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Die Diskussion zur Repräsenativität schlägt weiterhin hohe Wellen. Es handelt sich um einen Methodenstreit vom Feinsten. Weniger gesprochen wird jedoch über die Methode der Auseinandersetzung. Neben sachlichem, fachlichem Austausch auf Online-Plattformen gibt es da auch einen Twitter-Account, der lieber anonym bleiben will. Das finden wir nicht gut.
Würde diese Branche ein Unwort des Jahres wählen, für mich wäre es „Civey-Watch“. Dahinter steckt ein Twitter-Account, der seit einigen Wochen gegen das Meinungsforschung-Startup Civey aus Berlin agitiert. Ganz im Stil von Trump und AfD werden täglich Tweets rausgehauen mit Behauptungen, Beschimpfungen, Beleidigungen. Was fehlt, sind Belege, Beweise, Besonnenheit.


Wer hinter dem Account steckt, ist nicht bekannt. Ich habe zweimal angefragt, ob die Accounthalter mit mir sprechen wollen. Keine Antwort. Stattdessen wurde auch ich mit in die Hetze einbezogen. Jeder, der im Web oder auf Twitter das Wort Civey erwähnt, bekommt sein Fett weg.

Dabei geht es nicht nur um die Umfragen des Portals, sondern mittlerweile werden auch die Mitarbeiter miteinbezogen, Inhaberstrukturen und Kunden der Firma auf Twitter geleakt und der Beirat offengelegt.


Ich finde eine solche Hetze unwürdig und inakzeptabel. Sie hat in dieser Branche nichts zu suchen. Hier geht es nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer neuen Methode, sondern um Rufmord. Nach dem Prinzip: ‚Irgendetwas wird schon hängenbleiben‘. Wer immer dahinterstecken mag – die Wahrscheinlichkeit, dass es ein branchenfremder Fanatiker ist, scheint gering –, möge bitte mit diesem Unfug aufhören. Es schadet der ganzen Branche.

Stattdessen sollte weiterhin offen und konstruktiv über Qualität diskutiert werden. So wie in diesem Jahr bei einigen Veranstaltungen, angefangen von der GOR in Köln, beim BVM in Berlin und bei der planung&analyse Insights in Frankfurt. Ebenfalls von uns organisiert war das PUMa+ Plenum zum Thema Qualität mit vielen betrieblichen Marktforschern. Dieses Format werden wir wiederholen – und die Themen liegen auf der Hand: Wie geht man mit Repräsentativität um? Wie mit neuen Methoden? Wie kann man auf zurückgehende Teilnehmerbereitschaft reagieren? Wir werden auf Augenhöhe miteinander diskutieren und konstruktive Vorschläge suchen und zwar mit offenem Visier.

Erschienen in planung&analyse 6/2018
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