DAIS - Blockchain

Eine Investition in die Zukunft

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Stefan Oglesby (links) und Stephan Shakespeare mit Sabine Hedewig-Mohr
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Stefan Oglesby (links) und Stephan Shakespeare mit Sabine Hedewig-Mohr
Kein einfaches Thema, mit dem wir Stefan Oglesby und Stephan Shakespeare hier betraut haben. Die Blockchain wird allgemein mit Bitcoins assoziiert. Es ist aber viel, viel mehr und die Anwendungen sind sehr vielseitig.

Stefan Oglesby ist Gründer und ehemaliger CEO des Schweizer LINK Instituts und heute mit der data IQ AG als Berater tätig. Er beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Blockchain in verschiedenen Bereichen. Für ihn ist sie ein demokratisches Instrument, das die Sicherheit von Daten besser gewährleiste als andere Systeme.


Stephan Shakespeare, CEO von YouGov, erklärt wie das YouGov Direct Panel, als erste Anwendung dieser Technologie in der Marktforschung, funktioniert. Vor allem wurde zu dem vorhandene Panel für Befragungen eine Selfsevice-Plattform ergänzt. „Ich glaube, dass Selfservice nötig ist“, sagt Shakespeare. Bei der großen Menge an Daten, die damit verfügbar wird, sei eine aufkommende Nervosität ganz natürlich. „Wir speichern aber keine Daten in der Blockchain, sondern nur eine Art Quittung“, das mache den Prozess transparent.

Aber mehr als für Befragungen kann diese blockchain-basierte Plattform auch für andere Dinge nützlich sein. „YouGov Direct allows Research but it also allows experimental advertising“, sagt Shakespeare.

Diese Verknüpfungen von Daten seien das eigentlich interessante, sind sich beide Experten einig. Oglesby berichtet von einer Schweizer Initiative, die Befragungen mit Daten eines Loyality-Programms verknüpfe und Shakespeare verrät zum Schluß noch ein zukünftiges Projekt von YouGov: Die Teilnehmer werden um Erlaubnis gebeten, ihre Sehgewohnheiten bei Netflix zu übertragen. Diese Daten habe bisher niemand, außer Netflix selber. Verknüpft mit anderen persönlichen Informationen der Probanden, werde daraus eine Informationen, die vorher nicht zu haben war. Wenn man bei solchen Prozessen, keine Sicherheiten einführe, könnte es problematisch werden. Allerdings.
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Die Erfahrung von Shakespeare und Oglesby ist, die Konsumenten, die sich bereit erklären bei einem Panel mitzumachen und ihre Daten bereits teilen, haben auch weniger Bedenken aus Datenschutzgründen. In dem Fachgespräch sind sich die beiden Experten einige, dass die DSGVO mit der Blockchain nit gut zusammenpasse. Dieses Gesetz ist für eine solche Technologie nicht gemacht. Das bedeutet aber nicht, das die Blockchain keine Daten schütze, eher im Gegenteil. Wenn der Sicherheitsaspekt geklärt ist, sind die Möglichkeiten, die Daten zu nutzen, unbegrenzt. Dazu gehöre den Probanden ein Höchstmaß an Freiheiten zu zubilligen, etwa, dass sie jederzeit den Prozess der Datenübergabe stoppen können.

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