Interview mit Caroline Frankum, CEO der Profiles Division von Kantar

Was hat es mit der Betrugspräventionstechnologie auf sich?

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© Qmee
Es macht die Runde: Kantar hat die britische App-Umfrageplattform Qmee gekauft. Wir wollen nun wissen, was steckt hinter der Übernahme und hinter den Technologien von Qmee. In einem kurzen Interview erklärt uns Caroline Frankum, CEO der Profiles Division von Kantar, was es mit der Betrugspräventionstechnologie auf sich hat. 

Herzlichen Glückwunsch zur Übernahme der Umfrage-App Qmee. Was war der Hauptgrund für diese Übernahme - das Panel mit 750.000 Teilnehmenden oder die Betrugspräventionstechnologie?
Caroline Frankum: Beides. Das Angebot an Panels ist derzeit stark eingeschränkt, und wahrheitsgemäße Daten von vertrauenswürdigen Panelisten waren noch nie so wichtig wie heute, in diesen Zeiten der Unsicherheit und des Misstrauens.


Können Sie bitte erklären, wie diese Technologie funktioniert? Frankum: Letztendlich stellen Qmees Technologie mit 8+ Maschine Learning gesteuerten Algorithmen sicher, dass der richtige Panelist dynamisch mit der richtigen Umfrage, zum richtigen Preis und zur richtigen Zeit zusammengebracht wird. Das bedeutet, dass rund drei Millionen Panelisten pro Sekunde mit den Umfragekontingenten abgeglichen werden.

Wie viel effektiver ist diese Technologie im Vergleich zu früheren Methoden der Betrugsbekämpfung? 
Frankum: Die mit dieser Technologie erzielten Konversionsraten von Umfragestart bis Umfrageabschluss sind rund drei bis viermal höher als der Branchendurchschnitt. Diese beispiellose Qualität wird durch die jüngsten Auszeichnungen von Qmee unterstrichen, darunter die Platzierung auf Platz 11 im Sunday Times Tech Track 100.

Wie groß ist das Problem des Betrugs bei Panels und wer betrügt? Gibt es regionale Unterschiede? 
Frankum: Da COVID die Welt zu einer stärker technologieorientierten Arbeitsweise zwingt, haben Cybersicherheit und Betrug in den verganenen zwei Jahren in allen Geschäftsbereichen zugenommen – und Betrug durch Panelisten/Umfragen ist keine Ausnahme. Der Umfragesektor hat eine Zunahme von verhaltensgesteuertem Betrug erlebt – etwa Geisterausfüllungen, also das Ausfüllen, das nicht von einem Menschen, sondern von einem BOT durchgeführt wird – und genau das ist es, was Qmees Qubed-Betrugspräventionstool erkennt und beseitigt. Die aktuelle Betrugsbedrohung ist eine wirtschaftliche Bedrohung durch Akteure aus dem Ausland (die oft in Clustern arbeiten), die dies als legitime Möglichkeit zum Geldverdienen ansehen.

Auf der Website von Qmee werden zahlreiche Partnerschaften mit großen Panel-Anbietern wie Dynata, CINT, Lucid und Toluna erwähnt. Werden diese Partnerschaften fortgesetzt? 
Frankum: Ja – wir konzentrieren uns darauf sicherzustellen, dass die Kunden kurz- bis mittelfristig nur minimale Störungen erfahren.

Inwieweit werden die Panels der Division Profiles extern vermarktet? Frankum: Um sicherzustellen, dass wir die höchste Qualität der Panels beibehalten, sind die proprietären Verbraucher- und Gesundheitspanels von Profiles (LifePoints, All Global Circle, ORU, Qantas, Mobiworkz) exklusiv bei Kantar erhältlich und werden nicht an andere Anbieter weiterverkauft.

Wie hoch ist der Marktanteil von Profiles am weltweiten Panelmarkt, den Sie selbst auf 3,4 Milliarden Dollar geschätzt haben? Frankum: Profiles ist der zweitgrößte Marktteilnehmer, was den Marktanteil angeht.

Wir danken Ihnen für das Gespräch

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