Geschäftsjahr 2019

Ipsos überspringt Zwei-Milliarden-Euro-Hürde

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Didier Truchot ist Gründer, Chairman und CEO des französischen Marktforschers Ipsos.
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Didier Truchot ist Gründer, Chairman und CEO des französischen Marktforschers Ipsos.
Der französische Marktforscher Ipsos erwirtschaftet im Jahr 2019 Einnahmen in Höhe von über zwei Milliarden Euro, was einem Anstieg von 14,5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2018 bedeutet. Neben dem GfK-Effekt habe es auch organisches Wachstum gegeben.
 
2019 verzeichnete Ipsos ein Wachstum von 14,5 Prozent und einen Umsatz von 2,003 Milliarden Euro. Der Zuwachs aus der Akquisition von GfK Research trägt dabei 8,6 Prozent bei, der Wechselkurseffekt habe bei 2,3 Prozent gelegen und 3,8 Prozent sei organisches Wachstum, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.


Besonders im vierten Quartal 2019 boomte das Geschäft. Der Umsatz stieg erstmals in einem Quartal auf über 600 Millionen Euro und lag damit zwölf Prozent über dem Vergleichszeitraum 2018. Das organische Wachstum habe mit 5,6 Prozent fast doppelt so hoch gelegen wie in den drei vorangegangenen Quartalen. Die Leistung im vierten Quartal führt Ipsos auf die Umsetzung des Total Understanding-Projekts zurück, das 2018 eingeführt worden war.

Auswirkungen der Akquisition von GfK Research

Die Übernahme von vier globalen Geschäftsfeldern der GfK, Customer Experience, Experience Innovation, Health und Public Affairs  für einen Unternehmenswert von 105 Millionen Euro, erfolgte im Oktober 2018. Im ersten Jahr konnte damit ein Umsatz von 30 Millionen Euro generiert werden. Dieser stieg auf 175 Millionen Euro im Jahr 2019 und dürften sich im Jahr 2020 auf rund 200 Millionen Euro belaufen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Rentabilität dieser Geschäftsbereiche habe unter dem Durchschnitt der Ipsos-Gruppe gelegen. In diesem Jahr solle sich diese aber annähern.

Insgesamt belief sich die Betriebsmarge der Gruppe auf 198,7 Millionen Euro, was 9,9 Prozent des Umsatzes entspricht und gegenüber 2018 unverändert ist. Dies wird in erster Linie auf die Auswirkungen der Akquisitionen zurückgeführt. Bei konstantem Umfang hätte die operative Marge 10,3 Prozent betragen. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 129,5 Millionen Euro, ein Anstieg um 3,4 Prozent gegenüber 125,2 Millionen Euro im Jahr 2018. Anfang des Jahres hatte Ipsos die Übernahmen des Maritz Mystery Shopping-Geschäfts und vom Softwareanbieter Askia bekanntgegeben. Diese werden ab 1. Februar 2020 in die Konzernrechnung integriert.

Corona erschwert Ausblick auf das Jahr 2020

Ende Januar 2020 waren die Auftragsbücher voll. Allerdings sei es angesichts des Ausbruchs des Coronavirus in China zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, verlässliche Prognosen zu erstellen. Da voraussichtlich zahlreiche Länder von der Krankheit betroffen sein werden, ist eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu erwarten. Ipsos glaubt dennoch ein organisches Wachstum zwischen zwei und vier Prozent und eine verbesserte Betriebsmarge von über zehn Prozent im Jahr 2020 zu erreichen.


Ipsos arbeite an neuen Tools wie etwa an der automatisierten Plattform Ipsos.Digital. Die kürzlich erfolgte Übernahme des Softwareanbieters Askia sei Teil dieses Ansatzes. Zusätzlich zu den herkömmlichen Befragungsverfahren könne Ipsos Beobachtungs- und Immersionstechniken einsetzen. Darüber hinaus entwickele sie automatisierte und passive Systeme zur Messung von Verhaltensweisen, sowie Systeme zur Überwachung und Analyse von Inhalten in sozialen Medien. Schwerpunkt von Ipsos sei außerdem der Aufbau vertrauenswürdiger und maßgeschneiderter Beziehungen zu den Kunden. Dafür habe das Unternehmen 250 Fachleute in einer speziellen Kundenorganisation versammelt.

Weitere Informationen zu Ipsos im planung&analyse mafonavigator >>
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