Future for FAMS

„Ohne Ausbildungsplätze kann man den Beruf nicht am Leben erhalten“

   Artikel anhören
© Future of FAMS, pixabay
Sven Adler gibt für die Artikelreihe „Future for FAMS“ Einblicke in seine Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS) bei Custom Interactions.

Eine kurze Vorstellung

Sie machen Ihre Ausbildung bei Custom Interactions in Darmstadt. Was fällt Ihnen spontan zu Ihrem Ausbildungsbetrieb ein? Bei Custom Interactions /Custom Medical in Darmstadt machen wir Data Drive UX Design (3 DUX). Wir sind noch klein, werden aber immer größer und auch erfolgreicher. Den Red Dot Award konnten wir bereits gewinnen. Uns ist ein guter Zusammenhalt unter Mitarbeitern wichtig. Ich bin im Research Team und unterstütze dort die Durchführung von Interviews, online sowie präsent – mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Ich fühle mich hier gut aufgehoben.

Die Prüfung naht – wie geht es Ihnen damit? Da ich noch nicht so viel Zeit hatte zu lernen, habe ich etwas Bammel. Auf der Arbeit habe ich viel zu tun. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass ich die Ausbildung gut abschließen werde.

FAMS - ist das nicht etwas für dich?

Erinnern Sie sich nun an die Zeit vor Ihrer FAMS-Ausbildung. Zuerst wollte ich Chemie studieren. Ich habe das Studium auch begonnen, konnte es aber leider nicht abschließen. Danach habe ich als Vollzeit-Servicekraft im Jugendstilbad in Darmstadt gearbeitet.

Wie Sind Sie auf den FAMS-Beruf aufmerksam geworden? Meine derzeitige Ausbilderin kannte ich schon länger. Sie meinte, ob das nicht was für mich wäre. Im Service habe ich ja auch einige Anforderungen und Zeitdruck meistern können – dann habe ich mich zur Umschulung entschieden. Die Chance, die Ausbildung mit Unterstützung des Arbeitsamtes als Umschulung durchführen zu können, war für mich entscheidend. Dazu kam eine Chefin, die an mich glaubte. Jetzt werde ich in „nur“ 2 Jahren einen Abschluss bekommen. Eine Ausbildungsplatzsuche gab es für mich in diesem Sinne nicht, da man ja auf mich zukam. Für mich bestand die Herausforderung dann darin, mit den Behörden und der IHK alles zu klären und genehmigen zu lassen.

Sven Adler
Sven Adler

ist Auszubildender FAMS im dritten Lehrjahr an der Stauffenbergschule Frankfurt. Er absolviert seine Ausbildung bei Custom Interactions in Darmstadt und hat besonders viel Erfahrung im Bereich UX-Tests.

Die Ausbildung: Kleine Firma, große Verantwortung

Erinnern Sie sich an die einzelnen Etappen und erzählen Sie, wie es Ihnen bei Custom Interactions ging und geht. Ich wurde gut aufgenommen. Da es noch eine recht kleine Firma ist, wurde ich relativ schnell mit wichtigen Aufgaben betraut. So kann ich mittlerweile Standard-UX Tests komplett alleine bearbeiten und nur am Ende wird noch einmal darüber geschaut. Ich habe sehr nette Kollegen und bei Fragen immer einen Ansprechpartner, der für mich da ist – so wie es in der Ausbildung auch sein sollte. Verschiedene Abteilungen gibt es bei uns nicht wirklich, nur in der Buchhaltung und Personalverwaltung sitzen eigene Experten. Mein Betrieb arbeitet in einem spannenden Bereich, der durch die Digitalisierung weiter voranschreitet.

Nun zu heute: Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag bei Ihnen im Betrieb aus? Das kommt immer darauf an, ob gerade ein Test ansteht oder nicht. Zu meinen Aufgaben zählen: Einen Leitfaden schreiben, mit dem Kunden abstimmen und das Produkt ansehen, welches getestet wird. Testräume vorbereiten, Interviews führen, oder nach den Interviews die Tests auswerten und Präsentationen erstellen. Je nach Projekt, unterstütze ich die Kollegen. Die Arbeit ist sehr vielfältig.

Wie ist es mit der Berufsschule? Durch die Änderung im Berufsbildungsgesetz muss ich nach der Schule nicht mehr arbeiten, das nimmt etwas Stress weg. Somit bleibt mir mehr Zeit zum Lernen und aktuell zur Prüfungsvorbereitung. An der Stauffenbergschule in Frankfurt gefallen mir die kleinen Klassen. So herrscht ein angenehmes Lernumfeld. Es gibt außerdem nette und engagierte Lehrer. Man bekommt einen Einblick in die Theorie und erfährt viel darüber, welche Dinge im Arbeitsalltag weniger wichtig sind – dafür lernt man eher, die Zusammenhänge zu erklären.

Zukunft im Betrieb

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Ich werde als Junior UX-Tester im Betrieb übernommen und weiterhin UX-Tests durchführen. Ob diese dann auch im Medical Bereich stattfinden werden, wird sich noch zeigen. Ich habe die Chance, weiter aufzusteigen: Bis zum Senior UX-Tester oder auch zum UX Researcher. Dabei habe ich bereits eine innerbetriebliche Fortbildung zum „TÜV Rheinland zertifizierten Medical device usability expert“ gemacht. Der UX/Usability Bereich ist für mich sehr spannend und ich will dort auch weiter arbeiten und mich gegebenenfalls weiterbilden.

Würden Sie sich weitere Unterstützung bezüglich Ihrer beruflichen Planung wünschen? Ich wüsste aktuell nicht wie.

Man muss auch mal Stress aushalten können

Wem würden Sie diese Ausbildung empfehlen und welche Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen? Ich kann nur für die Arbeit bei Custom Interactions sprechen. Hier sollte man technikinteressiert sein, gerne mit Menschen arbeiten, aber auch nicht von Büroarbeit abgeschreckt werden. Manchmal muss man auch stressresistent sein, wenn es ans Ende von Projekten mit einer Deadline geht. Als Tipp würde ich jedem raten, keine Angst vor dem Umgang mit Menschen oder Technik zu haben.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass der Beruf bekannter gemacht wird. Bisher habe ich noch niemanden getroffen, der den Beruf kannte. Außerdem kann man den Beruf auch nicht ohne Ausbildungsplätze am Leben halten. Mehr kaufmännische Inhalte oder ein anderer Titel als „Fachangestellter“ wären toll. Als Fachangestellter fühlt man sich beruflich in eine Sackgasse und kleine Nische gedrängt.
Future for FAMS
  • gegründet von Vertreter*innen des ADM, BVM, der Berufsschulen und langjährig berufstätigen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS)
  • Ausbildung mit der Möglichkeit
    + für junge Leute direkt in die Marktforschungsbranche einzusteigen
    + für Institute die Chance, ihren qualifizierten Nachwuchs maßgeschneidert auszubilden
  • FAMS und Studierende der Markt- und Sozialforschung ergänzen sich optimal: Erwerben Letztere vor allem Kompetenzen in der wissenschaftlichen Beratung, in Konzeption und Analyse, werden FAMS primär operational und organisatorisch ausgebildet.
Weitere Informationen zur Ausbildung auf der Seite des ADM >> sowie auf der Seite des BVM >>
FAMS
© FAMS
Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
    stats