Digital Health Report 2021

Größere Wichtigkeit digitaler Gesundheitsangebote durch Corona

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Bitkom veröffentlicht den Digital Health Report 2021 zum Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Der Report zeigt, dass digitale Gesundheitsangebote durch Corona zwar häufiger in Anspruch genommen wurden, bei der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens aber noch Luft nach oben ist.

„Die Deutschen wissen um die Wichtigkeit von Digitalisierung im Gesundheitswesen. Und das durch Corona“. So fasst Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Ergebnisse des jährlich erscheinenden Digital Health Reports zusammen, der sich mit Angebot und Nutzung digitaler Gesundheitsangebote in Deutschland auseinandersetzt.


Der Report fasst in diesem Jahr die Ergebnisse zweier Befragungen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zusammen. Eine erste Befragung zu Themen der digitalen Gesundheitsversorgung wurde im Mai 2021 unter 1.157 Personen in Deutschland ab 16 Jahren durchgeführt, eine zweite speziell zum digitalen Impfnachweis Anfang Juli 2021 unter 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.

Die Pandemie hat nicht nur den Digitalisierungsprozess beschleunigt, sondern auch die Einstellung vieler Deutschen zu digitalen Gesundheitsangeboten verändert: So geben 78 Prozent der Befragten an, dass ihnen erst durch die Pandemie bewusst geworden ist, wie wichtig die Digitalisierung im Gesundheitswesen sei. Auch räumen 75 Prozent der Befragten ein, dass sich eine solche Krise besser mit digitalen Technologien bewältigen lässt – ein Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der Beschleunigung der Digitalisierung durch die Pandemie fordern 71 Prozent der Deutschen mehr Tempo beim Ausbau digitaler Medizin, 70 Prozent sehen Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems sogar schlechter aufgestellt.

Der Report zeigt auch das große Interesse an digitalen Gesundheitsangeboten, wie dem digitalen Impfnachweis. 85 Prozent der Befragten sind an einem digitalen Impfnachweis interessiert, 42 Prozent haben ihn bereits auf ihrem Smartphone gespeichert. Den QR-Code zur Aktivierung des Impfnachweises hat mit 31 Prozent die Mehrheit aus der Apotheke, gefolgt vom Impfzentrum mit 26 Prozent.

Verwendet wird der digitale Impfnachweis mit 87 Prozent am häufigsten für Treffen mit Freunden und Familie, nur 22 Prozent benötigen ihn für die Arbeit.
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Und auch die Bereitschaft, zukünftig anstelle eines herkömmlichen Papier-Rezepts das E-Rezept zu verwenden, ist unter den Deutschen recht groß: 59 Prozent der Befragten sind daran interessiert, das E-Rezept zu nutzen. Vorteile erhoffen sich 51 Prozent der an der Nutzung interessierten durch eine automatische Erkennung von Wechselwirkungen, 44 Prozent hoffen auf die Vermeidung von Zettelwirtschaft.

Noch höher ist das Interesse an der elektronischen Patientenakte: Hier sind 66 Prozent der Befragten bereit, diesen digitalen Gesundheitsservice in Zukunft zu nutzen. Positiv sehen 74 Prozent der Befragten hierbei das Einsehen vorheriger Diagnosen durch andere Ärzte, 56 Prozent hegen Bedenken aufgrund des Datenschutzes.

Im Vergleich zu 2020 hat sich die Nutzung der Videosprechstunde mit 14 Prozent nur um einen Prozentpunkt gesteigert. Hier fällt auf, dass vor allem Menschen von 50 bis 64 Jahren den Service in Anspruch genommen haben. Als Hauptgrund für die Nutzung der Videosprechstunde geben 70 Prozent die Angst vor einer möglichen Corona-Infektion durch einen Arztbesuch an.

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