Buzzwords 11-15

Von Influencer Marketing bis "Internet of Things"

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Wer eigentlich nichts zu sagen hat, benutzt sie gerne, manchmal trifft man aber auch mit einem knappen, meist englischen Begriff besser den Nagel auf den Kopf als mit langen Beschreibungen. Fabian Müller rechnet mit dem Buzzword-Bingo in Marketing und Marktforschung ab.

11. Influencer Marketing

Klingt wie eine Grippe, ist tatsächlich aber eine Epidemie geworden. Es herrscht eine Goldgräberstimmung wie einst am Klondike River, in den Social-Media-Kanälen werben die Sternchen der Szene inzwischen für alles und jeden – vom Color-Waschmittel über Dauerwürstchen (sogenannter Snackable Content) bis hin zu kalifornischen Hipster-Festivals. Erholung vom Virus Influencer Marketing ist erst einmal nicht in Sicht.



12. Blockchain

Das Internet in Ketten zu legen, passt so gar nicht in die Philosophie digitaler Freiheitsgeister und doch ist Blockchain derzeit der, pardon, heißeste Scheiß im Marketing. Tatsächlich wird hier niemand und nichts gefesselt, im Gegenteil, mehr Transparenz und Sicherheit sollen her. Das lässt jedes Interview problembewusst, fortschrittlich und aufgeklärt erscheinen. Über Name-Dropping und Beta-Tests geht die hochkomplexe Technologie im Marketing aber noch nicht hinaus.

13. Visibility

Wer im Marketing-Dickicht den Durchblick hat, wird auch gesehen. Und sichtbar wollen am Ende ja alle sein. Nur: Was heißt das überhaupt? Dem einen reicht ein kurzer Wimpernschlag, dem anderen schon die theoretische Aussicht auf Sichtbarkeit. Ein klassischer Fall fehlender Standards, wie schon häufig beklagt. Darum lässt sich die Visibility praktischerweise je nach Kanal (und Gusto) unterschiedlich auslegen.

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14. Content Marketing

Das „Last Christmas“ unter den Buzzwords. Weil schon die Kritik daran (der vielbesungene „alte Wein in neuen Schläuchen“) genauso ausgelutscht ist wie der Begriff selbst, darf Content Marketing als das wohl größte Schlagwort dieses Jahrzehnts gelten. Als Allheilmittel gepriesen, um in Zeiten der digitalen und medialen Umwälzungen die Reichweiten doch noch halbwegs hochzuhalten, beschreibt es – genau: alles und nichts.

15. Internet of Things

Das Horrorszenario deutscher Kleinbürger? Der Kühlschrank teilt dem Laptop (dessen Kameralinse mit einem Post-it abgeklebt ist) via Dash-Button mit, dass trotz erhöhtem Cholesterinspiegel schon wieder die Vollfettmargarine aus ist. Über den Amazon-Account wird Nachschub geordert, der Diesel-SUV hat beim Einsteigen die Route zur Packstation programmiert. Willkommen im Jahr 2025. Trotzdem spricht die Branche schon seit Jahren so, als sei IoT längst überall Standard.


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