General Online Research Conference

Erste virtuelle GOR gestartet

   Artikel anhören
© GOR
Gut besucht und wie gewohnt mit mehreren Sessions gleichzeitig präsentiert die DGOF ihre erste reine Online-Konferenz. Vorgefertigte Videos der Vorträge sorgen für einen technisch weitgehend reibungslosen Ablauf und das virtuelle Format hat auch Neuigkeiten parat, die es bei einer Offline-Veranstaltung nicht geben würde. Erste Eindrücke von Tag 1.
„Wir arbeiten an der Zukunft in einem New Normal.“ So begrüßt der Avatar von Holger Lütters, Professor an der HTW Berlin, die eigentlich Gastgeber der GOR sein sollte, die Besucher der virtuellen Poster Session. Der Satz passt zu der ganzen Veranstaltung. Nach der Verschiebung aus dem März musste die Deutsche Gesellschaft für Online Forschung als Organisator der 22. General Online Research Konferenz auf ein Online-Format umsatteln.


Was zunächst als Nachteil erschien, wird zur echten Benchmark für Veranstalter. Die Vorträge in den verschiedenen Tracks wurden von den Rednern aufgezeichnet, live abgespielt und anschließend diskutiert mit Fragen aus dem Chat. Die Poster-Session von jungen Forschern – bislang eher als Begleitprogramm wahrgenommen – wird mit Virtuell Reality umgesetzt zum Star. Wer keine VR-Brille hat, kann sich einen Avatar basteln und damit zuschauen. Ein ganz neues Erlebnis.

Einzig das Netzwerken müssen die Besucher der GOR noch ein wenig üben. Zumindest tagsüber wurde das Angebot der virtuellen Räume, in denen man sich zum Small Talk treffen konnte, wenig genutzt. Dabei gibt es dafür extra das Tool Yotribe, dass Gespräche in Kleingruppen ermöglicht.


Das Programm läuft wie gewohnt parallel in mehreren Sessions etwa Survey Research, Politik und Kommunikation, Data Science und Applied Research, also die praktische Anwendung der modernen digitalen Methoden in Unternehmen. Der Best Practice Award, der diesen Vorträgen folgt, wird am heutigen Vormittag verliehen.
Patricio Pagani
© Pagani
Mehr zum Thema
General Online Research Konferenz in Berlin

Wir brauchen eine Normung, um das Optimale aus Daten zu ziehen

Patricio Pagani spricht die Keynote auf der diesjährigen GOR, der General Online Research Konferenz in Berlin. Der Argentinier glaubt, dass ein Großteil der Informationen und Insights, die in Daten schlummern, nicht erkannt wird, weil Standards bei der Erstellung fehlen. Er fordert, dass sich die Marktforschung mit einer Vereinheitlichung von Produkt-Daten beschäftigt, um für die Kunden das Optimum herauszuholen.

Keynote Speaker Patricio Pagani war im März bereits extra aus Argentinien angereist, als die GOR verschoben werden musste, jetzt war er online zugeschaltet. Er sprach über Marktforschung und Künstliche Intelligenz sowie die richtige Nutzung von Daten. Dafür müssen – so seine Forderung – die Daten jedoch vergleichbarer, besser handelbarer werden. Er zeigt ein Transportschiff aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts mit verschiedenen Gütern, Fässer, Säcke, Kisten und ein modernes Containerschiff und fordert: „Wir müssen der Welt eine ähnliche Erfindung bringen.“ Gesucht werden die "Standard Data Container", die es möglich machen, die Daten besser zu verstehen und zu nutzen, um den Kunden den Weg in die digitale Transformation zu zeigen.

Zumindest die Transformation einer Präsenz-GOR in den Räumen einer Hochschule hin zu einer virtuellen GOR, der Besucher von überall aus der Welt folgen können, ist gelungen. Wir freuen uns auf Tag 2.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats