Deeper Insights Days

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Produkte zur Verbesserung des Wohlbefindens werden im Consumer Markt immer mehr nachgefragt. Daher wundert sich Anja Wenke, Head of DocCheck Research, warum die Anbieter nicht das Potenzial des medizinischen Fachpersonals erkennen, zur Forschung und zur Akzeptanz bei der Empfehlung gesundheitsrelevanter Produkte.

Der Markt für Produkte, die gesundheitlich förderlich sein sollen, boomt derzeit. Was beobachten Sie als Spezialinstitut für Pharma-Marktforschung? Welche Art von Produkten sind besonders beliebt? Es tut sich einiges in dem Markt. Das gesellschaftliche Klima ist günstig, denn durch Corona beobachten wir deutliche Digitalisierungsschübe im Healthcare-Markt. Viele Arzneimittelhersteller suchen derzeit zudem verstärkt Wege, um sich patientennah zu positionieren und die Produktbindung zu steigern. Da bieten sich digitale Lebensstil- und Ernährungsservices an. Mit dem Digitale Versorgung Gesetz (DVG) wurden seit Ende 2019 auch einige Hürden aus dem Weg geräumt. So kommen therapieunterstützende Apps zunehmend in den Fokus, auch für chronische Erkrankungen. Jetzt ist der Weg frei für die sogenannte "App auf Rezept“.


Wie ist das mit den vielen Produkten, die entweder die Ernährung ergänzen oder einzelne Bestandteile ersetzen sollen. Früher musste ein Mensch mit Glutenintoleranz mühsam einen Lieferanten suchen, heute gibt es solche Produkte bei jedem Discounter. Aus Sicht der Medizin ist gesunde Ernährung oder vielmehr das Dilemma der verbreiteten Fehlernährung sowie Bewegungsmangel ein schwer zu knackendes Thema. Viele Menschen befassen sich erst dann damit, wenn sie bereits schwer erkrankt sind, das Kind also schon in den Brunnen gefallen ist.

Andere wiederum setzen auf bewusste Ernährung, ernähren sich vorwiegend vegetarisch oder sogar vegan - und stoßen hier dann bei ihren Ärztinnen und Ärzten auf große Skepsis und viele Vorurteile. Da hängt die etwas konservative Humanmedizin in Deutschland den aktuellen Trends deutlich hinterher, das ist natürlich kontraproduktiv.

Interessanterweise legen auch viele Halterinnen und Halter von Hunden und Katzen großen Wert auf die gesunde Ernährung ihrer Haustiere und kaufen spezielles Tierfutter direkt in der tierärztlichen Praxis oder lassen sich dort über geeignetes Tierfutter beraten. Von den Herstellern sind daher Studien mit Tierärztinnen und Tierärzten im Kontext des Empfehlermarketings gefragt.
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Auf den Deeper Insights Days stellt Anja Wenke, Head of DocCheck Research, die Vorteile von Befragungen von Personal aus dem Gesundheitswesen für neue innovative Health-Produkte vor. Am 12.5. von 11:30 bis 12:30 Uhr in einer virtuellen kostenfreien Teams-Konferenz. Zur Anmeldung >>
Was könnten Unternehmen, die Gesundheitsprodukte auf den Markt bringen, von Ärzten oder Personal aus dem Gesundheitswesen erfahren? Medizinisches Fachpersonal kann auf sehr plakative Weise erklären, wo bei den Patientinnen und Patienten „der Schuh drückt“. Durch eine Befragung dieser Zielgruppe versteht man relevante „Pain Points“ sehr viel besser und tiefgehender. Solche Insights auf Expertenbasis bieten die Chance für eine fundiertere Kommunikation und Positionierung von Gesundheitsprodukten. Zudem ist es wichtig zu sehen, ob die eigenen Produkte von Ärztinnen und Ärzten, Apothekenpersonal oder PTAs auch gekannt und empfohlen werden. Wenn sich ein Patient oder eine Patientin im ärztlichen Beratungsgespräch nach der Einschätzung bezüglich eines bestimmten Nahrungsergänzungsmittels erkundigt oder auch nach einer bestimmten Ernährungsweise oder einer Healthcare-App – und die Ärztin bzw. der Apotheker kennen dies nicht – dann ist deren Verwendung möglicherweise schnell wieder vom Tisch.
Anja Wenke
Anja Wenke (Foto: DocCheck)
ist Head of DocCheck Research - dem Institut für Markt- und Meinungsforschung von Doc Check, der Community für medizinische Fachberufe, - und seit gut 20 Jahren im Bereich der Markt- und Medienforschung tätig. Ihr Steckenpferd ist die strategische Markenführung.

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