Future for FAMS

„Betriebe bilden auch immer aus, um das von ihnen ausgebildete Personal einsetzen zu können“

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© Future of FAMS, pixabay
Julia Beuscher, ausgebildete FAMS, gibt Einblicke in ihre Laufbahn. Die heute 32-Jährige arbeitet als Project Manager CX bei Skopos Connect. Sie betreut inzwischen selbst eine auszubildende FAMS und studiert nebenbei noch an einer Fernuniversität BWL mit dem Schwerpunkt Marketing.
Würdest Du Dich wieder für den Beruf FAMS entscheiden? Definitiv, ja. Die Gründe hierfür nenne ich noch.

Was hast Du nach Deiner Ausbildung gemacht und was machst Du heute? Nach meiner Ausbildung wurde ich bei meinem Ausbildungsbetrieb Skopos Next als Project Manager Mystery Research eingestellt. Meine Aufgabe war es, Projekte im Mystery Research Bereich zu managen – insbesondere in der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche. Nach einem Jahr im Mystery-Research-Bereich bin ich dann als Project Manager Customer Experience (CX) zu der Partner Unit Skopos Connect gewechselt. Seitdem manage ich unter anderem CX-Projekte für große deutsche Automobilhersteller. Seit Oktober 2019 bin ich außerdem für unsere FAMS in Ausbildung verantwortlich. Nebenberuflich absolviere ich meinen Marketingbetriebswirt über die Fern-Universität Hagen.

Was macht Dir an dem Beruf des Marktforschers am meisten Spaß? Der Beruf in der Marktforschung ist vielfältig und sowohl mit Praxis- als auch Theorieelementen bestückt. Wir als Project Manager setzen nicht nur stupide die Umfragen für unsere Kunden um, wir entwickeln die Projekte von Beginn an zusammen mit unseren Kunden. Besonders toll ist es dann natürlich, wenn man eine selbst entwickelte Umfrage – im UX-Bereich eventuell auch eine eigens komplett entwickelte App – beispielsweise im Handel platziert sieht.

Welche Vorteile siehst Du persönlich in dem Ausbildungsberuf gegenüber dem klassischen Einstieg in die Marktforschung über ein Studium der BWL, Soziologie o.ä.? Bei der dualen Ausbildung sammelt man direkt wertvolle Kenntnisse in der Praxis. Dies kann man in einem Studium auch durch ein Praktikum oder Ähnliches tun. In einem Praktikum wird man jedoch eher selten an den Punkt kommen, für eigene Projekte verantwortlich zu sein. Nach der Ausbildung kann man auch direkt als vollwertiger Projektmanager eingesetzt werden, da einem die Vorgehensweisen im Projektgeschäft allzu gut bekannt sind. Wenn man als externer Berufseinsteiger nach dem Studium in einer Firma beginnt, bedeutet dies meist erst einmal ein Traineeship absolvieren zu müssen und eine Einarbeitungszeit, die schnell mal ein paar mehrere Monate dauern kann, bis man zu dem Punkt kommt Eigenverantwortung im Projektgeschäft übernehmen zu können.

Wem würdest du diese Ausbildung empfehlen und welche Voraussetzungen sollte man deiner Meinung nach mitbringen? Ihr habt Spaß an Projektkonzeptionen und –management mit Kundenkontakt. Ihr erstellt gerne statistische Auswertungen und interpretiert diese auch gerne, um mögliche Handlungsempfehlungen daraus abzuleiten. Ein gutes mathematisches und statistisches Verständnis sollte vorhanden sein. Auch Kommunikations- und Planungsstärke ist von Vorteil.

Wie wurdest Du nach Deinem Abschluss als FAMS von Deinem Umfeld wahrgenommen? Da ich während meiner Ausbildungszeit schon sehr viel Projektverantwortung zu tragen hatte und nie den „Stempel“ einer Auszubildenden hatte, war es für alle Beteiligten ganz klar, dass ich nicht als Junior Project Manager einsteigen werde, sondern direkt als Project Manager. Daher kann ich die Wahrnehmung meiner Person nach meiner Ausbildung durchaus nur als sehr positiv beschreiben.

Was hat Dich nach Deiner Ausbildung am meisten im Berufsalltag überrascht? Überraschungen habe ich keine erlebt. Denn den Berufsalltag habe ich während meiner Ausbildung schon in vollen Zügen erfahren. Noch ein Vorteil der Ausbildung: Man weiß ganz genau, auf welchen Job man sich nach der Ausbildung einlässt.

Inwieweit fühltest Du Dich nach Abschluss der Ausbildung auf deine heutige Tätigkeit vorbereitet? Der schulische Inhalt ist an sich die Grundlage für die Praxis. Wenn man den schulischen Inhalt beherrscht, kann man dem Fachjargon ohne Probleme folgen und statistische Auswertungen ohne Probleme erstellen und interpretieren. Auch lernt man den buchhalterischen Kontext von Projektarbeit kennen und kann Projektkalkulationen so ohne Probleme nachvollziehen.

Klar kann die Schule hier nicht alles weitervermitteln, was einem in der Praxis begegnet. Gerade weil die Methoden der Marktforschung sich immer weiterentwickeln und Bereiche wie User Experience (UX) immer präsenter werden und sich die Methoden an die heutige Zeit immer mehr anpassen und sich digitaler weiterentwickeln.

Welchen Tipp würdest Du einem startenden FAMS mit auf den Weg geben? Versucht während eurer Ausbildung möglichst viele Facetten der Markt- und Sozialforschung kennenzulernen, um so nach der Ausbildung auch entscheiden zu können, in welchem Bereich ihr euch seht.

Wenn ihr den für euch perfekten Ausbildungsbetrieb gefunden habt und euch dort auch eine Übernahme nach der Ausbildung vorstellen könnt, seid stets interessiert und neugierig. Betriebe bilden auch immer aus, um das von Ihnen ausgebildete Personal nach der Ausbildung einsetzen zu können – denn warum sollte man das eigene gut ausgebildete Personal an die Konkurrenz abgeben.
Future for FAMS
  • gegründet von Vertreter*innen des ADM, BVM, der Berufsschulen und langjährig berufstätigen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS)
  • Ausbildung mit der Möglichkeit
    + für junge Leute direkt in die Marktforschungsbranche einzusteigen
    + für Institute die Chance, ihren qualifizierten Nachwuchs maßgeschneidert auszubilden
  • FAMS und Studierende der Markt- und Sozialforschung ergänzen sich optimal: Erwerben Letztere vor allem Kompetenzen in der wissenschaftlichen Beratung, in Konzeption und Analyse, werden FAMS primär operational und organisatorisch ausgebildet.
Weitere Informationen zur Ausbildung auf der Seite des ADM >> sowie auf der Seite des BVM >>
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