Generation Z

Warum sich Azubis von der Politik vernachlässigt fühlen

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Die Option, nach der Schule eine Ausbildung zu machen, ist bei Jugendlichen hierzulande – trotz der Corona-Krise – beliebt. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstituts iconkids & youth, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Krise erschwert die Suche nach Ausbildungsplätzen deutlich.
In der Studie von iconkids & youth sowie der Bertelsmann Stiftung, die den Titel „Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona“ trägt, wurden 1.700 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren online befragt. Ergänzend wurden 150 Face-to-Face-Interviews unter Hauptschülern geführt. Der Befragungszeitraum lag im Juli diesen Jahres.

Die Option, nach der Schule eine Ausbildung zu machen, ist auch in Corona-Zeiten beliebt: So wollen zwei Drittel der Befragten mit niedriger und mittlerer Schulbildung sowie 22 Prozent derer mit hoher Schulbildung später eine Ausbildung machen. Von denen mit hoher Bildung ziehen immerhin 43 Prozent eine Ausbildung in Erwägung. Generell sagt eine Mehrheit von 64 Prozent, Corona hat keinen Einfluss auf die Attraktivität von Studium oder Ausbildung. Und 80 Prozent derer, die sich aktuell in Ausbildung befinden, sind mit ihrem Ausbildungsplatz zufrieden.

Methode
In der Studie wurden 1.700 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren online befragt. Ergänzend wurden 150 Face-to-Face-Interviews unter Hauptschülern durchgeführt. Der Befragungszeitraum lag im Juli diesen Jahres.

Corona erschwert Ausbildungschancen

Trotzdem werden vor allem angehenden Auszubildenden zurzeit einige Steine in den Weg gelegt, wie aus der Studie hervorgeht. Denn 61 Prozent aller Befragten sind der Auffassung, die Ausbildungschancen hätten sich durch die Corona-Krise verschlechtert. 23 Prozent finden, dass die Chancen auf einen Studienplatz zurzeit schlechter sind als vor der Krise, und 59 Prozent stimmen eher oder voll und ganz der Aussage zu, die Suche nach einem passenden Ausbildungs- oder Praktikumsplatz sei durch die Pandemie schwieriger geworden. Außerdem wurden bei 46 Prozent der befragten Jugendlichen ein oder mehrere Bewerbungsgespräche aufgrund der Pandemie abgesagt.
Die Pandemie scheint sich negativ auf die Ausbildungsplatzsuche auszuwirken: 61 Prozent der befragten Jugendlichen finden, die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind derzeit schlechter als noch vor der Krise.
© Bertelsmann Stiftung
Die Pandemie scheint sich negativ auf die Ausbildungsplatzsuche auszuwirken: 61 Prozent der befragten Jugendlichen finden, die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind derzeit schlechter als noch vor der Krise.
Hier sehen sie die Politik in der Verantwortung, die allerdings, so die Meinung von knapp der Hälfte der Befragten, wenig bis gar nichts für Ausbildungsplatzsuchende tut. 30 Prozent sehen zwar, dass sich die Politik zumindest bemüht, bewerten diese Anstrengungen jedoch als unzureichend. Dabei ist eine gute berufliche Ausbildung gerade in Krisenzeiten unabdingbar, denn sie hilft dabei, letztere besser zu überstehen – der Meinung sind auch 63 Prozent der Jugendlichen.

Die Politik ist auch dann gefragt, wenn es darum geht, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Einen Mangel an Ausbildungsplätzen kritisiert knapp ein Drittel aller Befragten, unter denen mit niedriger Schulbildung sogar 44 Prozent. Auch machen sich 53 Prozent derer mit niedriger Schulbildung Sorgen darum, ihre Ausbildung nicht abschließen oder im Anschluss nicht übernommen werden zu können. Unter den Azubis mit hohem Schulabschluss machen sich 72 Prozent keine Sorgen.
Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, die Politik engagiere sich nicht oder viel zu wenig für Ausbildungsplatzsuchende.
© Bertelsmann Stiftung
Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, die Politik engagiere sich nicht oder viel zu wenig für Ausbildungsplatzsuchende.
Insgesamt stellen die Forscher eine Diskrepanz zwischen Jugendlichen mit hoher und niedriger Bildung fest. Besonders deutlich wird diese beim Blick in die Zukunft: Während 57 Prozent derer mit niedriger Bildung vor Corona optimistisch in ihre eigene Zukunft schauten, liegt dieser Wert jetzt nur noch bei 44 Prozent. Jugendliche mit mittlerer oder hoher Bildung hingegen scheinen nach wie vor optimistisch. Die Studienmacher ziehen hier das Fazit: „Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie, die jungen Menschen in Krisenzeiten Sicherheit gibt und im Bedarfsfall fehlende Ausbildungsplätze kompensiert.“

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Lesen Sie auch das Firmenprofil von iconkids&youth im p&a mafonavigator>>
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