei dem Shopping-Festival 11.11. konnten Tiernahrungsmarken auf der Plattform Tmall den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.



3.

Das Metaverse als Shopping-Meile

Für chinesische Online-Shopper ist auch das Metaverse kein Neuland mehr. Alibaba ermöglicht es, Marken virtuell durch spielähnliche Erlebnisse zu erkunden, digitale Ausstellungsräume in personalisierten Avataren zu durchstöbern, Kleidung anzuprobieren und besondere Sammelstücke zu kaufen. Etwa im Tmall Luxury Pavilion. "Die digitale Welt kann den Verbrauchern die gleichen oder sogar bessere Einkaufserlebnisse und Identitäten von Luxusmarken bieten als die reale Welt", sagte Janet Wang, Leiterin der Luxusabteilung von Alibaba. Wenn man das hört, erscheint die Prognose von Gartner, dass bis 2026 rund ein Viertel der Verbraucher mindestens eine Stunde pro Tag im Metaverse verbringen, um zu arbeiten, einzukaufen, sich weiterzubilden, Kontakte zu knüpfen oder sich zu unterhalten, nicht mehr so abwegig.



4.

GenZ-Shopper gewinnen an Kaufkraft

Die Generation Z, die zwischen 1996 und 2010 geboren wurde, macht etwa 15 Prozent der chinesischen Bevölkerung aus. Bei den Online-Shoppern liegt der Anteil allerdings bei rund zwei Dritteln. Und im Luxury-Pavilion der Verkaufsplattform Tmall liegt er bei 17 Prozent. An der Kaufkraft scheint es den jungen Chinesinnen und Chinesen nicht zu fehlen. Der Einfluss auf Konsumtrends ist daher enorm. Die Generation Z ist auch die treibende Kraft hinter der Begeisterung für Sammelspielzeug in China. Sie treffen sich, um ihre neueste Beute zu präsentieren und Tipps auszutauschen. Der Markt hat bereits prominente Investoren wie die Risikokapitalgesellschaft Sequoia China angezogen, weiß Alizilia.



5.

Virtuelle Influencer sind pflegeleicht

Schluss mit den Risiken, die real lebende Influencer in sich bergen: Sie können ihre Meinungen ändern, sich vielleicht doch mal daneben benehmen, oder einfach bei der Zielgruppe nicht mehr angesagt sein. Im Jahr 2022 erlangten KI-gesteuerte digitale Kreationen in China Prominentenstatus. Im Februar setzte Alibaba einen digitalen Influencer namens Dong Dong ein. „Sie können über virtuelle Laufstege stolzieren, an Tanzwettbewerben teilnehmen und per Livestream Verkaufs-Sessions abhalten“, weiß Alizilia. Das Marktforschungsunternehmen Forrester schätzt, dass in diesem Jahr bereits ein Fünftel der B2C-Marken in China digitale Idole einsetzen wird. „Man könnte eine Reihe virtueller Idole haben, ein sportliches, ein seriöses, ein modisches und ein künstlerisches, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen“, zeigt Mark Tanner, Gründer der in Shanghai ansässigen Agentur China Skinny, die Möglichkeiten auf. Das männliche virtuelle Idol Noah von Alibaba trat im September in einem Livestream des amerikanischen Modehauses Tommy Hilfiger auf und vervierfachte fast den täglichen Bruttowarenwert der Marke im Vergleich zu einem durchschnittlichen Tag. Ach ja, Hunger und Durst bekommen sie auch nicht. Sehr praktisch.

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