dh Labs

Dunnhumby gründet Innovationsabteilung

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Innovationen sind gefragt, und der Bedarf nach neuen, innovativen Lösungen macht auch vor der Marktforschungsbranche nicht halt. Das britische Marktforschungsunternehmen dunnhumby hat deshalb einen eigenen Accelerator namens dunnhumby Labs (dh Labs) gegründet. Dort sollen neue Technologien entwickelt werden, um das Produktangebot des Unternehmens im globalen Einzelhandel auszubauen.

Als Accelerator wird eine Einrichtung bezeichnet, in der Innovationen kreiert und weiterentwickelt werden. Diese kann extern und unternehmensübergreifend, oder, im Fall von dunnhumby, in ein Unternehmen integriert sein. Der dunnhumby Accelerator wird von Kyle Fugere geleitet, der auch den Risikofond dunnhumby Ventures betreibt. Fugere sieht in dieser Doppelrolle einen entscheidenden Vorteil: „Ich arbeite mit dem dh Labs Team zusammen, um die Erfahrungen aus meiner Arbeit mit wachstumsstarken Start-ups zu nutzen und sie auf unsere vielversprechendsten Innovationen anzuwenden. Die Mission ist es, unsere Teammitglieder dazu zu bringen, wie ein Start-up zu denken,“ so Fugere in einer Pressemitteilung des Unternehmens.



Ein Blick auf die aktuellen Projekte des dunnhumby Labs zeigt, dass sich die Innovationsansätze des britischen Unternehmens vor allem auf drei Schlüsselthemen konzentrieren, die die Marktforschungsbranche aktuell stark beschäftigen: Eine holistische Sicht auf den Konsumenten, schnellere Insights und Machine Learning. So arbeitet dunnhumby beispielsweise an der B2C-App HuYu, die eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden und damit ein noch besseres Kundenerlebnis ermöglichen soll. Die App sammelt Verhaltens- und Lifestyle-Daten von Kunden und leitet diese an Händler und Marken weiter. Für die Bereitstellung ihrer Daten werden Teilnehmer mit Punkten belohnt, die sie gegen Prämien einlösen können.

Solche Datensätze, die nicht bloß demografische Angaben zu Kunden enthalten, sondern Aufschlüsse über den Lifestyle der Konsumenten geben und damit zu einem tieferen Kundenverständnis führen, gelten als Steckenpferd von dunnhumby. In den Neunzigerjahren rief der Marktforscher zusammen mit der britischen Handelskette Tesco die Kundenkarte ins Leben, anhand derer wertvolle Insights zum Verhalten der Verbraucher gesammelt werden konnten, die bisher unerkannt und von Marketing- und Marktforschungsabteilungen weitestgehend ungenutzt blieben.


Eine weitere Innovation, an der man in den dh Labs derzeit arbeitet, ist das Analysetool OneFour, das Kennzahlen wie die Verbreitungsrate in Haushalten in Millisekunden berechnet. Händler sollen so schneller an Insights kommen und dementsprechend zügiger agieren können. Mit der automatisierten Maschinenlernplattform dh Evolve will man sich indes die künstliche Intelligenz zunutze machen: Sie soll dabei helfen, Entwicklungen wie die Kundenabwanderung besser zu verstehen und die Kaufbereitschaft sowie den präferierten Vertriebskanal der Verbraucher vorherzusagen.

Fugere ist überzeugt davon, dass die Zukunft denjenigen Unternehmen gehört, die sich ständig weiterentwickeln und zukunftsorientiert denken, weshalb die dh Labs seiner Meinung nach eine wichtige Rolle in der Entwicklung des globalen Einzelhandels spielen: „Der Einzelhandel befindet sich in einem massiven Wandel, und Führungskräfte müssen über ihren eigenen Horizont hinausblicken, um langfristig erfolgreich zu sein.“

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