Globale Verbrauchertrends 2023

5 Trends, die zeigen, wie Unternehmen den Verbrauchern folgen sollten

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Das globale Institut Mintel hat fünf Trends im Konsum ausgemacht, die in den kommenden fünf Jahren und darüber hinaus den Markt nachhaltig verändern werden. Der Fokus liegt auf der Analyse des Verbraucherverhaltens, auf den Veränderungen der Märkte und der Akzeptanz neuer Produkte.

„In den kommenden fünf Jahren werden Unternehmen entstehen, die ein klares Ziel verfolgen und mit Innovationen die langfristigen Herausforderungen angehen, vor denen die Industrien und die Gesellschaft auf der ganzen Welt stehen.“ Simon Moriarty ist Director of Mintel Trends EMEA und er geht in dem Tredreport vor allem darauf ein, wie die Reaktionen der Konsumentinnen und Konsumenten auf die Unternehmen zurückwirken werden. Das globale Institut Mintel hat dabei fünf Trends im Konsum ausgemacht, die in den kommenden fünf Jahren und darüber hinaus den Markt nachhaltig verändern werden. Für den Report verwendet das Marktforschungsunternehmen Daten aus verschiedensten Studien, die im Laufe des Jahres 2022 weltweit durchgeführt wurden. Er sieht sieben zentrale Treiber des Verbraucherverhaltens – Wohlbefinden, Umfeld, Technologie, Rechte, Identität, Werte und formuliert fünf Trends:

1.

Ich-Mentalität

„In den vergangenen Jahren haben Verbraucher die Interessen der Gesellschaft vorne angestellt.“ Dieser Meinung sind 64 Prozent der US-amerikanischen Verbraucher der Generation Z. Ihrer Meinung zufolge, haben sie durch die COVID-19-Pandemie zwei Jahre ihres Lebens verloren. Informationen darüber liefert der Mintel Report US, Teen Lifestyles 2022 bei der Befragung von n=761 US-amerikanischen Internetnutzern im Alter von 12-17 Jahren. Um die verlorene Zeit schnell aufzuholen, werden sie sich mit Begeisterung in neue Aktivitäten stürzen und sich insbesondere personalisierte Produkte und Dienstleistungen wünschen, prognostiziert Mintel.

2.

Alle Macht den Menschen

Eine weitere Beobachtung: Verbraucherinnen und Verbraucher möchten aktiv mitgestalten und zusammen mit Unternehmen den Wandel ermöglichen. So sind 41 Prozent der britischen Befragten der Meinung, dass Unternehmen, die Direct-to-Consumer liefern, eine persönlichere Beziehung zum Kunden haben als traditionelle Unternehmen. Das geht aus einer Befragung von n=2.000 britischen Internetnutzern über 16 Jahren des Mintel Reports UK, Direct to Consumer 2022 hervor. Als besonders innovativ und kundennah gilt das Influencer-Marketing. Dieser Meinung sind vor allem deutsche Social-Media-Nutzer. 20 Prozent von ihnen folgen Vollzeit-Influencern in den sozialen Medien. Unternehmensführer sind hingegen nur für 5 Prozent interessante Meinungsmacher. Daten darüber liefert Mintel Reports Germany, Influencer Marketing 2022 mit n= 1.765 befragten deutschen Internetnutzern über 16 Jahren, die in den letzten drei Monaten Social Media genutzt haben.
Die Forderung von Moriarty: Unternehmen müssen Modelle erschaffen, in denen Konsumenten den Wandel aktiv mitgestalten können. Was braucht es dafür? In erster Linie: zuhören, reagieren und innovativ bleiben, erklärt Moriarty.

3.

Die große Erschöpfung

„Verbraucher werden von einer Krise in die nächste gestürzt. Sie verbiegen sich in alle Richtungen und werden mit Medienberichten und digitalen Inhalten regelrecht bombardiert. Die Pandemie, die steigenden Lebenshaltungskosten, die Energiekrise, die geopolitischen Unruhen und die Klimakrise haben ihre Spuren hinterlassen und werden dies auch weiterhin tun. Bei Verbrauchern führt das zu einem Gefühl der Erschöpfung und Überforderung“, erklärt Moriarty. Im vergangenen Jahr litten zum Beispiel 49 Prozent der US-Verbraucher eigenen Angaben zufolge unter Stress. Diese Daten lieferte der Mintel Report US, Managing Stress and Mental Wellbeing 2022 bei dem n=2.000 US-Internetnutzer über 18 Jahren befragt wurden. Doch Verbraucherinnen und Verbraucher sind die Nebengeräusche leid. Sie wollen sich wieder stärker mit dem auseinandersetzen, was wirklich zählt. Dazu zählen laut dem Mintel-Report auch gemeinnützige Initiativen und gemeinschaftsbasierte Projekte. Hier können Unternehmen ebenfalls aktiv werden. Konsumenten hätten so die Möglichkeit einer permanenten Erschöpfung entgegenzuwirken und wieder die Kontrolle zu übernehmen und inmitten aller finanzieller Widrigkeiten eine positive Grundeinstellung zu finden.

4.

International /Regional

Eine wirtschaftlich angespannte Lage, die Auswirkungen des Klimawandels und das Zusammenbrechen von Lieferketten begleiten derzeit unseren Alltag. Bei so viel globaler Unsicherheit kommt es zu einer Rückbesinnung auf lokale Ressourcen. Diese zu bewahren und Unternehmen vor Ort zu unterstützen, mag ein Überbleibsel der Pandemie sein. Es ist aber auch ein Ausdruck dafür, dass sich die Einstellung des Verbrauchers geändert hat. Durch den Kauf von regionalen Produkten können sich Verbraucher in finanzieller, ökologischer und psychologischer Hinsicht selbst schützen und haben das Gefühl, etwas zurückzugeben. Sie wenden sich instinktiv den Innovatoren und Unternehmen aus der Region zu, die ihre Produkte authentisch herstellen und verkaufen. In den kommenden fünf Jahren werden sie auch vermehrt von Unternehmen fordern, dass eine Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe ermöglicht wird und dass sie transparent damit umgehen, wie sie lokale Ressourcen schonen, erklärt Mintel.

5.

Bewusster Konsum

Verbraucherinnen und Verbraucher setzen sich stärker damit auseinander, welchen Wert bestimmte Dinge für sie haben und konsumieren bewusster. In der momentanen wirtschaftlichen Situation möchten sie kluge finanzielle Entscheidungen treffen, ohne ihre Lebensqualität einzuschränken. Aus diesem Grund erlangen Faktoren wie Flexibilität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit eine wichtigere Rolle auf der Werteskala, so Mintel. Insgesamt werden also nicht nur weniger Produkte gekauft, es werden auch langlebige, zeitlose Produkte punkten, die sich flexibel und in unterschiedlichen Kontexten nutzen lassen.
Ein weiterer Aspekt ist soziale Verantwortung. Bei einer Befragung von n=3.000 chinesischer Internetnutzer im Alter von 18 bis 59 Jahren, sagten 91 Prozent sie würden eher Produkte eines Unternehmens kaufen, das soziale Verantwortung zeigt und etwa für das Gemeinwohl spendet. Auch 51 Prozent von n=1.000 deutschen befragten Internetnutzern über 16, gaben an, dass sie lieber mit Institutionen und Unternehmen zu tun haben, die Gleichberechtigung fördern.
Der komplette Report kann hier abgerufen werden.

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