ADM Jahresbericht 2019

Ein ganz normales Jahr

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Der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute ADM veröffentlicht in seinem Jahresbericht die Zahlen seiner Mitglieder für das Jahr 2019 und gibt einen Rückblick auf eine vergleichsweise unbeschwerte Zeit, in der das Virus noch keine Rolle spielte.

Verglichen mit der gesamten Branche, deren Zahlen der Context-Liste entnommen wurden, stehen die Mitgliedsinstitute des ADM etwas besser da, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Der Umsatzrückgang lag bei 1,6 Prozent, bei der branchenweiten Umfrage im Frühjahr wurde von Context ein Umsatzrückgang von 2,5 Prozent errechnet.



In seiner traditionellen Abfrage unter den 69 Mitgliedsinstituten wurde auch abgefragt wie die Art der Befragung war. Die meistgenutzte Befragungsmethode ist im Jahr 2019 mit 9,2 Millionen die Online-Befragung, 77 Prozent davon in Online-Access-Panels. Ihr Anteil liegt in diesem Jahr bei 46 Prozent. Im Jahr 2018 wurden nur 7,7 Millionen Online-Interviews von den Mitgliedsinstituten durchgeführt. Das war ein Anteil von 40 Prozent.

Die Umsatzprognose wurde durch die Situation in der Corona-Pandemie überholt und durch zwei Befragungen des Verbandes zu der aktuellen Entwicklung in der Mitgliedschaft aktualisiert (wir berichteten).


Der Anteil der telefonisch durchgeführten Befragungen ist im Jahr 2019 mit 21 Prozent stark eingebrochen, heißt es, während sich Face-to-Face durchgeführte Befragungen bei einem Anteil von 23 Prozent stabilisierten.
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Der Verband ADM hatte sich im vergangenen Jahr auch kleineren Mitgliedsinstituten und Startups geöffnet. Es können allerdings keine neuen Mitglieder begrüßt werden.

Bericht des Rates der Deutschen Marktforschung

Der Geschäftsbericht des ADM enthält auch den Jahresbericht des Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung. Der Vorstandsvorsitzender des Rats, Prof. Raimund Wildner, schreibt dort über die Zunahme der Zahl der Beschwerden, die auch deutlich ernster genommen werden von den beteiligten Parteien. „Insgesamt gingen im Jahr 2019 16 Beschwerden ein. Zum Vergleich: 2018 waren es zehn Beschwerden, im Jahr zuvor neun“. Auch die Zahl der sonstigen Anfragen habe zugenommen und zuletzt auf 51 im vergangenen Jahr gestiegen.

2019 wurde – erstmals seit mehreren Jahren – eine Rüge ausgesprochen. Gerügt wurde ein schwerer Fall der Vermischung von Marktforschung und Verkauf. Dabei wurden Reisegutscheine als Incentives für eine Befragungsteilnahme ausgelobt, die sich aber letztlich als Verkaufsveranstaltung herausstellten. Weil das Unternehmen das beanstandete Verhalten auch 2019 fortsetzte, wurde im Juni 2020 eine erneute Rüge ausgesprochen.

Neu eingerichtet wird eine Servicestelle, die Beschwerdeführer bei der Abfassung und Durchführung einer Beschwerde unterstützen soll. Dies wurde durch Satzungsänderung in der ersten Online-Mitgliederversammlung Ende Mai 2020 beschlossen.

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