Infas Holding

Geschäftsjahr 2019 mit zweistelligem Plus

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Menno Smid, Vorstand der Infas Holding
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Menno Smid, Vorstand der Infas Holding
Die Bonner Infas-Holding AG, zu der unter anderem die beiden Marktforschungsinstitute Infas 360 und Infas Quo gehören, sowie das sozialfoschisch tätige Infas-Institut, konnte das Geschäftsjahr 2019 sehr erfolgreich abschließen. Für dieses Jahr rechnet Vorstand Menno Smid jedoch mit einem Umsatz-Rückgang um 20 bis 30 Prozent. 

Die Infas Holding AG veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 35 Millionen Euro, was einer Erhöhung von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit befindet sich das Unternehmen nicht nur am obere Rand seiner eigenen Prognose sondern auch über dem Wachstum der Branche. Das erwirtschaftete EBIT sei hingegen mit 2,9 Millionen Euro (Vorjahr 3,7 Millionen Euro) geringer ausgefallen als erwartet, heißt es in dem veröffentlichten Geschäftsbericht. Dies liege vor allem an „einer unglücklichen Kombination von Einmaleffekten beim Institut und bei der infas 360“. Der Rückgang des Gewinns sein nicht als “Ausdruck einer grundsätzlichen Ertragsschwäche des Konzerns aufzufassen“.

Einmaleffekte belasten Ertrag

Infas ist nunmehr das einzige deutsche Sozial- und Marktforschungsunternehmen, was an der Börse notiert ist, und damit vollumfänglich seine Zahlen veröffentlicht. Zur Umsatzsteigerung habe maßgeblich das Infas-Institut selber beigetragen. Der Umsatz stieg von 26,8 auf 29,7 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um 10,8 Prozent. Es wird ergänzend informiert, dass sich ein großer Teil der Projekte zum Stichtag noch im Feld befunden habe und dass ein hoher Anteil an kostenintensiven Face-to-Face-Interviews dort eingesetzt wurde. Das heißt, die Kosten waren bereits angefallen, die Umsätze konnten jedoch noch nicht berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund sei das EBIT von Infas gesunken. Im Jahr werden 45.000 solche Interviews durchgeführt, wo Befragte in ganz Deutschland in ihren Wohnungen aufgesucht werden.


Das auf Geomarketing spezialisierte Institut Infas 360 hat im Jahr 2019 einen Umsatz von 1,8 Millionen Euro erzielt und einen EBIT von 1,8 Millionen Euro (Vorjahr 2,1 Millionen Euro). Die Herausforderung ergab sich hier vor allem durch die DSGVO und die zurückhaltende Reaktion der unternehmensinternen Datenschutzbeauftragten auf dieses Thema.

Erstmals in der Bilanz berücksichtigt wurde der im Herbst 2018 zugekaufte Geo-Daten-Spezialist Lutum + Tappert. Geschäftsführer dieser Tochter ist Michael Herter, der auch Infas 360 leitet. Seine Aufgabe ist die Integration des Unternehmens mit einem Umsatz von 2,1 Millionen Euro.

Infas quo mit eigenen Paneln

Infas quo sei es nach zwei Jahren gelungen sich am Markt als neuer Player zu positionieren, heißt es im Bericht. Der Umsatz lag zuletzt bei 1,5 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 200 Prozent war. Im vergangenen Jahr wurde das zum Teil offline-rekrutierte Online Panel „People“ gestartet und soll die Abhängigkeit des Institut von externen Dienstleistern reduzieren. Geplant ist der Aufbau weiterer spezialisierter Panels, quo VETS und quo PETS sowie einem Handelspanel im Bereich Textil/Fashion. Dadurch ergibt sich ein planmäßiger Verlust von 0,3 Millionen Euro für 2019.


Bei der Prognose zum Jahr 2020 wird Menno Smid in dem Geschäftsbericht der Infas Holding, deren Vorsitzender er ist, vorsichtig. Unter „normalen“ Bedingungen hätte er mit einem Umsatz von 35 Millionen Euro (also auf dem Niveau von 2019) gerechnet. Angesichts der nicht vorhersehbaren Einflüsse der Corona-Pandemie rechnet er „vorsichtig optimistisch“ mit 25 bis 28 Millionen Euro Umsatz, also mit einem Einbruch von 20 bis 30 Prozent.

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