Future for FAMS

So geht Ausbildung mit Zukunft

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© ADM, pixabay
Die Ausbildung von Fachkräften ist wichtig: In der Markt- und Sozialforschung betrifft das die FAMS. Berufskoordinator und Lehrer Sascha Robetje erklärt für „Future for FAMS“, warum mehr Ausbildung in der Branche benötigt wird.

Die Kandidaten

Seit 2006 gibt es den Ausbildungsberuf „Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung“, kurz FAMS. Bis heute haben den Beruf laut den IHK-Prüfungsstatistiken ca. 1.000 Frauen und Männer erlernt. Dabei blickt der Beruf auf clevere Köpfe zurück. Eine Untersuchung der Stauffenbergschule Frankfurt im Jahr 2018 unter ehemaligen FAMS-Azubis in Deutschland hat gezeigt, dass rund ein Viertel der FAMS mit der (Fach-) Hochschulreife in die Ausbildung startet. Auch für Studienabbrecher ist der Beruf eine beliebte Alternative – 2019 betrug ihr Anteil laut einer Mitgliederbefragung von ADM und BVM 21 Prozent.

Der Weg zur Ausbildung

Das Internet und auch die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit stellen die Hauptinformationsquellen dar, über die sich zukünftige Azubis über den Beruf informieren. Obwohl es den Ausbildungsberuf seit mehr als zehn Jahren gibt, stoßen dennoch viele nur zufällig darauf. Sind die Lernenden einmal in der Ausbildung, zeigen sich mehr als 75 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden und würden diesen Ausbildungsberuf auch anderen weiterempfehlen. Die Abbrecherquote ist geringer als bei vielen anderen Ausbildungsberufen.

Was kommt danach?

Der größte Teil der Azubis bleibt auch nach der Ausbildung dem eigenen Ausbildungsbetrieb treu. Bei der Alumni-Befragung der Stauffenbergschule 2018 lag der Anteil bei 63 Prozent. Bei der 2019 durchgeführten Mitgliederbefragung von ADM und BVM waren es ganze 77 Prozent, die nach der Ausbildung noch weiter im Unternehmen arbeiteten.

Arbeitgeber schaffen eine höhere Mitarbeiterbindung durch Vertragsmodelle, die ein berufsbegleitendes Studium ermöglichen. Das sollten Unternehmen berücksichtigen. Die ADM- und BVM-Studie ergab, dass 60 Prozent der ausbildenden Unternehmen, die Ausbildung von FAMS auch in Zukunft planen – rund ein Drittel war zum Zeitpunkt der Befragung noch unentschieden. Es zeigt sich jedoch, dass die ausgebildeten Fachkräfte sehr häufig im Unternehmen bleiben und sich sogar durch ein Studium weiterentwickeln möchten. Die gesamte Branche ist sehr stark von Akademikern geprägt. Die FAMS punkten hier durch ihr organisatorisches Verständnis und ihre detaillierte Fachbezogenheit. Der Alumni-Studie zufolge bleiben auch knapp 90 Prozent von ihnen der Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche treu.

Darum lohnt sich die Ausbildung

Doch was zeichnet einen FAMS als Mitarbeiter aus? Aus Sicht der Unternehmen in der ADM- und BVM-Studie, stimmen die Betriebe den Eigenschaften „motiviert“, „loyal“ und „verlässlich“ voll und ganz zu oder zu. Außerdem ergänzen FAMS das Team neben den akademisch Ausgebildeten im Betrieb sehr gut. Schwierig ist für manche allerdings die Koordination mit der Berufsschule. Dabei ist das Zusammenspiel von Theorie und Praxis das Herzstück des international geschätzten dualen Ausbildungssystems „Made in Germany“. Aktuell gibt es in Deutschland erst fünf Berufsschulstandorte. Das, in Verbindung mit Blockunterricht, macht es für einige Betriebe schwer, die Ausbildung zu koordinieren – da die FAMS bei manchen Projektarbeiten fehlen oder Übernachtungskosten entstehen. Dafür gibt es jedoch auch staatliche Unterstützungsmöglichkeiten.

Money, money, money… Wo wir schon bei den Kosten sind, muss auch betont werden, dass fast die Hälfte der von ADM und BVM befragten Betriebe bestätigen, dass die FAMS ihr Geld wert sind. Sie leisten eine Menge und übernehmen bereits während der Ausbildung schnell Verantwortung für die ihnen übertragenen Aufgaben. Die Investition in die Ausbildung von FAMS scheint also lohnenswert.

Sascha Robetje
Sascha Robetje

ist Berufsschullehrer und Berufskoordinator für FAMS an der Stauffenbergschule in Frankfurt am Main.


Den Trade-off zwischen selbst ausbilden und ausgebildete, meist akademische Fachkräfte einstellen, können die Unternehmen nur selbst entscheiden. Grundsätzlich erschwert der demografische Wandel allen Branchen die Suche nach Fachkräften. Beide hier angesprochenen Untersuchungen zeigen jedoch, dass FAMS eine sehr fundierte Ausbildung erfahren und eine gute Unterstützung im Betrieb sind. Sie bringen ein hohes Bildungsniveau und Vorkenntnisse mit. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich die FAMS durch ein Studium, meist in den Bereichen BWL, Soziologie oder Psychologie, weiterqualifizieren möchten. Dies tun die meisten gerne zusammen mit ihrem Arbeitgeber, also mittels eines dualen Studiums. Nur ein Fünftel der FAMS studiert nach der Ausbildung lieber in Vollzeit. So bleibt festzustellen, dass 2006 ein für die Branche wichtiger Beruf eingeführt wurde. Nun ist es wichtig, die Chancen einer Ausbildung von FAMS zu verstehen, denn Ausbildung lohnt sich: für alle!
Future for FAMS
  • gegründet von Vertreter*innen des ADM, BVM, der Berufsschulen und langjährig berufstätigen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS)
  • Ausbildung mit der Möglichkeit
    + für junge Leute direkt in die Marktforschungsbranche einzusteigen
    + für Institute die Chance, ihren qualifizierten Nachwuchs maßgeschneidert auszubilden
  • FAMS und Studierende der Markt- und Sozialforschung ergänzen sich optimal: Erwerben Letztere vor allem Kompetenzen in der wissenschaftlichen Beratung, in Konzeption und Analyse, werden FAMS primär operational und organisatorisch ausgebildet.
Weitere Informationen zur Ausbildung auf der Seite des ADM >> sowie auf der Seite des BVM >>
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