Future for FAMS

Der Startschuss für unser erstes eigenes Projekt

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© Future of FAMS, pixabay
Triathlon gewinnt an Beliebtheit: Letztes Jahr gab es bereits 59.000 registrierte Mitglieder in der Deutschen Triathlon-Union. Die Triathlon Abteilung des TSVE 1890 Bielefeld mit rund 230 Mitgliedern, wollte gerne mehr über ihre Triathleten erfahren. Damit gingen wir – die auszubildenden FAMS Ian Wend und Malena Kronshage von rc - research and consulting GmbH –, mit unserer ersten eigenen Studie ins Rennen.
Seit August 2019 absolvieren wir die Ausbildung zu Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung. Wir unterstützen unsere Projektleiter bei ihren Studien und wirken dabei in verschiedenen Projektschritten mit.

Nachdem wir den Auftrag für unsere erste eigene Studie bekamen, gingen wir zu einem unserer Geschäftsführer, Dirk Helmold, der selbst Triathlet im TSVE 1890 Bielefeld ist. Wir - als unerfahrene Triathleten – mussten uns zuerst intensiv mit dem Thema auseinandersetzten: Los ging es mit einem Kick-Off-Meeting, in dem uns Hintergründe und Zielsetzung der Studie vermittelt wurden. Zusätzlich konnten wir in diesem Gespräch eine Reihe von Fragen klären. Wir erfuhren, dass ein Triathlon aus drei Teilen besteht - Schwimmen, Radfahren, Laufen - und genauso gut konnten wir unsere Studienplanung einteilen. Zuerst ging es um den Fragebogen, dann um das Feld einschließlich der Bearbeitung der Daten und zum Schluss arbeiteten wir an dem Abschlussbericht.

Einen Fragebogen zu entwickeln ist gar nicht so einfach

Nach dem Wurf ins kalte Wasser starteten wir mit der Fragebogenentwicklung. Früh merkten wir, dass es gar nicht so einfach ist, zu entscheiden, welche Fragen zielführend sind und welche nicht. Nach mehreren Absprachen mit unserem Geschäftsführer kamen wir einer finalen Version des Fragebogens immer näher. Entscheidend hierbei war die stetige Weiterentwicklung vorhandener und neuer Fragen, die durch neuen Input des Vereins Gestalt annahm. Wir entwickelten verschiedene Themenblöcke - wie z.B. „Aktivität & Digitalisierung“, „Attraktivität von & Zufriedenheit mit Vereinsangeboten“ und „Motive & Ziele“ - bis wir schließlich einen finalen Fragebogen hatten, mit dem wir - und natürlich auch der Verein - zufrieden waren. Unter anderem fragten wir nach Stärken, Schwächen, der Nutzung von Trainingsplänen und der Leistungsorientierung der Triathleten.

Auch während des Feldes ist viel zu tun

Das Feld stellte uns vor eine große Herausforderung: Die Triathleten zur Teilnahme zu motivieren, erwies sich schwieriger als erwartet. Wir vermuteten, dass besonders der Lockdown und die damit verbundenen reduzierten Trainingsangebote, aufgrund der Einhaltung von Hygienevorschriften, dazu beigetragen haben. Mehrere Reminder-Aktionen zur Teilnahme an der Online-Befragung waren schließlich erfolgreich und wir konnten mit einer Ausschöpfungsquote von rund 32 Prozent zufrieden sein.

Die Erstellung des Code Plans - mit dem Oberthemen für die spätere Zuordnung der offenen Nennungen gefunden werden - verlief nach einer Absprache des ersten Entwurfes gut. Mit einer Ausnahme: Der Frage nach ungeeigneten Unternehmen als Sponsoren. Die dort oft genannte Antwort „nicht ethisch vertretbare Unternehmen“ konnten wir nicht konkret zuordnen und somit später dem Verein nur wenige ungeeignete Branchen nennen. Dies lag vor allem daran, dass unsere Fragestellung hier nicht präzise genug war und wir nach konkreten Unternehmen hätten fragen sollen.

Schon während der Feldarbeit haben wir uns den SPSS Syntaxen zur Aufbereitung der Daten gewidmet. Syntaxen werden bei uns im Institut mit SPSS - einem gängigen Statistikprogramm – geschrieben. Sie dienen zum Bereinigen und Auswerten der Daten in Form von Tabellen. Wir konnten sehr gut auf unsere bereits gemachten Erfahrungen aus anderen Studien zurückgreifen, so lief die gesamte Datenaufbereitung und Tabellierung problemlos ab. Rückblickend können wir feststellen, dass wir ein paar Fragen durchaus hätten präziser formulieren müssen, um ein noch klareres Ergebnis zu erhalten. Dies zeigte uns erneut, wie wichtig es ist, gute Fragen zu formulieren - etwas worauf wir in Zukunft noch mehr achten werden.

Auswertungen mit interessanten Einblicken in die Mitgliederstruktur

Den PowerPoint Bericht anzulegen und Charts zu erstellen hat uns besonders Spaß gemacht, da wir unsere eigenen Ideen umsetzen konnten. Die Herausforderung hierbei war es, die richtigen Darstellungen für unsere entwickelten Fragen zu wählen. Dazu sahen wir uns die bereits bereinigten Daten an, um entscheiden zu können, ob und wie man die Fragen darstellt. Auch die Möglichkeit, in bereits abgeschlossenen Projekten von rc zu stöbern, half uns dabei sehr.
Die Autoren
Ian Wend

Ian Wend und
Malena Kronshage

Malena Kronshage begannen im August 2019 ihre Ausbildung bei rc- research and consulting GmbH in Bielefeld. Sie besuchen während ihrer Ausbildung blockweise die Berufliche Schule für Medien und Kommunikation in Hamburg. Voraussichtlich werden sie im Januar 2022 ihre Ausbildung beenden.


Bei der Auswertung überraschte nicht nur uns, sondern auch später den Verein, dass 71 Prozent der Mitglieder in der Triathlon Abteilung aktiv sind, weil sie gemeinsam Sport treiben möchten; leistungsorientierten Wettkampfsport zu betreiben war nur 40 Prozent wichtig. Mit diesem Ergebnis konnten wir dem TSVE 1890 Bielefeld neue Erkenntnisse über die zentralen Sportmotive ihrer Mitglieder beschaffen, da zuvor von ihnen angenommen wurde, dass Triathlon eher als Individualsport betrieben wird. Als verbesserungswürdig stellte sich die Kommunikation im Verein heraus, mehr als ein Drittel der Befragten war damit nicht oder nicht ganz zufrieden. Dies lag vor allem daran, dass es sehr viele Kommunikationskanäle gibt und man oft nicht mitbekommt, was aktuell im Verein passiert. Auch vor dem Sport macht die Digitalisierung nicht halt: Zwei Drittel aller Befragten möchten künftig eine Video-Analyse zur Lauf- oder Schwimmtechnik nutzen. Ursprünglich hatten wir erwartet, dass weniger Mitglieder daran interessiert wären.

Nachdem wir kräftig in die Pedale getreten hatten, um schnellstmöglich den Bericht liefern zu können, fehlten uns nun nur noch die Action Title und die Zusammenfassung. Das war für uns zu dem Zeitpunkt etwas vollkommen Neues. Inhaltsauswahl, Schreibstil und Formulierung für die Titel mussten wir im Rahmen von Abstimmungsrunden lernen. Im letzten Schritt schafften wir es, die richtigen Formulierungen zu finden und zu einem Ergebnis zu kommen, mit dem wir zufrieden waren.

Eine Studie, auf die man stolz sein kann

Nach Lieferung unserer Ergebnisse im September 2020, bekamen wir sowohl intern als auch vom Verein sehr positives Feedback. Es war schön, zu erfahren, dass inzwischen schon einige unserer Studienergebnisse umgesetzt wurden. So gibt es nun einen wöchentlichen Newsletter, mehr Einsatz in den Sozialen Medien und mehr Zoomangebote zur Überbrückung der Ausfälle analoger Trainingsmöglichkeiten. Die Website der Triathlon-Abteilung befindet sich aktuell im Umbau und wird ebenfalls anhand unserer Ergebnisse neu aufgesetzt.
Der Verein bekam durch unsere Studie einen neuen Einblick in die Erwartungen seiner Mitglieder an den Vereinssport.

Wir können uns gut vorstellen, dass eine Mitgliederbefragung auch bei vielen anderen Vereinen ein neues Licht auf die Mitglieder werfen könnte und unter anderem dafür sorgen kann, Defizite aufzudecken, um sie anschließend zu verbessern. Unsere erste eigene Studie war also für den TSVE 1890 Bielefeld und uns ein großer Erfolg!
Future for FAMS
  • gegründet von Vertreter*innen des ADM, BVM, der Berufsschulen und langjährig berufstätigen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS)
  • Ausbildung mit der Möglichkeit
    + für junge Leute direkt in die Marktforschungsbranche einzusteigen
    + für Institute die Chance, ihren qualifizierten Nachwuchs maßgeschneidert auszubilden
  • FAMS und Studierende der Markt- und Sozialforschung ergänzen sich optimal: Erwerben Letztere vor allem Kompetenzen in der wissenschaftlichen Beratung, in Konzeption und Analyse, werden FAMS primär operational und organisatorisch ausgebildet.

Weitere Informationen zur Ausbildung auf der Seite des ADM >> sowie auf der Seite des BVM >>

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