ADM, ASI, BVM und DGOF

Verbände überarbeiten Branchen-Richtlinien

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Um die Branche an die aktuelle Entwicklungen der Datenschutzbestimmungen und die Veränderungen durch die Digitalisierung anzupassen, haben die Branchenverbände ADM, ASI, BVM und DGOF die branchenweit verwendeten und allgemein gültigen Richtlinien überarbeitet.

Eine Vielzahl von Mitgliedern der vier Branchenverbände ADM, ASI, BVM und DGOF waren unter Einbeziehung juristischer Beratung an der Überarbeitung beteiligt. Die Richtlinien sollen nicht nur den geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen, sondern auch die Anwendungsbreite der Markt- und Sozialforschung widerspiegeln. Es ging um eine inhaltliche Straffung, klare Strukturierung und besseren Erfaßbarkeit des Wesentlichen.



Das Lesen der Richtlinien sollte für die Anwender einfacher werden. Dies ist besonders wichtig, da sie nicht nur für Verbandsmitglieder gelten, sondern für alle in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung Tätigen gültig sind. Sie gelten durch die sogenannte „Verkehrssitte“. Daher stand die Praxistauglichkeit der Richtlinien im Vordergrund der Überarbeitung.

Darüber hinaus sollte sichergestellt werden, dass neue Methoden in der Marktforschung, aber auch klare und einheitliche Regeln bei der Nutzung der derzeit genutzten Technik sowie mögliche rechtliche Konsequenzen bei deren Nutzung erfasst sind.


Schon in den 90iger Jahren haben die deutschen Verbände für die Branche ergänzende Richtlinien entwickelt. Im Laufe der Jahre wurden neue Richtlinien erarbeitet und bestehende überarbeitet. „Die Branchen-Richtlinien sind eine wesentliche Säule der berufsständischen Verhaltensregeln und sichern damit unter anderem auch die wissenschaftliche Korrektheit und Qualität von Daten und Studien“, schreibt der ADM in einer Pressemitteilung. Sie ergänzen den internationalen ICC/ESOMAR Verhaltenskodex, die Erklärung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zum ICC/ESOMAR Internationalen Kodex für die Markt- und Sozialforschung und die Qualitätsrichtlinien der deutschen Verbände.

Diese Richtlinien wurden überarbeitet

Im Einzelnen wurde die „Richtlinie für Online-Befragungen“ an die Entwicklungen der letzten Jahre angepasst. Bei der „Richtlinie für die Befragung von Minderjährigen“ wurden die Altersgrenzen und die Anforderungen in Abhängigkeit von den Befragungsorten konkretisiert. Die umfangreichsten Änderungen gab es bei der „Richtlinie für die Aufzeichnung und Beobachtung von Gruppendiskussionen und qualitativen Einzelinterviews“. Diese wurde in „Richtlinie für Aufzeichnung und Beobachtung in der Markt- und Sozialforschung“ umbenannt und gilt damit für alle Befragungsmodi. Zudem enthält sie nun eindeutige Regelungen zu Inhome-Visits, zum Streamen und zu Videokonferenzen bei Gruppendiskussionen und Interviews.

Desweiteren wurden überarbeitet die "Richtlinien zum Umgang mit Adressen in der Markt- und Sozialforschung" und Richtlinien zum Umgang mit Datenbanken. In der Überarbeitung befinden sich derzeit noch die "Richtlinien für Untersuchungen in den und mittels der Sozialen Medien" und die "Richtlinie für den Einsatz von Mystery Research". Keine Überarbeitung ist vorgesehen für die "Richtlinie für Studien im Gesundheitswesen" und für die "Veröffentlichung von Ergebnissen der Wahlforschung". Die "Richtlinie für den Einsatz von Datentreuhändern in der Markt- und Sozialforschung" wurde ersatzlos aufgehoben, da der Inhalt der Richtlinie mittlerweile gesetzlich geregelt ist und keine weiteren Regelungen erforderlich sind.

Alle Richtlinien wurden durch Mustertexte zu Verpflichtungserklärungen und Einwilligungen ergänzt und sind auf den Webseiten der vier Verbände einsehbar.

ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute
Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute
BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher
Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung – DGOF

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