Buzzwords 31-35

Von Mikro-Targeting bis Künstliche Intelligenz

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Wer eigentlich nichts zu sagen hat, benutzt sie gerne, manchmal trifft man aber auch mit einem knappen, meist englischen Begriff besser den Nagel auf den Kopf als mit langen Beschreibungen. Fabian Müller rechnet mit dem Buzzword-Bingo in Marketing und Marktforschung ab.

31. Mikro-Targeting

Nach Targeting, Re-Targeting, Geo-Targeting und Re-Re-Targeting schwört heute alles auf das Mikro-Targeting. Am besten mit Mikro-Influencern, sodass auch die nischigste Mikro-Zielgruppe mit den passenden Werbebotschaften erreicht wird. Erschwert wird das allerdings durch Datenskandale, Adblocker und andere widrige Antihelden.



32. Industrie 4.0

Die Industrie 4.0 ist sozusagen das Buzzword 2.0. Nur wird es blöderweise vor allem von denjenigen eingesetzt, die davon keine Ahnung haben. Vernetzte Maschinen sind in verschiedenen Teilen der deutschen Industrie (Stichwort „Hidden Champions“) bereits Standard, wenn auch noch längst nicht flächendeckend. So lange aber in der Politik 1.0 von Lufttaxis schwadroniert wird, scheint das auch schwer zu realisieren sein.

33. Millennials

Die stets neugierige Generation Y darf sich vor allem eine Frage stellen: Wieso wir? Sie wurde, um es mit den Worten eines Ex-Fußballprofis zu sagen, von der Werbebranche hochsterilisiert. Als die Generation, bei der alles digital, individuell und nachhaltig sein muss – sozusagen der Endgegner des klassischen Marketing. Inzwischen wurde sie wieder ersetzt durch die noch digitalere und noch individuellere Generation Z.

34. KPI

Man stelle sich vor, Fanta Vier hätten ihren Megahit „MFG“ nicht 1999 gerappt, sondern heute. Dann wäre FCKW zwar immer noch „nich’ okay“, der ADAC weiter „ojemine“, aber sonst hätte sich einiges geändert. Zumindest in der Marketing-Edition, denn die Branche hat ein favorisiertes Akronym: KPI, mit freundlichen Grüßen, die Welt liegt uns zu Füßen, denn wir stehen drauf. Und das stimmt: Die Liste möglicher „Key Performance Indicators“ ist dank Social Media schier unendlich. Oft allerdings nur Schall und Rauch.

35. Künstliche Intelligenz

Alexa, Siri, Cortana – es kann eigentlich nicht mehr lange dauern, bis bei Erstklässlern allein durch die Vornamen auf die technische Affinität der Eltern geschlossen werden kann. Schließlich haben First Mover schon seit drei iPhone-Generationen einen smarten Sprachassistenten im heimischen Wohnzimmer stehen. Und egal, ob mit Voice, Chat oder dem guten alten humanoiden Roboter – künstliche Intelligenz ist angesagt wie nie.

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