Bewegungsverhalten

Wie die zweite Welle das Mobilitätsverhalten der Deutschen verändert

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© Imago Images/Chris Emil Janßen
Seit Inkrafttreten des „Lockdown light“ am 2. November sind die Deutschen wieder deutlich weniger unterwegs. Das belegen drei aktuelle Studien. Neben dem Bewegungsverhalten der Bürger hat sich jedoch auch ihre Mobilitätsnutzung stark verändert: Fahrräder liegen derzeit voll im Trend.
Im Sommer hatte man das Gefühl, es wäre fast geschafft. Seit Anfang Oktober steigen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen jedoch stetig. Die Menschen ändern nun erneut – genau wie im ersten Lockdown im März dieses Jahrem – ihr Bewegungungsverhalten.


Laut einer aktuellen GIM-Studie bewegen sich die Deutschen Ende Oktober bereits um ein Fünftel weniger als noch Mitte September. Das Marktforschungsinstitut stellte zudem fest, dass die verschiedenen Altersgruppen ihre Mobilität sehr unterschiedlich ausgeprägt verringern: Während die 16- bis 29-Jährigen ihre Tagesdistanz prozentual von Mitte September bis Ende Oktober um lediglich 13 Prozent reduzieren, taten dies die 30- bis 64-Jährigen im gleichen Zeitraum um 23 Prozent – die über 65-Jährigen sogar um 25 Prozent. GIM trackt über das Geolocation-Tool „GIM Traces“ täglich etwa 200.000 Positionsangaben der teilnehmenden Panelisten. Derzeit werden mehr als 3.000 Teilnehmer erfasst.

Auch eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, dass sich die Mobilität deutschlandweit seit mit Inkrafttreten der bundesweiten Beschränkungsmaßnahmen deutlich verringert hat. Am Montag, den 2. November, sei die Mobilität um 3,6 Prozent, am darauffolgenden Dienstag sogar um 6,4 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Wochentag der Vorwoche zurückgegangen. Corona-Hotspots waren von diesem Rückgang im Durchschnitt stärker betroffen als Nicht-Hotspots.


Aus dem aktuellen Mobility Trend Report von Ebay Ads geht hervor, dass die Deutschen in Corona-Zeiten zunehmend auf flexible und individuelle Mobilität setzen. In den Monaten August und September 2020 liegt das Auto mit 5,3 Millionen Suchanfragen bei Ebay.de zwar immer noch vorne, Zweiräder holen jedoch auf: Besonders E-Bikes (+71 Prozent) und Fahrräder (+67 Prozent) legen im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu – gefolgt von Motorrädern (+53 Prozent) und Rollern (+47 Prozent).
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