Bedürfnisstudie von Point Blank und Grabarz JMP

5 Innovationsfelder für die Post-Corona-Ära

   Artikel anhören
© planung&analyse
Der angeordnete Lockdown hat den Alltag der Menschen auf den Kopf gestellt aber auch in Rekordzeit zu neuen Verhaltens- und Denkweisen geführt: Sie kaufen anders ein, arbeiten und lernen anders, informieren und kommunizieren mit neuen Mitteln. Die Forschungs- und Beratungsagentur Point Blank und die Innovationsagentur Grabarz JMP glauben daher, dass die Krise den Beginn einer neuen Innovations-Ära markiert.
Welche dieser neuen Verhaltensweisen werden wir auch nach der Krise beibehalten? Wie verändert sich unser Konsumverhalten und unsere Erwartungen an Unternehmen sowie Marken? Und vor allem: Welche Innovationschancen entstehen dadurch für Unternehmen? Diese Fragen stellten sich Christoph Welter, Managing Director von Point Blank, und Alexander Kovrigin, Standortleiter bei Grabarz JMP. Point Blank  führte dafür eine ethnografische Studie durch, in der die Teilnehmer über drei Tage hinweg via Smartphone Alltagserlebnisse teilten und kommentierten. Die gewonnen Erkenntnisse wurden in Video-Gruppendiskussionen vertieft. Für die Studie tauchten die Forscher in 30 individuelle Alltagsgeschichten – verteilt über fünf Regionen in Deutschland – ein und identifizierten Bedürfnisfelder und Themen, die die Menschen in der Tiefe bewegen.

Die Ergebnisse machen deutlich: Corona verändert den Alltag der meisten Menschen nachhaltig. Aus den abgefragten Verhaltensänderungen und den Wünschen der Studien-Teilnehmer konnten Grabarz JMP und Point Blank zwölf Post-Corona-Bedürfnisse identifizieren, die die Macher in fünf grundlegende Innovationsfelder zusammenfassen:

1.

Rückbesinnung & Selfness:

 Durch die kollektive Pause haben Menschen Zeit und Gelegenheit, in sich hineinzuhören und nach ihrem Biorhythmus zu leben. Sie gewinnen Distanz zum toxischen Alltag und justieren ihre Prioritäten neu. Gerade in der Krise versuchen sie, achtsam mit sich selbst umzugehen, sich Gutes zu tun – von Schlaf über Ernährung bis Sport. Dies ist ein Sprungbrett für Services und Tools, die dem Menschen dabei helfen zu entschleunigen und zu regenerieren, zum Wesentlichen zurückzufinden oder gar neue, kreative Seiten an sich zu entdecken.

2.

Digitale Produkte & Services:

 
Die Akzeptanz digitaler Angebote ist enorm gestiegen – vom Online-Gottesdienst bis zum virtuellen Arztbesuch. Die Hürde, greifbare neue Services auszuprobieren, ist viel niedriger als bisher. Doch gleichzeitig hat die Krise die Erkenntnis gebracht, dass persönlicher Kontakt und physische Erlebnisse für die Menschen unersetzlich sind. Die Herausforderung der Zukunft wird sein, digitale Dienstleistungen zu kreieren, die physische Angebote sinnvoll ergänzen und nicht ersetzen.

3.

Gesundheit & Sicherheit:

Für Risikogruppen bleibt Corona ein prägendes Erlebnis. Ob persönliche Hygiene, Monitoring-Systeme oder smarte Luftreinhaltung – viele Innovationen werden sich künftig um proaktiven Schutz für diese Zielgruppe drehen. Bei einigen Studienteilnehmern dominiert der Wunsch nach einer sicheren Versorgung, stabilen Lieferketten und weniger abhängigen Unternehmen. Ein Nährboden für neue Formen von Unternehmen und Produkten.

4.

Ökologie & grüne Städte:

Die Krise macht die Auswirkung menschlichen Handelns in punkto Umwelt und die Selbstheilungskräfte der Natur eindrucksvoll sichtbar. Städte werden anders genutzt und anders erlebt. Der Spaziergang und das Fahrradfahren feiern ein Comeback. Diese Erfahrung wird sich auf die künftige Städteplanung und den Naturschutz auswirken – von neuen Naturbegegnungsstätten bis zu neuen E-Mobilitätskonzepten.

5.

Soziales & lokales Handeln:

Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig sozialer Zusammenhalt und lokales Handeln sind. Die lokale Versorgungsstruktur erlebt eine Renaissance – auf neue, moderne kreative Weise. Social Closeness statt Social Distancing, Nachbarschaftsnetzwerke, Zusammenschluss von lokalen Restaurants zu einem neuen Lieferdienst. Die nächste Zeit wird durch Innovationen geprägt, die soziale Verantwortung übernehmen.

Welter erklärt: „Uns war es wichtig, nicht von den großen Fragen herzukommen, sondern vom konkreten Verhalten – den Workarounds, den Life Hacks, den neuen persönlichen Routinen, mit denen die Menschen die Krise für sich meistern. Darin liegt die Saat für Veränderungen.“ Und Kovrigin ergänzt: „So gesehen ist die Krise eine Chance – eine Chance, dass sich Menschen und Marken auf eine neue Art begegnen. Jetzt gilt es, die aus der Not entstandene Kreativität positiv in die Zukunft zu tragen. Das funktioniert beispielsweise mithilfe von Sprunginnovationen“.
    Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
    stats