IIeX von Greenbook

Agil unterwegs in Amsterdam

© p&a
Rund 600 Forscher aus der ganzen Welt zog es nach Amsterdam, um an der IIeX, dem Satelliten des amerikanischen Beratungsunternehmen Greenbook teilzunehmen. Der Fokus des zweitägigen Kongresses liegt auf Innovationen.

Agil, Artificial Intelligence, Trends, Innovation dies sind die meist gehörten Begriffe am ersten Tag der Veranstaltung Insight Innovation Exchange (IIeX), die zum fünften Mal im Beurs van Berlage im Zentrum von Amsterdam stattfindet. Die Idee des Beraters und Blog-Betreibers Greenbook war, junge technikaffine Unternehmen, die Lösungen für das Insight-Business anbieten, an einem Ort zusammenzubringen und vorzustellen. Dieses Ziel ist gelungen. Startups dürfen sich präsentieren, ob an runden Tischen mit Einladung zum Zwiegespräch, auf der Bühne, häufig gemeinsam mit einem Kunden oder in der Ausstellungsfläche. Wirklich etwas Neues zu finden, fällt freilich schwer.

© p&a
Es dominieren Online- und datengetriebene Forschung, künstliche Intelligenz und Maschine Learning dürfen nicht fehlen, Trends werden mittels Social Media aufgespürt und die Entwicklung von Innovationen erfolgt immer agil.
Melanie Courtright von dynata teilt Insights mit dem Auditorium der IIeX in Amsterdam
© p&a
Melanie Courtright von dynata teilt Insights mit dem Auditorium der IIeX in Amsterdam
Sehr aufschlussreich war die Diskussionsrunde am Vormittag, in der betriebliche Forscher dazu befragt wurden, wie sich durch die neuen Techniken und die Datenvielfalt ihre Arbeit verändert hat. Das Handling dieser Herausforderung ist unterschiedlich, es werden gezielt zusätzliche Skills der Teammitglieder aufgebaut, sei es durch Fortbildung oder neue Leute. Becky Hillcoat (Head of Insight, Mail Metro Media) konnte bei den internen Stakeholdern einen verstärkten Hunger nach Insights beobachten,  Liz Boffey (Head of Insight, Nestlé Food & Dairy) registriert eine offenere Kultur. Das Erkennen von Insights erfordere wesentlich mehr, als das standardmässige Beobachten von Paneldaten. Andererseits schrumpfen die Teams der Abteilungen im Unternehmen. Wichtig sei es, sich als Marktforscher einen Platz am Tisch der Entscheider zu erobern.


Eine neue Dimension, das System 3

In mehreren Sessions, die parallel laufen, wird auf eine neue Dimension verwiesen, die Imagination. Leigh Caldwell von der Irrational Agency will in Anlehnung an Kahnemans System 1 und 2 gar ein System 3 entdeckt haben. Wenn man etwa über neue noch nicht existierende Produkte mit dem Verbraucher spricht, muss sich dieser vorstellen, wie er die Innovation einschätzen könnte – wie sie sich anfühlt, wie sie schmeckt, wie sie aussehen könnte. Um an diese imaginierten Gefühle heranzukommen, wurde von der Irrational Agency ein Instrument entwickelt. Das System 3 simuliert wie die Welt funktioniert.


Auch Marina Georgieva von SKIM sieht eine psychologische Distanz zu Produkten, die es noch nicht gibt, und rät, Unternehmen mit konkreten Bildern diese Distanz zu überbrücken. Eine Abbildung von einem Mann mit Kopfhörern im Getümmel bringt die Funktion des geräuschabweisenden Kopfhörers wesentlich besser rüber als lediglich eine Abbildung des Produktes.

Knowledge Management für betriebliche Forscher

Ein Problem vieler betrieblicher Marktforscher vor allem in großen Unternehmen, die in mehreren Ländern vertreten sind, ist es den Überblick über die vorhandenen Studien zu behalten. Agathe Danjou (S&I Director - Global ELN, Danone) beschreibt, wie ein solches Knowledge Management im französischen Mischkonzern aufgebaut wurde. Nämlich mithilfe des schwedischen Startups Stravito und - natürlich - mit künstlicher Intelligenz. Die eingepflegten Studien werden automatisch mit Schlagworten versehen und die Suche nach Dokumenten erfolgt ähnlich wie bei Google, sehr innovativ und schnell.

Von den deutschen Firmen hat sich eine Handvoll ins nahegelegene Amsterdam begeben: Eye square ist dabei, Data Lion, die Visualisierungstochter des Münchner Unternehmens Dcore, Susscess Drivers zeigt gemeinsam mit dem Schweizer Codierungs-Startup Codit.co eine automatisierte Lösung für den NPS und Dalia aus Berlin stellt die MRP-Methode vor, die bereits in Ausgabe 3/18 von planung&analyse beschrieben wurde. Damit soll es möglich sein, selbst für sehr spitze Zielgruppen in einem Panel eine aussagekräftige Anzahl von Aussagen zusammen zu bekommen.

Wir sind gespannt auf die Vorträge am Tag 2.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats