Esomar Kongress 2019

YES-Award für den Nachwuchs

© Sabine Hedewig-Mohr
Zehn junge Forscher wurden aus 50 Einsendungen ausgewählt, um auf der großen Bühne bei der internationalen Esomar Konferenz in einem Elevator-Pitch in drei Minuten ihre Arbeiten vorzustellen. Die drei vom Publikum gewählten Aspiranten durften die Studie in voller Länge präsentieren.

Ellie Imman und Emma Bennett vom privaten Fernsehsender Sky berichten, wie sie das Marketing für die Eigenproduktionen unterstützen. Da der Second Screen beim Fernsehkonsum eher die Regel als die Ausnahme ist, haben sie dies für ihren Forschungsansatz genutzt. Mit der App Live Lens werden während der Ausstrahlung von neuen hauseigenen Serien die Stimmungen, Kommentare, Anregungen und Beschwerden der Zuschauer erfasst. So geschehen bei der kürzlich gestarteten Serie Chernobyl über die Explosion im sowjetischen Atomkraftwerk im Jahr 1986 und bei der Thrillerserie Riviera. Mit diesen Erkenntnissen können die beiden Jungforscherinnen Input für das Marketing und die Berichterstattung geben.



Auch bei Debby Ling von SKIM Singapore sind die sozialen Medien ein Thema. Sie räumt mit den Vorurteil auf, alle Reaktionen auf Social Media seien gleich zu bewerten. In einer Studie mit 200 Teilnehmern in den USA hat sie eine Wertung von verschiedenen Äußerungen wie Daumen hoch, Daumen runter oder Herzchen berechnet. Heraus kamen Metriken wie „ein Herzchen sind 3,5 Daumen hoch“ oder es braucht 10 „Daumen hoch“ um ein „Daumen runter“ zu kompensieren. Sie konnte aber auch nachweisen, dass negative Reaktionen nicht immer schlecht sind, es muss der Kontext des Posts betrachtet werden.

Die dritte Gewinnerin war Kristen Ball von Kantar USA. „How to Catch Liars before they Lie“ hieß ihre Studie. Ball zeigt auf, wie gerade bei heiklen Themen ein vorheriges Priming durch realistische Bilder oder Bildern aus dem kulturellen Umfeld die Wahrscheinlichkeit einer ehrlichen Aussage erhöht.


Mit sogenannten „Memes“ wird den Teilnehmern an Umfragen gezeigt, dass es gar nicht so ungewöhnlich ist, ein nicht so ganz ordentlicher Mensch zu sein – und dass die Kinder nach der Schule nicht draußen mit Freunden spielen, sondern auch oft vor einem Bildschirm abhängen, darf auch ruhig zugegeben werden. Mit dieser Initiative will Esomar nicht nur Nachwuchs für die eigenen Veranstaltungen rekrutieren, sondern auch der Branche ein Signal geben, den Nachwuchs zu fördern.

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