General Online Research Conference 2021

Best Practice Award geht in diesem Jahr in die Schweiz

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Beat Fischer von Intervista und Peter Moser vom Statistichen Bundesamt der Schweiz
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Beat Fischer von Intervista und Peter Moser vom Statistichen Bundesamt der Schweiz
Auf der virtuellen GOR treffen sich heute und morgen wieder Wissenschaftler und Praktiker aus der Marktforschung. Der Best Practice Award wird am Abend des ersten Tages bekannt gegeben, nachdem sechs Praktiker ihre Best Cases vorgestellt haben. In diesem Jahr geht der Award an ein Projekt von der Intervista AG gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt des Kanton Zürich in der Schweiz.

Kaum verwunderlich, dass bei der diesjährigen GOR sich viele Studien mit Corona und den Folgen beschäftigen. So auch der Award-Gewinner des Best Practice Award, der am Abend des Tag 1 bekannt gegeben wurde. Beat Fischer ist Mitglied der Geschäftsleitung bei der Intervista AG in der Schweiz. Mit einer App, die die Mobilität von Probanden erfasst, hat er bereits im Jahr 2017 den Best Practice Award geholt. In diesem Jahr bekommt Fischer ihn gemeinsam mit Peter Moser vom Statistischen Amt des Kanton Zürich. Das Projekt “Mobility Monitoring COVID-19 in Switzerland” konnte die Jury und das Publikum überzeugen. Mit einer App, die sich die Probanden freiwillig installieren, konnte in den Zeiten des Lockdown genau verfolgt werden, wie die Schweizer die Ausgangsbeschränkungen realisierten, wie der öffentliche Nahverkehr reduziert wurde, was die Empfehlung und Pflicht zum Homeoffice für die Bewegung im öffentlichen Raum bedeutete. Auftraggeber Peter Moser sah vor allem die methodische Transparenz und die zeitnahe Verfügbarkeit als Vorteile des Monitorings. Dies sei für die Task Force und die Bundesbehörden der Schweiz eine sehr wichtige Quelle und Grundlage für Entscheidungen gewesen. Aber auch Hochschulen und die Medien konnten die frei zugänglichen Daten der Studie nutzen.


Es gab aber auch noch fünf weitere für diesen Award nominierte Vorträge, deren zugrunde liegenden Studien ebenfalls einen Blick Wert sind. Jens Heydenreich von der Union Reiseversicherung und Johanna Schöneberger von Dadora stellten vor, wie aus frei zugänglichem User Generated Content Informationen und Insights für die Reisebranche gezogen werden können. Dies war gerade in der Corona-Zeit eine wichtige Quelle für das Unternehen, um Ängste abzubauen und die Reiseplanung der Kunden positiv zu unterstützen. So konnten die Produkte entsprechend der veränderten Nachfrage angepasst werden.

Ebenfalls um Produkte in Zeiten gewandelter Konsuminteressen durch Covid ging es bei der Session von Steffen Schmidt vom Schweizer Link Institut und Jonathan Mall von Neuroflash. Hier werden nicht nur ausgewählte, sondern alle verfügbaren Daten aus dem Web durchsucht, um die richtigen Items für die Kommunikation zu finden. Vorgestellt an einem Beispiel für die SV Group.

Happy Thinking People hat für den Getränkehersteller Bataillard nach Ideen für nicht-alkoholische Getränke gesucht. Gefragt war ein Design-Thinking-Workshop. Ein Format, das in der Regel mit mehreren Workshops vor Ort stattfindet. Unter den Voraussetzungen von Corona ist es den Forschern aber auch gelungen dieses Format remote durchzuführen. Dies hatte nicht nur Kostenvorteile, sondern brachte auch eine wesentlich diversere und internationale Gruppe für die Ideation zusammen. Für die Kundin war der digitale Design Thinking Workshop gar ein Startpunkt für die digitale Transformation des Unternehmens.

Die Agentur Q hat gemeinsam mit dm-Drogeriemarkt innerhalb kürzester Zeit den dm-Corona-Insight-Generator auf die Beine gestellt. Oliver Tabino und Mareike Öhrl von der Agentur Q haben zahlreiche Quellen – von offiziellen Verlautbarungen, Studien bis zum Social Listening – zusammengetragen und so eine Entscheidungsgrundlage für das Management des Drogeriemarktunternehmens geschaffen. So wurden zahlreiche Produkte geschaffen und die Kommunikation in Zeiten von Corona adaptiert. Laut Thomas Gruber, Marktforscher von dm war vor allem die nahtlose Zusammenarbeit der Forscher in Institut und Unternehmen außerordentlich.

Schließlich zeigte eine Studie für das Visualisierungsunternehmen Simpleshow, durchgeführt von Exeo und Rogator, das eine animierte Visualisierung nicht nur weniger langweilig für die Zuschauer ist, sondern auch Lerninhalte somit besser vermittelt werden können. 

Verliehen wird der Best Practice Award am Tag 2 der GOR. 

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