Bewegtbildmessung und noch mehr

AGF lädt zum Update und stellt Projekte vor

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Kerstin Niederauer-Kopf ist Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung
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Kerstin Niederauer-Kopf ist Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung
Nach zwei Jahren Corona-Pause lud die AGF Videoforschung wieder zu einer Veranstaltung ein. Kerstin Niederauer-Kopf gab ein Update der Forschungsvorhaben und einen Ausblick auf die Pläne der Organisation. Zudem wurden die frischen Ergebnisse des Ergebnisse „Convergence Monitor 2021“ präsentiert.

Rückkanal-Daten sind aktuell wirklich „the hottest shit“ in der Reichweitenmessung, so Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF, die im Druckwasserwerk in Frankfurt, ein Update über die Arbeit der AGF gab. Derzeit testet die AGF die Integration von großen Datenbeständen, um die Panel-Messung zu ergänzen und nutzt große Testdatenbestände von Sky, RedTech und Smartclip.


Außerdem berichtete Niederauer-Kopf über die Fortschritte des Smartmeter-Projektes. Neben der Messung im AGF-Kernpanel werden gemeinsam mit der GfK Router in Haushalten installiert, die Aussagen über die Nutzung von Streaming- Diensten und -Plattformen am Smart-TV ermöglichen. Mit diesen Daten kann beispielsweise auf Plattformebene die durchschnittliche tägliche Sehdauer etwa von Netflix- oder Amazon-Prime-Video auf dem Big Screen ermittelt werden. Die Installation der Geräte läuft zügiger als geplant. Bis Ende des Jahres sollen bereits Router in 2000 Haushalten installiert sein. Da die Messung im AGF-Kernpanel eine Personen-Anmeldung verlangt, können verschiedene Zielgruppen getrennt erfasst werden. Perspektivisch lässt diese Methode auch die Messung aller anderen Devices der Haushaltsmitglieder zu – beispielswiese die Nutzung via Smartphones und Tablets. Damit ist auch eine Single-Source-Auswertung über die Nutzung auf allen Devices im Haushalt hinweg möglich. Bislang betreibt die AGF die Streaming-Messung mit Nielsen, während TV mit der GfK gemessen wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Niederauer-Kopf ist das Projekt der internationalen Organisation World Federation of Advertisers WFA. Die WFA erarbeitet gerade mit Google und Facebook einen globalen Corssmedia-Ansatz. Entscheidend ist für sie dabei, dass dieser Ansatz in das Bestehende integriert werden kann, quasi ein Ad-on ist.

Da der Gesellschafterkreis der AGF nicht mehr nur aus TV-Anbietern besteht, wird mittlerweile auch eine crossmediale Messung vorgenommen. Ein schnelles Planungs-Tool ist bereits entwickelt.

Im zweiten Vortrag an diesem Abend stellte Christina Leder von Kantar Deutschland den neuen Convergence Monitor vor. Diese Studie führt Kantar bzw. deren Vorgänger bereits seit 2008 durch. Seit 2020 unter dem Dach der AGF. Die wichtigsten Erkenntnisse: In beinahe jedem Haushalt steht ein Fernsehgerät und in jedem zweiten mittlerweile ein Smart-TV. Die Zahl der Smartspeaker und der Smartwatches nimmt gewaltig zu. Ein Drittel der Haushalte verfüge auch über eine Spielekonsole.

Wenn die Deutschen das Internet nutzen, konsumieren sie zu einem Drittel der Zeit Videoinhalte – je jünger, desto lieber. Bei älteren Zielgruppen über 50 Jahre hat der Videokonsum nach einem starken Corona-Effekt im vergangenen Jahr wieder leicht nachgelassen.

Insgesamt hat sich die Online-Bewegtbildnutzung stabilisiert: Rund drei Viertel der Deutschen sehen sich mindestens einmal im Monat Video-Inhalte an. Dabei sind die Mediatheken – ob die der Öffentlich-Rechtlichen oder der Privaten – weiter auf dem Vormarsch. Aber natürlich relvant für die Videonutzung sind auch Social Media, wobei der relative Anteil von YouTube gesunken ist. Newcomer TikTok ist bei der erstmaligen Erhebung mit 16 Prozent gleich auf Platz 5 eingestiegen.

Schließlich wird an dem Abend noch der langjährige Aufsichtsratsvorsitzender der AGF, Martin Berthoud, geehrt. Berthoud war als Leiter der Hauptabteilung Programmplanung beim ZDF und ist in diesem Frühjahr in den Ruhestand gegangen. Er war seit 1998 für das ZDF in der AGF vertreten.

Das Networking ist an dem Abend ebenfalls nicht zu kurz gekommen. Die Teilnehmer haben es sichtlich genossen sich nach langer Pause wieder persönlich zu begegnen.

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