DAIS: Diskussionsrunde

Den Menschen hinter den Daten sehen

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Wie verändert sich die Branche für die Datenanalysten? Und worauf wird bei der Suche nach Fachkräften wert gelegt? Hans-Werner Klein (Der DataBerata), Jörg Munkes (GIM-Analytik), Karin Immenroth (Mediengruppe RTL Deutschland) und Nina Meinel (Syncier Analytics) diskutieren über diese und weitere Fragen am Tag 2 der DAIS.

Geleitet wurde dieser Austausch von Datenspezialisten von Hans-Werner Klein (Data Berata), der ganz unaufgeregt einige provokante Thesen in den Raum stellte. Etwa: Sind wir die Hüter des heiligen Daten-Grals? Natürlich nicht. In manchen Unternehmen ist das, was die Marktforschung beisteuern kann, sogar nur ein sehr kleiner Teil, sagt Nina Meinel, deren Unternehmen Syncier Analyics zur Allianz gehört, mithin einem Versicherungskonzern. Meinel war zuvor bei der GfK und sieht einen deutlichen Shift vor allem in der Zukunftsorientierung der Insightsbranche. Marktforschung kann nur sagen, wie die Situation gewesen ist, gemeinsam mit Data Analytics werden Prognosen möglich. 


 Karin Immenroth (Mediengruppe RTL) stimmt zu und beschreibt die neuen Möglichkeiten als „komplette Revolution der Branche“. „Soweit konnte man früher in der Marktforschung nicht gehen“, erklärt Immenroth. Zwar hätte es schon immer Ideen und Vorstellungen gegeben, diese konnte man jedoch nicht mit Zahlen und Daten belegen.
Die Teilnehmer
  • Hans-Werner Klein, Der DataBerata
  • Jörg Munkes, GIM-Analytik
  • Karin Immenroth, Mediengruppe RTL Deutschland
  • Dr. Nina Meinel, Syncier Analytics
Wobei sich alle vier Experten einig sind: Die Branche wird immer technischer und digitaler. Quantitative Forschung habe schon immer Insights geliefert, die Digitalisierung bringe jedoch ganz neue Möglichkeiten mit sich, so Immenroth. „Mittlerweile wertet man Daten in Echtzeit aus – und das hat der ganzen Branche einen Push gegeben“, erklärt die Chief Data & Analytics Officer bei RTL. Immenroth ergänzt, dass RTL sich zum Ziel gesetzt habe, dass alle Mitarbeiter mit Daten arbeiten sollen.

Durch den Digitalisierungs-Push sei bei der Suche nach jungen Talenten auch der Blick auf den technischen Background wichtig geworden. „Ich hätte nie gedacht, dass die Branche mal so IT-lastig wird“, so Immenroth. Für Jörg Munkes (GIM) ist jedoch nicht nur das Know-How und Interesse gegenüber Daten wichtig: „Wir brauchen Menschen, die sich auch für Menschen interessieren – nicht nur für Daten“. Zwar brauche man Daten, jedoch auch ein Verständnis von Menschen, um diese richtig nutzen zu können. „Man muss den Menschen hinter den Daten sehen und verstehen“, so Munkes.

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